Schnee und Eis üben eine besondere Faszination aus – doch wer sich zu lange in der Kälte aufhält, riskiert mehr als kalte Finger. Unterkühlungen und Erfrierungen können bereits bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt entstehen, vor allem dann, wenn Nässe, Wind oder unzureichende Kleidung hinzukommen. Wer die Warnzeichen erkennt und schnell reagiert, kann schwere Folgen verhindern.


Wenn Kälte gefährlich wird
Frieren ist zunächst eine ganz normale Reaktion des Körpers. Wird es kälter, ziehen sich die Blutgefäße in Armen und Beinen zusammen, damit die Wärme im Körperinneren bleibt. Gleichzeitig beginnen wir zu zittern – die Muskeln produzieren so zusätzliche Wärme. Doch wenn die Kälte zu stark ist oder länger anhält, reichen diese Schutzmechanismen nicht mehr aus: Gewebe kann geschädigt werden, Nerven können versagen, und die Körpertemperatur sinkt gefährlich ab.

Dabei unterscheidet man zwischen lokalen Kälteverletzungen wie Erfrierungen oder Kälteverbrennungen und der Unterkühlung, die den ganzen Körper betrifft. In jedem Fall ist erste Hilfe gefragt: Nicht jeder weiß, wie er Erfrierungen richtig versorgen sollte.

Erfrierungen: Wenn Haut und Gewebe gefrieren
Erfrierungen – in der Fachsprache Congelatio genannt – entstehen durch starke Kälteeinwirkung auf bestimmte Körperstellen. Besonders gefährdet sind Nase, Ohren, Finger und Zehen, also Bereiche, die schlecht durchblutet sind und schnell auskühlen.

Erfrierungen entwickeln sich oft schleichend:
Zuerst wird die Haut blass und gefühllos, später kann sie bläulich-rot erscheinen. Viele Betroffene empfinden zunächst Symptome wie Brennen oder Stechen, bevor die betroffene Stelle taub wird.

Bei leichten Erfrierungen hilft es, die Körperstelle langsam wieder aufzuwärmen – etwa mit den eigenen Händen oder unter einer warmen Decke. Reiben oder Massieren ist dagegen tabu, denn dadurch könnten Zellen zusätzlich beschädigt werden. Die Haut sollte anschließend locker verbunden und weiter warmgehalten werden.

Erfrierungen, die tieferliegende Hautschichten betreffen, sind an harter, wächsern-blasser Haut zu erkennen. Diese Form erfordert sofort ärztliche Hilfe, da sonst bleibende Schäden oder sogar der Verlust des betroffenen Körperteils drohen.
 

Kälteverbrennung: Wenn es eiskalt verbrennt
Eine besondere Form der Kälteverletzung ist der sogenannte Eis- oder Kältebrand. Er entsteht, wenn extrem kalte Substanzen – etwa Trockeneis oder flüssiger Stickstoff – direkt auf die Haut treffen. Innerhalb weniger Sekunden kann das Gewebe Schaden nehmen.

Typische Merkmale sind scharf abgegrenzte, blasse Hautstellen, manchmal auch Blasenbildung mit Blut oder Wundwasser. Hier hilft kein einfaches Aufwärmen – das betroffene Gewebe ist meist unumkehrbar geschädigt und muss ärztlich behandelt werden.

Ein Gefrierbrand der Haut entsteht, wenn extreme Kälte die Durchblutung stark einschränkt und dadurch Gewebe geschädigt wird. Betroffene spüren zunächst ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl, anschließend treten Verfärbungen auf – die Haut wirkt erst bläulich-rot, später blass oder gelblich. Je nach Schwere fühlt sie sich kalt und weich, bei tieferen Erfrierungen jedoch hart und unelastisch an; oft sind auch Schmerzen typisch.

Unterkühlung: Wenn der ganze Körper friert
Während Erfrierungen bestimmte Hautstellen betreffen, ist bei einer Unterkühlung der gesamte Körper betroffen. Sie tritt auf, wenn der Körper mehr Wärme verliert, als er erzeugen kann.
Sinkt die Körpertemperatur unter 35 °C, beginnt das Risiko ernst zu werden. Eine leichte Unterkühlung zeigt sich durch Kältezittern, blasse Haut und gefühlte Erschöpfung. Sinkt die Temperatur weiter, können Verwirrtheit, Steifheit und schließlich Bewusstlosigkeit folgen. Wird die Körpertemperatur unter 30 °C gesenkt, besteht akute Lebensgefahr.

Erste Hilfe:
Die unterkühlte Person sollte langsam und stetig aufgewärmt werden – am besten durch Decken, Körperwärme oder warme (nicht heiße) Getränke. Nasse Kleidung muss entfernt werden. Bei Bewusstlosigkeit oder deutlich vermindertem Bewusstsein gilt: Sofort den Notarzt rufen!

So schützt du dich vor Kälteverletzungen
Mehrlagige Kleidung halten die Körperwärme besser als ein dicker Mantel. Mütze, Handschuhe und warme Socken sind Pflicht – viele Erfrierungen treffen Kopf, Hände oder Füße. Vermeide auch Nässe: Feuchte Kleidung kühlt besonders schnell aus. Natürlich hilft auch Bewegung, denn Aktivität regt die Durchblutung an.