Der Abenteurer und Fotograf Dirk Rohrbach über das Besondere am Reisen mit dem Rad, warum es wichtig ist, sich zu trauen, und wie wir am Widerstand wachsen.
Ja, das Rad war schon mein liebstes Fortbewegungsmittel bei den ersten Touren in den 80er-Jahren, gemeinsam mit meinem Schulfreund Matthias. Erst durch Deutschland, dann bis nach Dänemark.“ Dirk Rohrbach, seit vielen Jahren erfolgreicher Vortragsreferent, Fotojournalist und Abenteurer, lässt gleich die Erklärung für diese Liebe folgen: „Einfach, weil das Reisen viel intensiver ist, wenn du dir jeden Meter mit dem Rad erfahren oder mit dem Kanu erpaddeln musst. Du fühlst dich lebendig, spürst jeden Moment. Und wenn du in der Wildnis aus eigener Kraft unterwegs bist, hast du das Gefühl, du wirst selbst Teil dieser wilden Natur.“ Die Fortbewegung im Fahrradsattel ist für ihn zugleich Entschleunigung, man nimmt Dinge wahr, die man im Auto übersieht. Und das Radreisen, weiß Dirk, „öffnet Türen. Man kommt schnell mit Menschen ins Gespräch, viele bieten Hilfe an.“
Dirk genießt aber auch die Momente, bei denen das Reisen auf dem Rad für ihn regelrecht zum Rausch wird, „wenn der Wind von hinten schiebt, das Pedalieren für mich zur Meditation wird und Glückshormone den ganzen Körper durchfluten. Das kenne ich so von keiner anderen Form der Fortbewegung“.
Faszination Nordamerika
Der Norden Amerikas hat es ihm besonders angetan. „Erst waren es die weiten, wilden Landschaften, die wir so in Europa nicht haben, die Wüste, die Prärie, Regenwälder, die Rocky Mountains. Ich finde aber auch die Begegnungen mit den Menschen dort bereichernd. Viele machen einfach ihr Ding, trauen sich groß zu träumen und haben den Platz, diese Träume auch zu leben. Das macht neugierig und inspiriert ungemein.“ Das ist es auch, was er von seinen Reisen weitergeben möchte: „Trau dich, lass dich auf etwas ein, mach es einfach! Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir Mitteleuropäer gerne nach Gründen suchen, warum etwas schiefgehen könnte, damit wir es dann lieber sein lassen. Aber was, wenn doch alles gut geht? Und das tut es bei Reisen eigentlich immer, vor allem, wenn wir die Kontrolle loslassen. Die wilde Natur ist so viel größer als wir, da haben wir ohnehin keine andere Chance, als uns darauf einzulassen."
Dirk ist also alles andere als ein Adrenalinjunkie. Aber wer reist, begibt sich immer auch ein Stück weit ins Ungewisse, bewegt sich außerhalb der Komfortzone. Dabei hilft eine Erkenntnis aus der Medizin, die sich locker aufs ganze Leben übertragen lässt: Wir wachsen nur am Widerstand! „So funktioniert zum Beispiel jedes Krafttraining, das gilt aber auch für den Geist und die Seele.
Wenn’s mal ungemütlich wird, wenn es Herausforderungen gibt und wenn es uns am Ende gelingt, uns gegen diese Widrigkeiten durchzusetzen, dann wird aus dem Erlebnis eine Erfahrung, von der wir das ganze Leben zehren können. Und erst wenn mal was schiefgeht, wird aus der Reise ein unvergessliches Abenteuer."
Vorbereitung auf die Bike-Reise
Für die Vorbereitungen auf seine großen Bike-Reisen hat Dirk Rohrbach mittlerweile reichlich Erfahrung sammeln können, auf die er aufbauen kann. Bei seinen Biketrips in Amerika bewegt er sich meistens auf Straßen – Logistik und Versorgung sind also kaum problematisch. Und dank toller Partner (die ihm Equipment zur Verfügung stellen, siehe unten), muss er sich eigentlich nur um die Route kümmern und überlegen, was er sonst noch alles braucht oder wissen muss. Dafür recherchiert er im Internet oder kontaktiert andere, die in der Region schon unterwegs waren. „Der Rest ergibt sich auf der Reise, am liebsten mit Karten als Orientierungshilfe, aber mittlerweile auch mit GPS.“
Zur körperlichen Vorbereitung fährt er daheim mehrmals in der Woche Rad und geht, um die Grundfitness zu erhalten, alle zwei Tage zum Krafttraining. Das reicht, „denn an die spezifische Belastung gewöhnt sich der Körper dann bei der Reise meist innerhalb von wenigen Tagen."
Zuverlässliche Partnerschaft
Eine mehr als zwanzig Jahre lange Freundschaft verbindet Dirk Rohrbach mit dem Ausrüster Tatonka, der ihn mit bestem Outdoor-Equipment wie Zelten, Rucksäcken, Taschen und anderem Zubehör unterstützt. „Tatonka engagiert sich aber auch finanziell bei unserem Verein zur Unterstützung indigener Völker, mit dem wir Sprach- und Kulturprojekte der Ureinwohner Nordamerikas fördern“, sagt Dirk Rohrbach. „Über eine so lange Zeit einen so zuverlässigen Partner an meiner Seite zu haben, ist außergewöhnlich und dafür bin ich sehr dankbar."






















