Der Trend zur Urbanisierung zieht die Menschen in städtische Regionen. Zum Arbeiten und zum Wohnen. Zum Entspannen und zum Urlaubmachen kommen im Umkehrschluss viele Menschen wieder raus aus den Städten und rein in die Natur.

Christoph Heigl
Christoph Heigl

So ist auch der aktuelle Outdoor-Boom zu verstehen. Mit den Erwachsenen, den Mamas und Papas, den Omas und Opas, zieht es auch die Kinder auf die Almen und Berge. Viele Destinationen und Regionen haben sich schon auf die kleinen Gäste eingestellt und bieten eigene Programme. „Jahrelang war beim Wandern eine Flaute spürbar. Jetzt ist wieder eine Generation von Eltern um die 30 da, die das Wandern aus ihrer eigenen Kindheit kennt und auch mit ihrem Nachwuchs aktiv in die Natur geht“, sagt Christine Pollhammer vom Tourismusverband Almenland in der Steiermark. Die Region nördlich von Graz ist wegen der sanften Almen besonders beliebt. „Was die Kinder betrifft, sind wir davon überzeugt, dass sie immer ein lohnendes Ziel brauchen, um für eine Wanderung motiviert zu sein.“ Das Ziel ebnet den Weg, sozusagen. Wo den Erwachsenen ein schöner Gipfel mit Aussicht, ein spektakuläres Gipfelkreuz, ein duftender Schweinsbraten auf der Traumalm reicht, um jegliche Mühen vergessen zu lassen, da sind die Kinder natürlich anders zu motivieren. Das Almenland etwa bietet als Ziel einen Tierpark, einen kleinen Kletterpark, einen Ökopark oder einfach Plätze zum Wasserpritscheln in der Raabklamm, eine Sommerrodelbahn oder das Bootfahren im Teichalmsee. Bonus: Dass die Kids dorthin gewandert sind, merken sie gar nicht. Besonders beliebt bei Klein (und Groß) sind auch Lehrpfade und Themenwege, die mit einer besonderen Geschichte in die Wälder locken. Die Roßlochklamm im Naturpark Mürzer Oberland (bei Neuberg, St) etwa bietet sehr humorvoll die „mörderische“ Geschichte um die „Leiche“ der „T. Anne“. So nebenbei bringt man den Kindern auch noch biologische Zusammenhänge in der Tier und Pflanzenwelt bei.

Wanderungen zu Burgen, Ruinen oder in Höhlen eignen sich bestens, den Kindern Sagen, Märchen oder möglichst blutrünstige Räubersgeschichten zu erzählen. Das lieben sie. Sie vermuten dann hinter jedem Baum einen Unhold oder Zauberer, hinter jeder Hütte eine Fee und hinter jeder Biegung eine Schar Ritter. Man darf aber natürlich auch bei der Wahrheit bleiben und Fakten von historischen Tafeln ablesen, etwa auf der Burgruine Dürnstein in Niederösterreich. So trifft die historische Vergangenheit die kindliche Gegenwart.

Spezialisierte Destinationen bieten in den Sommermonaten und vor allem in den Schulferien ganze Kinderprogramme, um den Kindern den Aufenthalt in den Bergen zu versüßen. Das Angebot der Wildkogel-Arena in Neukirchen am Großvenediger lädt zu „Spiel, Spaß und Abenteuer“ und hat dazu sogar zwei Maskottchen als Helfer: Kogel-Mogel und Kogel-Mia. Landesweit gibt es Planetenwege, Sonnenwege, Klimawege, Bienenlehrpfade, Ameisenpfade und Barfußparcours. Dabei nicht vergessen: Es ist nicht die Kilometerleistung, die eine gelungene Wanderung ausmacht.

Für etwas Ältere bietet sich die moderne Form der Schnitzeljagd an: Geocaching.  Bei dieser elektronischen Schatzsuche werden versteckte „Schätze“ gesucht, die anhand von geografischen Koordinaten (Geocaches) gefunden werden. Unter dem Motto „Erlebe den Berg neu“ hat die Bergbahn Kitzbühel eine GPS-Schatzsuche für Jung und Alt am Hahnenkamm im Programm. Am Abenteuerberg auf der Muttereralm bei Innsbruck gibt es speziell angelegte Routen nur für Kinder. Dort kann man dann übrigens mit Downhill-Karts ins Tal brettern.

Ganz wichtig für die Kleinen: die Jause! Wenn man gemeinsam mit ihnen schon den Rucksack einpackt und den Lieblingssnack, Obst und das Getränk der Wahl vorbereitet, klappt es auch mit den schwierigsten Metern bei einem Wanderausflug: den Schritten zum abfahrbereiten Auto.