Bikepacking-Touren boomen – zu Recht! Mit unseren fünf Praxis-Tipps gelingt es noch besser, das Urlaubs-Abenteuer auf zwei Rädern auszukosten.
Bikepacking: der Inbegriff von Abenteuer und Freiheit. Meist auf unbekannten Routen entdeckt man eine neue Region – und sich selbst. Ob mit dem Rennrad, Gravel- oder Mountainbike: Aus vielen Urlaubskilometern haben wir fünf wichtige Praxis-Tipps fürs Reisen auf dem Fahrrad abgeleitet.
Für mehrere Tage auf dem Fahrrad gilt die Reduktion aufs Wesentliche. Nutzen geht vor Luxus und Style.
Mit diesen 5 Tipps gelingt die Bikepacking-Tour garantiert!
1. Mangel an Vorbereitung = Vorbereitung auf Mangel
Die indische Weisheit soll verdeutlichen: Im Vorfeld so weit wie möglich alle Szenarien durchzuspielen, lohnt sich. Und das am besten über „1:1-Testfahrten“ zu Hause. Heißt konkret: Man fährt mit der gesamten Ausrüstung eine Runde in der Heimatregion. Sogar Zahnbürste und Reisepass kommen mit.
Dazu gehört auch, unterschiedliche Terrains und vor allem Wettersituationen kennenzulernen. Ob Hitze und Sonnenschein oder Kälte und Regen lässt sich auf einer Bikepacking-Tour (oft) nicht beeinflussen – wie man damit umgeht aber schon. Und was man dann braucht, kann und sollte man vorbereiten.
Zur physischen Vorbereitung empfiehlt es sich auch, an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen längere Touren zu unternehmen. Regeneration und Ernährung fließen hier mit ein und auf Basis dieser Erfahrungen wird die Etappenplanung – was geht und was geht nicht? – erleichtert.
2. Theorie für die Praxis
In Planung und Vorbereitung einer Bikepacking-Tour dürfen durchaus einige Stunden fließen. Zu Beginn steht die Grundsatzfrage: Bett oder Schlafsack? Dann folgt die Routenplanung, das Packmanagement und schließlich kommen die Buchungen.
Rund um das Thema Bikepacking, mehrtägiges Radfahren und Abenteuerreisen gibt es jede Menge Bücher, Social-Media-Gruppen und andere Quellen. Wie so oft verderben auch hier zu viele Köche den Brei. Ein paar Tipps und Tricks oder die eine oder andere Inspiration sind gut – aber manche Ratgeber enthalten auch zu viele „Wenns und Abers“. Man hat auch einfach mehr Spaß daran, eine Tourauf seine eigene Art und Weise zu planen und zu entdecken. Denn: Eine Bikepacking-Tour ist kein Wettbewerb. Jede ist anders und jede besonders.
3. Bikehandling und Navigation
Radfahren mit Gepäck ist anders und erfordert etwas Übung. Auch die muskuläre Beanspruchung verändert sich, da man mehr im Sitzen fährt. Das gesamte System ist schwerer, was sich auf das Lenken und Bremsen auswirkt. Folglich ist man auch langsamer.
All das beeinflusst auch die Routenplanung, für die es viele Fragen und Puzzleteile zu klären gilt, bevor man die endgültige Strecke auf sein GPS-Gerät laden kann: Wie lange will und kann ich jeden Tag fahren? Wie sind die Straßen, Verkehr, Untergründe? Was möchte ich an Kultur und Sehenswürdigkeiten mitnehmen? Wo kann ich übernachten?
Für ein besseres Gefühl lohnt es sich auch, Exit-Strategien parat zu haben: Abkürzungen, Zugverbindungen, Radshops, Krankenhäuser: Damit man’s hat, wenn man’s braucht.
Der wichtigste Tipp zum Navigieren ist aber: Das Display im Blick zu haben, schön und gut – aber bitte nie vergessen, den Kopf zu heben und die Landschaft zu genießen! Und wenn es mal schwierig oder mühsam wird, immer daran denken: So eine Reise ist ein großes Privileg!
4. Es reist sich besser mit leichtem Gepäck
Im Winterurlaub hat man grob gesagt alles mit, was der Schrank hergibt. Für mehrere Tage auf dem Fahrrad gilt dagegen die Reduktion aufs Wesentliche. Nutzen geht vor Luxus und Style!
Am besten legt man die notwendigen Dinge für alles abseits des Radelns zunächst mal zur Seite. Dabei spart man wertvollen Platz, wenn man Dinge mehrfach oder zu verschiedenen Zwecken verwendet – Beispiel: Ein Buff-Tuch kann Sonnen- und Kälteschutz zugleich sein. Ist dieser Part erledigt, kann man schon mal packen und sieht, ob – und falls ja, wie viel – Platz für die eine oder andere Eitelkeit oder für spontane Käufe unterwegs noch übrig ist.
(Souvenir-)Shopping ist beim Bikepacking ansonsten eigentlich kein Thema. Für die Gewichtsverteilung gilt als Faustregel: ca. 60 % Mitte (Rahmen), 20 % hinten, 20 % vorne. Dazu Schweres tief und mittig, Leichtes nach außen.
5. Jeder Tag ist gleich – nur anders
Je öfter man eine Bikepacking-Tour macht, desto mehr Routine bekommt man. Trotzdem: Es ist nie dasselbe. Auch nicht unterwegs. Es lohnt sich, am Etappenziel angekommen nicht nur sich selbst möglichst schnell umzuziehen und das Radgewand zu trocknen, sondern die Taschen komplett zu leeren und das Bike kurz zu warten. Für diese investierten Minuten ist man am nächsten Morgen oft dankbar.
Wie der eigene Körper freuen sich auch Verschlüsse und Gurte über nächtliche „Erholung“, anstatt permanent festgezogen zu sein. Die Packordnung ändert sich mitunter je nach Beschaffenheit der Etappe oder dem Wetter. So startet man gut in den nächsten, abenteuerlichen Tag.











