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Wer in Linz Rad fährt, muss sich entscheiden. Aber zum Glück nicht gleich. Geradeaus an der Donau entlang? Hinauf ins Mühlviertel, oder ein Citybike nehmen und durch die Stadt rollen? Und wer glaubt, im Kreis zu fahren sei fad, war noch nie im Velodrom.
Linz ist keine klassische Rad-Destination mit nur einer Disziplin. Hier hat man die Auswahl: Genuss, Tempo, Trails, Alltag, Ausblick oder Schräglage. Man muss sich nur entscheiden. Und reintreten.
Am besten beginnt man dort, wo die Stadt auf die Natur trifft: an der Donau. Der Donauradweg führt mitten durch die Stadt und macht Linz zum Etappenziel zwischen Passau und Wien. Wer hier ankommt, darf die Beine kurz ins Wasser hängen lassen. Oder spaziert in die Altstadt und gönnt sich ein Stück Linzer Torte – weil der Kohlenhydrat-Speicher auch wieder aufgefüllt gehört. Danach geht es viel leichter weiter. Oder eben nicht. Eine Pause in Linz kann schnell länger werden als geplant.
Schnell rauf, noch schneller runter
Wer die Stadt als Ausgangspunkt nimmt, findet rundherum genug Gründe, den Gang zu wechseln. Nördlich der Donau wartet das Mühlviertel mit ganz schönen Anstiegen und noch schöneren Aussichten. Und mit den Upper Trails ganz schön wilde Abfahrten. Entstanden aus der Linzer Mountainbike-Community, wird hier nicht einfach durch den Wald gefahren, es wurde Infrastruktur geschaffen. Legal, gemeinschaftlich und mit Rücksicht auf Natur und Mensch auf dem Pfenningberg.
Zurück in der Stadt wird es gelb – sehr gelb sogar. In der Prinz-Eugen-Straße steht Österreichs einziges Velodrom von hello yellow. Die Bahn ist 200 Meter lang, sechs Meter breit und in den Kurven so schräg, dass nur das Zuschauen schon schwindelerregend ist. Gefahren wird mit Bahnrädern, ohne Bremsen und ohne Schaltung. Aber nicht ohne Einschulung. Denn wer im Oval fährt, merkt schnell: Straight forward bringt hier niemanden weit. Es gilt, Schwung mitzunehmen, Linie zu halten und in die Linkskurve zu lehnen. Das ist sportlich. Und ziemlich Linz.
Direkt neben dem Velodrom gibt es noch eine Bahn. Allerdings eine ganz andere: mit Kurven in beide Richtungen und hügelig. Am Pumptrack muss niemand in die Pedale treten – vorausgesetzt, die Technik stimmt. Hier braucht man auch keinen Kurs, um im Kreis zu fahren. Richtung Steyregg, in Urfahr, gibt es eine weitere hügelige Strecke, jedoch nicht betoniert: Am Dirt Park Linz springen Mutige mit BMX und Mountainbike durch luftige Höhen.
Hier wird nicht einfach durch den Wald gefahren, es wurde Infrastruktur geschaffen. Legal, gemeinschaftlich.
Auch ohne Action ein Erlebnis
Und dann ist da noch das Alltagsradeln: weniger actionreich, aber oft genauso gut. Mit dem Citybike geht es durch die Innenstadt, ins Museum oder auch nur zum nächsten Café. Die ersten 30 Minuten sind gratis, das reicht locker für die vielen kurzen Wege. Zum Beispiel ins Ars Electronica Center. Das zeigt, wie die Zukunft aussehen kann: manchmal mit Utopie, aber immer kritisch. Im Deep Space können neue Welten in 8k Auflösung entdeckt werden.
Am anderen Donauufer, mit ähnlich auffallender LED-Fassade, finden sich im Lentos Kunstmuseum Bilder von Größen wie Klimt, Schiele und der Linzerin Valie Export. Oder man unternimmt einen Abstecher ins Linzer Schloss. Und wem der Weg hinauf zu steil ist, fährt einfach mit dem Lift vom Tummelplatz direkt ins Museum.
Wer lieber dorthin radelt, wo die Musik spielt, wird in Linz ebenso fündig – im Musiktheater zum Beispiel. Es befindet sich im Volksgarten und zählt zu den modernsten Opernhäusern Europas. Das Brucknerhaus steht dort, wo Linz zusammenkommt: im Donaupark, direkt am Fluss. Mit viel Platz für schöne Abende und guter Musik hat es noch viel mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick erwarten würde. Natürlich werden hier die großen Konzerte aufgeführt – dazu kommen aber auch Jazz-Abende und Pop-Konzerte. Noch mehr Musik gibt’s dann noch im Posthof im Hafen.
Wer lieber dorthin radelt, wo die Musik spielt, wird in Linz fündig.
Genau diese Mischung macht Radfahren in Linz aus. Niemand muss nur Rennradfahren, Mountainbiken, Genussradeln oder Stadtmensch sein – in Linz kann man alles ein bisschen sein. Vormittags Donauradweg, nachmittags Trail, am Abend ein paar Runden am Rennrad. Oder nur zum Südbahnhofmarkt rollen und so tun, als wäre das Training genug gewesen.
Radfahren in Linz ist vieles: Schnell, gemütlich, steil, flach, rund, holprig, urban und grün. Manchmal mit Aussicht, manchmal mit Puls, manchmal mit Kuchenpause. Und manchmal mit dem Gefühl: Gerade muss der Weg nicht sein, damit er richtig ist.
Willkommen in der Schräglage!
Das hello yellow Velodrom ist kein Radweg. Es ist ein Oval. Und zwar eines, das es in Österreich nur in Linz gibt. 200 Meter am Holzweg, sechs Meter breit und steile Kurven, die nur nach links gehen. Gefahren wird mit speziellen Bahnrädern ohne Bremsen und Schaltung. Darum geht es auch nicht einfach drauf los. Vor der ersten Runde steht eine Einschulung durch den Verein Velodrom Linz. Danach können Geübte mit Zutrittskarte ihre Runden drehen.
Schnell, kontrolliert und mit ziemlich viel Konzentration. Das hello yellow Velodrom steht direkt neben dem Pumptrack in der Prinz-Eugen-Straße und zeigt, dass Radsport in Linz nicht nur von A nach B fährt. Manchmal fährt er auch im Kreis. Aber mit Stil. Wer zuschaut, merkt: Das ist Sport. Wer fährt, merkt es schneller. Und ziemlich gelb ist es auch.




















