Vom kleinen Sportgeschäft in Kaprun zur Sporthandelsgruppe mit 34 Shops und rund 700 Beschäftigten: Bründl Sports feiert sein 70-jähriges Bestehen. Mit 106 Millionen Euro Nettoumsatz verzeichnete das Familienunternehmen zuletzt ein Rekordjahr und stellt mit einer geplanten Expansion sowie dem Generationswechsel die Weichen für die Zukunft.
Vom Sportgeschäft zur Handelsgruppe
Was Skibauer Hans Bründl 1956 mit einem kleinen Sportgeschäft in Kaprun begann, ist heute eine Sporthandelsgruppe mit zwölf Standorten in Westösterreich. Unter der Leitung von Christoph Bründl, der das Unternehmen 1989 übernahm, wuchs der Betrieb auf 34 Shops in Salzburg, Tirol und der Steiermark. Mit dem Sport- und Modehaus Strolz ist die Gruppe zudem in Vorarlberg vertreten.
„Vom kleinen Sportgeschäft meines Vaters sind wir auf heute 34 Shops gewachsen. Aber Wachstum muss uns vor allem stärker machen, nicht nur größer“, sagt Christoph Bründl. Im Mittelpunkt stehe dabei das besondere Einkaufserlebnis. Als „Magic Moments“-Manager möchte er Kundinnen und Kunden Momente bieten, „die im Bauch und im Herzen spürbar sind.“ Dafür brauche es auch Mut zum Experimentieren und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen.
Qualität und Beratung als Erfolgsfaktoren
Ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie ist die Qualität der angebotenen Produkte und Dienstleistungen. Bründl Sports gehört zu den wenigen Händlern mit Zugang zu Rennski- und Rennschuhmodellen. Das Material wird im eigenen Servicelabor auf Weltcup-Niveau präpariert. Auch im Verleih nimmt das Unternehmen eine führende Rolle ein: Mit 18.200 Paar Ski und insgesamt 220.000 Verleihkund*innen ist Bründl nach eigenen Angaben der größte Skiverleiher der Alpen.
Neben der fachlichen Beratung spielt das Einkaufserlebnis eine wichtige Rolle. Mit der Übernahme von vier Strolz-Standorten in Lech und Zürs sowie einem neuen Geschäft an der Talstation der Grafenbergbahn in Wagrain baut die Gruppe ihre Präsenz weiter aus. Der Standort in Wagrain soll am 5. Dezember eröffnen.
Mitarbeitende im Mittelpunkt
Rund 700 Beschäftigte, darunter 46 Lehrlinge, bilden die Grundlage des Unternehmenserfolgs. Mit der Bründl Akademie investiert das Familienunternehmen gezielt in Aus- und Weiterbildung sowie die persönliche Entwicklung seiner Mitarbeitenden. Das Angebot umfasst mehr als 44 Seminare in über zehn Themenfeldern und rund 1.925 Fortbildungstage pro Jahr. Neben Fachwissen stehen dabei auch Themen wie Achtsamkeit, tiefes Zuhören und Körpersprache auf dem Programm.
„Menschen stehen bei Bründl im Mittelpunkt, und der Arbeitsplatz ist Spiel- und Entwicklungsplatz zugleich“, erklärt Bernhard Bründl, Mit-Eigentümer und verantwortlich für die Bründl Akademie. Um dem Fachkräftemangel im Handel zu begegnen, setzt das Unternehmen auf langfristige Mitarbeiterbindung. „Wir haben Mitarbeitende mit bereits 42 Jahren Betriebszugehörigkeit“, so Bernhard Bründl.
Generationswechsel ist bereits geplant
Auch die Unternehmensführung soll langfristig aufgestellt sein: Maximilian Bründl, Sohn von Christoph Bründl, wird am 1. Jänner 2030 die Geschäftsführung in dritter Generation übernehmen. Christoph Bründl wechselt dann in den Aufsichtsrat. Die Übergabe ist als mehrjähriger Prozess geplant. Maximilian Bründl soll 2029 nach beruflichen Stationen bei Porsche und Biogena ins Unternehmen zurückkehren und die Übernahme gemeinsam mit seinem Vater vorbereiten.
An der grundlegenden Ausrichtung soll sich dadurch nichts ändern. „Der Differenzierungsfaktor wird auch in Zukunft der Mensch sein. Unsere Philosophie wird bleiben: Menschen machen Momente. Seit 1956.“
Digitalisierung als Ergänzung zum stationären Handel
Für die Zukunft setzt Bründl Sports neben persönlicher Beratung verstärkt auf Digitalisierung. Ziel sei es, Kundinnen und Kunden entlang der gesamten Customer Journey zu begleiten, ohne den stationären Handel zu ersetzen.
„Wir wollen entlang der gesamten Customer Journey vorne dabei sein, aber immer als Ergänzung zum stationären Handel, nicht als Ersatz. Digitalisierung schafft Raum für das, was uns ausmacht: persönliche Beratung“, sagt Maximilian Bründl. Bereits heute kommen KI-Projekte unter anderem beim Einkauf, in der Warensteuerung und auf der Rent-Plattform zum Einsatz.
106 Millionen Euro Nettoumsatz im Rekordjahr
Die wirtschaftliche Entwicklung unterstreicht den Wachstumskurs: Im Ende August abgeschlossenen Geschäftsjahr erzielte Bründl Sports einen Nettoumsatz von 106 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen aufgrund der Expansion nach Wagrain und an den Arlberg mit einem Umsatzplus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zusätzlich plant die Gruppe, in den kommenden drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei das eigenständige Service- und Logistikcenter in Kaprun, in dem jährlich rund 2,2 Millionen Produkte bewegt werden. Damit will Bründl Sports seine Marktposition weiter stärken und die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen.









