Es hat etwas meditatives, auf Schneeschuhen durch die ­Winterlandschaft zu wandern. Die Modellvielfalt ist riesig. Aber worauf sollte man beim Kauf eigentlich achten?

von Klaus Molidor

Zurück zur Natur – gerade im Winter ein Trend. Was aber, wenn die Natur überbevölkert ist, wie auf der Skipiste? Tourengehen, richtig. Was aber, wenn das Können nicht reicht, oder die Anstrengung zu groß ist? Schneeschuhwandern. Das einsame Gehen abseits der Wege findet immer mehr Anhänger. Grund genug, sich diese Sportgeräte einmal näher anzuschauen. Denn Schneeschuh ist nicht gleich Schneeschuh. Das Grundprinzip: Schneeschuhe verbreitern die Auftrittsfläche des Schuhs, dadurch verteilt sich der Druck auf die Schneedecke besser und man sinkt nicht so tief ein. Trotzdem gibt es bei den Schneeschuhen auch Unterschiede nach Einsatzzweck und Schneeart.

Das beginnt beim Rahmen, der aus Kunststoff oder Aluminium gefertigt wird. Kunststoffrahmen werden bevorzugt für harten und windgepressten Schnee verwendet. Sie sind kleiner, weil auf hartem Schnee weniger Auftrieb gebraucht wird. Die Enden sind weich und biegsam, das erhöht den Gehkomfort und der Fuß kann natürlich abrollen wie beim normalen Gehen. „Durch die durchgängigen Zackenschienen bieten sie sehr viel Halt“, sagt Doris Erler vom Tiroler Experten KochAlpin. Ideal sind die Kunststoffmodelle für Einsteiger und Menschen, die selten mit Schnee in Kontakt kommen – einerseits. Andererseits eignen sie sich auch ideal für Einsätze im hochalpinen Gelände, wo es steil ist und der Untergrund eben durch den Wind hart gepresst ist.

FÜR DIE LANGE TOUR
Aluminium-Modelle sind dagegen für Neu- und Tiefschnee konzipiert. Durch den breiteren Rahmen geben sie mehr Auftrieb. Gemeinsam mit einer flexiblen Bindungsaufhängung bieten sie eine wesentlich bessere Dämpfung als Kunststoffmodelle und eignen sich damit besser auf ausgedehnten Touren mit Auf- und Abstiegen. „Man geht weicher und angenehmer“, sagt Erler. Beim Kauf sollte man also darauf achten, für welchen Zweck man die Schneeschuhe vorwiegend braucht. Und: „Immer das Benutzergewicht inklusive Kleidung und Rucksack rechnen“, rät die Expertin von Koch Alpin. Viele Hersteller haben Unisexmodelle im Programm, aber auch Damen- und Herren-Schneeschuhe. „Damenmodelle haben eine kleinere Bindung und wegen der schmäleren Schrittbreite ein schmäleres Ende“, erklärt Erler. „Die Steighilfe ist weiter nach vorne versetzt, damit sie auch unter der Ferse ist.“ Und je besser der Grip im Anstieg, desto mehr Freude hat man schließlich. Eine genaue Auswahl des Modells beim Fachhändler mit entsprechend hochwertiger Beratung hat also durchaus Sinn.

DREH UND GEH
An der Schneeschuh-Unterseite befinden sich Zacken und Krallen aus Stahl bzw. Carbonstahl. Wer im steilen Gelände geht, sollte Modelle mit langen Zackenschienen nehmen; wer eher im Hügelland unterwegs ist, kommt mit weniger Zacken bequemer voran. Unterschiede gibt es auch bei den Bindungen. Angefangen von Riemenbindungen über Versionen aus Gummi bis hin zu Varianten mit Boa-Drehverschluss. Das letztgenannte System ermöglicht eine rasche, genaue Anpassung an den Schuh und ebenso schnelles Lösen der Bindung. „Riemenbindungen haben dagegen den Vorteil, dass sie das Packmaß des Schneeschuhs verkleinern“, erklärt Erler. Generell gilt: Je besser sich der Schuh fixieren lässt, desto besser sind Wendigkeit und Kraftübertragung – desto mehr Freude beim Gehen!

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