Die perfekte Outdoorhose findet man nicht per Zufall, sondern durch klare Prioritätensetzung.
Am einen Wochenende eine gemütliche Waldwanderung mit Partner(in) und Kindern, am darauffolgenden Kidsfrei-Wochenende eine Mehrseillängentour mit dem besten Kumpel. Und im Urlaub mal Gipfeltour, mal Hochseilgarten, mal Chillen beim Hüttenabend ... Die Anforderungen in der Bergwelt an die Hose sind vielseitig – und ebenso unterschiedlich sind die Hosen am Markt.
„Beim Klettern muss die Hose einiges einstecken. Sie braucht robustes Material für harten Felskontakt und maximale Bewegungsfreiheit – und damit unter dem Klettergurt nichts drückt, verzichten wir im Hüftbereich konsequent auf Nieten oder harte Knöpfe. So bleibt alles bequem und geschmeidig“, sagt Julian Dutzler vom Kletter-Spezialisten Chillaz. Für die Wanderhose gelten andere Prioritäten. René Gruber erklärt für Fjällräven: „Tragekomfort, Wettertauglichkeit und Strapazierfähigkeit stehen im Vordergrund. Hosen zum Wandern sind meist etwas lockerer geschnitten, sie sollen schließlich auch auf langen Touren angenehm sein.“
Man tut also gut daran, sich den Einsatzzweck zu überlegen. Vielseitige Modelle gibt es zwar ebenfalls, wie Gruber sagt: „Diese versuchen, beide Bereiche zu kombinieren mit einem Mix aus Komfort, Robustheit und Flexibilität.“ Wer jedoch regelmäßig so unterschiedlich in den Bergen unterwegs ist wie im eingangs beschriebenen Beispiel, hat meist ohnedies ein größeres Outdoorhosen-Sortiment im Kleiderschrank.
Eine zentrale Rolle fürs Tragegefühl spielt das Material. Robuste, dickere Stoffe bieten mehr Schutz vor Wind, Felskontakt und Abnutzung, wirken bei Wärme und intensiver Bewegung jedoch schneller „dicht“. „Materialstärke und Robustheit beeinflussen das Trageklima deutlich“, bringt es Gruber auf den Punkt. Häufig kommen Mischgewebe zum Einsatz, die verschiedene Eigenschaften verbinden. „Natürliche Fasern bzw. Baumwoll-Mischgewebe sorgen oft für ein angenehmes und natürliches Tragegefühl“, erklärt Gruber. „Gleichzeitig trocknen sie aber langsamer als reine Kunstfasern, was bei sehr schweißtreibenden Aktivitäten ein Nachteil sein kann.“
Vor allem der Schnitt entscheidet darüber, wie sich eine Hose nicht nur bei der Anprobe (die natürlich trotzdem wichtig ist!), sondern auch über Stunden hinweg trägt. „Ein guter Schnitt ist das A und O“, sagt Julian Dutzler. „Details wie ein Zwickel im Schritt oder vorgeformte Knie sorgen dafür, dass die Hose von sich aus perfekt sitzt, ohne zu spannen.“
Stretchmaterial ergänzt die Konstruktion, ersetzt aber nicht einen guten Schnitt. „Stretch ist das Sahnehäubchen, das dir in extremen Momenten die nötige Flexibilität gibt“, sagt Dutzler. Auch aus Sicht von Fjällräven gilt eine klare Reihenfolge: „Ein guter Schnitt sorgt dafür, dass die Hose auch ohne stark elastisches Material natürlich sitzt und Bewegungen unterstützt“, erklärt Gruber.
Insgesamt wird die Wahl der Outdoorhose weniger zu einer Frage nach „der einen besten“, sondern der besten für den Einsatzzweck. Für gelegentliche Einsätze kann eine vielseitige Hose sinnvoll sein – „wer häufig und anspruchsvoll unterwegs ist, hat langfristig mehr Komfort und Freude mit einer spezialisierten Hose für den jeweiligen Einsatzbereich“, ist René Gruber überzeugt.















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