Kleidung schützt vor Sonne, aber nicht jeder Stoff gleich gut. Warum es sich im Bergsport wie im Wassersport lohnt, auf den UPF-Wert zu achten.
Beim sommerlichen Sport schützt man sich mit Sonnencreme und verlässt sich auf Kleidung. Was jedoch auffällt: Es gibt Textilien mit angegebenem UV-Schutz. Dabei schützt doch ohnehin jeder Stoff, der die Haut bedeckt – denkt zumindest der Laie. Aber dem ist nicht so. Wir haben bei Haglöfs und Ion zu dem Thema nachgefragt und erfahren: Wie viel UV-Strahlung ein Textil tatsächlich abhält, hängt stark vom Material, dem Gewebe und der Konstruktion ab.
Gerade in großer Höhe oder bei langen Touren ist UV-Belastung bekanntlich nicht zu unterschätzen. Bei gewöhnlichen Bergsport-Funktionstextilien sei die Schutzwirkung überraschend gering, gibt Charlotte Boergen von Haglöfs zu bedenken. „Ein zertifiziertes UV-Schutzshirt wird von Grund auf anders entwickelt: Es hat dichter gewebte Stoffe, UV-absorbierende Fasern wie Polyester oder Polyamid sowie spezielle Ausrüstungen, die sowohl UVA- als auch UVB-Strahlung blockieren.“ Eine wichtiger Aspekt liegt auch im Schnitt: Lange Ärmel, hohe Kragen oder Kapuzen sollen Körperstellen schützen, die sonst besonders exponiert sind.
Wie gut ein zertifiziertes Textil schützt, das zeigt der UPF-Wert, der „Ultraviolet Protection Factor“. Ein UPF von 50+ bedeutet, dass 98 % der UV-Strahlen abgehalten werden. „UV-Strahlung verursacht nicht nur Sonnenbrand, sondern beschleunigt auch die Hautalterung und führt zu langfristigen Schäden unter der Oberfläche. Genau deshalb hat sich UPF-Bekleidung als verlässliche Basis für Sonnenschutz etabliert. Hochwertige Stoffe können 96–99 % der UV-Strahlung blockieren und im Gegensatz zu Sonnencreme nutzen sie sich nicht ab, waschen sich nicht weg und müssen nicht nachgetragen werden“, erklärt Boergen.
Der UV-Schutz verändert sich jedoch im Lebenszyklus des Textils: Schonendes Waschen, kein Weichspüler sowie Trocknen im Schatten helfen, den Schutz möglichst lange zu erhalten, so die Empfehlungen der Haglöfs-Expertin.
UV-Schutz im Wassersport
„Erhöhte Vorsicht“ gilt auch beim Wassersport: Beim Stand-up-Paddeln, Surfen oder Kiten kommt zur direkten Sonneneinstrahlung die Reflexion durch die Wasseroberfläche hinzu. Für den Wassersport geeigneten Textilien müssen zudem auch bei Nässe elastisch und robust bleiben.
Anne-Kathrin Brönner, Head of Soft Goods bei „Boards & More“, erklärt für die Wassersport-Textilien der Marke Ion: „Der UV-Schutz wird über Materialwahl, Maschendichte und Konstruktion technisch definiert und bei uns nach der Norm AS/NZS 4399 geprüft.“
Rashguards und Shirts im Wassersport müssen weitere Anforderungen erfüllen: etwa Haltbarkeit, Komfort und Performance unter wechselnden Bedingungen zwischen Sonne und Wasser. Es braucht Farb- und Materialbeständigkeit gegenüber Sonne, Salz, Chlor und Reibung ebenso wie Abriebfestigkeit bei intensiver Nutzung. Ebenso wichtig sind schnelle Trocknung und Atmungsaktivität, damit es sich angenehm trägt und um Komfort auch im nassen Zustand zu gewährleisten. Das alles wird bei guten Textilien mitgedacht – ein weiterer Grund, beim Wassersport keinesfalls auf textilen UV-Schutz zu verzichten.











