Am Berg zählt nicht nur die Energie. Abseits von Hütten kann Outdoor-Food den Wunsch nach einer warmen Mahlzeit erfüllen. Aber wie gut eigentlich?
Lange waren Hartwürstel und Brot die typische Verpflegung von Selbstversorgern am Berg. Auf der anderen Seite steht heute der Griff ins Sportnahrungsregal mit Riegeln und Gels. Dazwischen gibt es eine Option, die stetig wächst: Outdoor-Food. Mahlzeiten, die kaum Gewicht haben, lange haltbar sind und durch Zugeben von heißem Wasser direkt im Packerl zum echten Essen werden.
Wie „echt“ eigentlich? Die Idee hinter Outdoor-Food sei heute eine andere als früher, sagt Thomas Syring von Tactical Foodpack – zumindest so, wie sein Unternehmen sie verstehe: weg von „Überlebensnahrung“ wie einst, hin zu richtigen Mahlzeiten, bei denen Geschmack bewusst mitgedacht werde. „Unser Essen wird genauso zubereitet, wie man zu Hause für die Familie kochen würde, vollständig aus echten Zutaten und ohne künstliche Zusatzstoffe.“ Die Mahlzeiten werden dann gefriergetrocknet, das heißt: „Wir frieren sie zunächst bei etwa minus 40 Grad ein und entfernen dann langsam die Eiskristalle in einer Vakuumkammer. Der Prozess bewahrt die Struktur der Mahlzeit sowie bis zu 97 % der ursprünglichen Nährstoffe und Vitamine. Der Kunde muss nur heißes Wasser direkt in den Beutel geben und die Mahlzeit kehrt fast in ihre ursprüngliche Form und zu ihrem ursprünglichen Geschmack zurück“, erklärt Syring.
Einer, der regelmäßig auf diese Form der Ernährung im Bergsport zurückgreift, ist Georg Schrutka vom Bergsporthändler Bergfuchs: „Outdoor-Food ist vor allem dann sinnvoll, wenn Gewicht, Packmaß und einfache Zubereitung entscheidend sind – also bei Mehrtagestouren, Biwaks oder Hochtouren“, sagt Schrutka. Auf normalen Tagestouren sind die klassische Jause und Energieriegel ebenso gut oder besser eingesetzt – schließlich braucht es für Outdoor-Food Kocher und Brennstoff im Gepäck. Das, ebenso wie die Wassermenge, gelte es bei der Tour mitzuplanen.
„Viele testen die Produkte erst auf der Tour – das ist ein Fehler“, gibt Schrutka aus der Praxis auch mit. Geschmack und Verträglichkeit seien individuell, ebenso werde die Portionsplanung oft unterschätzt, der Kalorienbedarf bei Bergtouren ist schließlich beträchtlich. Neben dem Geschmack achte man bei Tactical Foodpack auch auf die Energiedichte, mit oft etwas höherem Fett- und Proteingehalt, sagt Thomas Syring.
Die Nachfrage nach Outdoor-Food wachse jedenfalls deutlich, weiß Schrutka. Gründe sieht er in verbesserten Produkten, einfacher Handhabung ebenso wie dem Trend zu selbstversorgten Touren wie Trekking oder Bikepacking.
Kann man bei der Zubereitung etwas falsch machen – etwa Nährstoffe durch zu heißes Wasser zerstören? Kaum, meint Thomas Syring. „Das Wasser soll zwischen 70 und 100 Grad haben. Wir empfehlen, es nach und nach hinzuzufügen und mit etwas weniger zu beginnen. Gut umrühren und bei Bedarf mehr Wasser dazugeben – so lässt sich die Konsistenz am besten anpassen.“ Auch die Geschmacksintensität lasse sich so regulieren.
Für Georg Schrutka bleibt am Ende noch ein einfacher Punkt: „Nach einem langen Tag am Berg ist gutes Essen nicht nur Versorgung, sondern auch Komfort und Motivation. Das beste Nährwertprofil hilft wenig, wenn man es nicht gerne isst.“

















