Triathletin Lisa Perterer über Ernährung als zentralem Performance-Faktor – wie sie damit umgeht und was sie Hobbyathleten rät.
Du bist erst seit rund eineinhalb Jahren auf der Langdistanz. Wie sehr hat sich dein Zugang zum Thema Ernährung dadurch verändert?
Sehr stark eigentlich. Auf der Kurzdistanz war Ernährung wichtig, aber auf der Langdistanz wird sie zu einem echten Leistungsfaktor. Wenn die Energieversorgung hier nicht funktioniert, hilft auch die beste Form wenig. Ich plane Ernährung heute viel gezielter und teste im Training bewusster. Nutrition ist für mich fix Teil der Performance – wie Schwimmen, Radfahren oder Laufen. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig Stabilität im Hintergrund ist – vor allem Darmgesundheit und Regeneration. Intensive Belastungen, hohe Kohlenhydratzufuhr, Reisen oder Hitze fordern den Körper stark. Deshalb achte ich bewusst darauf, diese Basis stabil zu halten.
Im modernen Ausdauersport hat sich das Nutrition-Thema stark weiterentwickelt. Was können ambitionierte Hobbyathleten vom Leistungssport für sich mitnehmen?
Ich glaube, das Wichtigste ist zu verstehen, dass Ernährung nicht nur „Verpflegung“, sondern ein Werkzeug für Leistung ist. Viele Hobbyathleten essen im Training oder Wettkampf noch zu wenig oder zu spät. Moderne Ansätze zeigen, wie entscheidend regelmäßige Kohlenhydratzufuhr, Timing und eine individuelle Strategie sind. Man muss zugleich nicht alles aus dem Profisport kopieren – wichtiger ist, den eigenen Körper kennenzulernen und eine Lösung zu finden, die im Alltag und im Wettkampf wirklich funktioniert. Ernährung ist nicht isoliert zu sehen, sondern als Teil eines Gesamtsystems aus Belastung, Regeneration, Anpassung.
Verträglichkeit ist oft der limitierende Faktor – wenn man etwa an die hohen Kohlenhydratmengen denkt, die vor allem in Wettkämpfen von euch Profis verwendet werden. Wie gehst du damit um?
Verträglichkeit ist einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Man kann die beste Strategie am Papier haben – wenn der Magen nicht mitspielt, bringt sie nichts. Deshalb teste ich alles im Training und gewöhne meinen Körper schrittweise an höhere Kohlenhydratmengen. Gleichzeitig achte ich auf Produkte, die für mich gut funktionieren und den Magen möglichst wenig belasten. Ich merke generell, dass ein stabiles Verdauungssystem enorm viel ausmacht – im Wettkampf, aber auch für intensive Trainingsphasen.
Wo passieren aus deiner Sicht die häufigsten Ernährungsfehler im ambitionierten Hobby-Ausdauersport?
Oft wird im Alltag zu wenig gegessen, besonders rund um intensive Einheiten. Viele haben noch immer Hemmungen bei Kohlenhydraten. Ein weiterer Fehler ist, dass Ernährung im Training nicht ernst genommen wird – obwohl genau dort die Strategie entstehen sollte. Im Wettkampf wird häufig zu spät gegessen oder erst reagiert, wenn der Energieeinbruch schon da ist. Das lässt sich dann kaum mehr vollständig korrigieren. Zusätzlich wird unterschätzt, wie stark der Körper im Ausdauersport insgesamt belastet wird. Ernährung, Regeneration und Stabilität gehören daher immer zusammen gedacht.
Wenn du Hobbysportlern einen einzelnen Ernährungs-Tipp geben könntest – welcher wäre das?
Nichts Neues am Wettkampftag. Ernährung sollte genauso trainiert werden wie Pacing oder Intervalle. Wer seine Verpflegung im Training testet und eine einfache, gut verträgliche Strategie hat, reduziert enorm viel Stress im Rennen.
Langfristig macht nicht der kurzfristige „Push“ den Unterschied, sondern wie gut man Belastung, Regeneration und Stabilität über Wochen und Monate in Balance hält.













