Auch der jüngste Nachwuchs muss Eltern nicht vom Sport abhalten, wie oft geglaubt wird. Unser Redakteur, Sportwissenschafter und Jungpapa Herwig Reupichler weiß, wie es geht.

Wächst der Babybauch, ist die sportliche Karriere einer Jungmama vorbei. Als Solidarität lässt sich der Papa in spe auch gleich ein Bäuchlein wachsen – weil es das mit dem Sportlerleben nun sowieso war. Sagt zumindest das Klischee. Das stimmt aber nicht! Liebe (zukünftige) Eltern, lasst euch nicht den Sport durch euren Nachwuchs bzw. die tollen Tipps von Omas und Opas, Freunden und anderen „Experten“ verderben! Euer Nachwuchs ist vielmehr eine tolle Gelegenheit, neue Aktivitäten erleben zu dürfen.

ACHTUNG, MÜTTER
Aber Vorsicht: Nach der Geburt dürfen Mütter keinen falschen Ehrgeiz entwickeln. Viele machen den Fehler, zu früh und ohne ärztlichen Rat drauf los zu sporteln. In den ersten drei Monaten sind Sportarten mit hoher Impact-Wirkung wie beispielsweise Laufen oder Volleyballspielen tabu. Fängt man zu früh mit Lauftraining an, verkraftet das meist der Beckenboden nicht. Mit schonenden Formen des Ausdauersports oder gezielter Gymnastik/Athletiktraining kann dafür schon bald mit gutem Gewissen begonnen werden. Radfahren, Walking, Inlineskaten im moderaten, aeroben Bereich bringen den Körper wieder in Schwung. Die mentale Komponente ist hierbei nicht außer Acht zu lassen. Frau fühlt sich beim Wiedereintritt in ihr Sporterleben wieder in ihrem Pre-Schwangerschafts-Lifestyle angekommen und das tut nach monatelanger Passivität einfach gut!

SPORT MIT BABY
Zusätzlich zu bewährtem Eltern-Kind-Turnen, Babyschwimmen oder Babyfit-Einheiten für Mütter kann auch im Familienverband zu Hause oder im Urlaub unabhängig jederzeit gesportelt werden. Großartig ist die Möglichkeit, mit dem richtigen „Baby­sportgerät“ gemeinsam mit der gesamten „Mutter-Vater-Kind-Bagage“ sporteln zu können. Multifunktionale Sport-Kinderwägen machen das möglich. Einige der am Markt befindlichen Kinderwägen vereinen die Möglichkeit, die Sportarten Laufen, Radfahren, Inlineskating, Wandern und sogar mittels montierbarer Ski Eislaufen oder Skilanglaufen mit dem Baby auszuüben. Das coole dabei ist, dass die Mutter nicht mehr auf einen Babysitter angewiesen ist, wenn sie sporteln will. Das Baby wird in den Sportkinderwagen geschnallt und durch die sanften Bewegungen des schiebenden (Laufen, Inlineskating) bzw. ziehenden (Radfahren, Langlaufen) Elternteils sanft in den Schlaf geschaukelt. Voraussetzung ist eine passende Babyhängematte, die in den Anhänger integriert wird.

BEZIEHUNGSFREUND BABYSPORT
Ein absoluter Pluspunkt des „Babysports“ via Sportanhänger ist die geförderte Kommunikation zwischen den sportelnden Eltern. Papa hat mit einer Zusatzlast von rund 20 kg, resultierend aus Kind, Anhänger, Wickeltasche und nicht zuletzt Windelinhalt eine natürliche „Motorbremse“ installiert. Dadurch ergibt sich folgende Situation: die nach der schwangerschafts- und geburtsbedingten Sportpause nicht gerade in Topform befindende Jungmutter kann, ohne Zusatzgepäck, die gleiche Geschwindigkeit bei ähnlicher Anstrengung wie ihr Partner radeln. Mann und Frau begegnen sich stoffwechseltechnisch quasi auf Augenhöhe. Klar: Geschwindigkeitsrausch bekommt man dabei keinen. Dafür hat man aber viel Zeit und Luft fürs Plaudern mit dem Partner während des Sports. Man verbringt viel Zeit gemeinsam an der frischen Luft, der geliebte Nachwuchs ist mit von der Partie und schnuppert vom ersten Lebensjahr an Athletenluft. Kurze Still- oder Flascherlpausen geben die Intervalllänge des Trainings vor. Sind die Sprösslinge schon älter, treiben sie, falls es zu langsam und damit zu langweilig wird, die „Zugmaschine Papa“ noch dazu lautstark an. Der Motivator der Marke „Eigenbau“ ist somit mit an Bord, der innere Schweinehund ist chancenlos! Fazit: Sport mit Baby führt nicht nur zur schnell wieder erlangten Fitness der jungen Mutter, sondern hebt durch mehr Qualitytime der gesamten Familie die Lebensqualität maßgeblich an! Eine Win-win-win-Situation für Vater-Mutter-Kind ...