Komfort-Laufschuhe sind die wichtigste Kategorie im Laufschuhregal – und dabei viel mehr „beste Freunde“ als bloß „Brot und Butter“.
Einst war es die Aufgabe eines dämpfenden Laufschuhs, Aufprallkräfte abzumildern – um Vortrieb, Spaß und ein federndes Laufgefühl machte man sich lange wenig Gedanken. Heute ist es vor allem die Verbindung aus Dämpfung und Vorwärtsdrang, aus Wohlgefühl und Dynamik, so erklärt es Alexander Schober von Scott, die diese beliebteste Laufschuhkategorie charakterisiert. Geschwindigkeit zu generieren ist nicht ihr primäres Metier, aber ein gutes Maß an Performance ist bei modernen Komfortschuhen immer mit an Bord. Sie beherrschen die gemütliche ebenso wie die zügige(re) Gangart, das Laufen darin fühlt sich bei fast jedem Tempo ausgesprochen angenehm an.
Ja, schon im Stand lassen sich das federnde Verhalten und das Vorwärtsrollen in einem modernen Komfort-Laufschuh-Vertreter erspüren – was in Verbindung mit den den Fuß umschmeichelnden Obermaterialien rasch ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Umso mehr, wenn auch noch Schuh und Fußform harmonieren.
Dieser Grobcharakterisierung folgend, ist der Einsatzbereich der Schuhe ein breiter: Sie passen für alle von den Laufeinsteigern bis hin zu den Profis – für Letztere zum Beispiel für Grundlagenläufe, die einen Gutteil der Trainingszeit auch starker Läufer ausmachen.
Scott-Experte Schober erklärt die Zutaten, die diese Verbindung zwischen Komfort und Performance heute ermöglichen: „Es braucht einerseits einen guten Foam, also eine Dämpfung, die reaktiv ist und eine effiziente Laufökonomie ermöglicht. Dazu kommt die Rockergeometrie“ – also eine leicht gebogene Sohlenform, die den Bewegungsablauf aktiv unterstützt.
„Ein Gefühl wie Fliegen“
Die Marke Hoka hat den modernen Ansatz der Schuhe früh geprägt. Die Ursprungsidee der beiden Gründer erklärt Bekah Broe, Senior Product Director Performance bei Hoka: „Sie fragten sich: Was wäre, wenn sich Bergablaufen so anfühlen könnte, als würde man fliegen?“ Aus dem Trailrunning entwickelt, erwies sich das Konzept mit hohen Sohlen zum Schutz vor Aufprallkräften und dem charakteristischen „MetaRocker-Profil“ als richtungsweisend für die gesamte Laufschuhindustrie. „Komfort ist ein 360-Grad-Konzept“, erklärt Broe. „Wir betrachten zuerst den Einsatzzweck eines Modells und entwickeln dann jedes einzelne Element entsprechend.“ Bei einem täglichen Trainingsschuh wie dem Hoka Bondi 9 stünden „intuitive Bequemlichkeit, Schutz und eine großzügige Passform“ ganz oben auf der Prioritätenliste, so Broe.
Für Alexander Schober gehört auch Stabilität zum Gesamtpaket – die wird heute anders gedacht als früher: Statt über Stützelemente wird sie oft über breite Sohlenplattformen erzeugt, die Sicherheit vermitteln, ohne die natürliche Bewegung einzuschränken. „Komfort muss nicht unbedingt weich sein“, sagt Schober mit Blick auf den Scott Pursuit Ride 2 als typischen Klassenvertreter, „entscheidend ist ein harmonisches Gefühl.“ Noch ein Punkt: Eine lange Schuh-Lebensdauer rückt als Nachhaltigkeits-Argument bei Scott (und anderen) immer stärker in den Blickpunkt.










