Rosa Donner nimmt Kurs auf die Olympischen Spiele 2028 – mit neuer Bootsklasse und neuer Partnerin. Im Sport Talk erzählt sie vom Schritt aus der Komfortzone.
Du hast einen kompletten Neuanfang hinter dir. Wie weit außerhalb deiner Komfortzone musstest du dich dabei bewegen?
Für mich war und ist es eine Herausforderung, an der ich zugleich unglaublich gewachsen bin. Gerade am Anfang war es ein Sprung ins kalte Wasser und definitiv ein Schritt raus aus meiner Komfortzone. Aber genau das hat mich weitergebracht. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe.
Es heißt, du hast deine Partnerin Marion LaFrance-Berger über Facebook gefunden. Wann hast du gewusst, dass die Chemie stimmt?
Noch bevor wir uns getroffen haben, nach nur ein paar Telefonaten, fanden wir uns direkt sympathisch. Als Marion dann zum Training nach Österreich gekommen ist, ging es quasi von einem Tag auf den anderen von 0 auf 100. Vom gemeinsamen Wohnen und Kochen über das Training und die Nachbesprechungen bis hin zur Bootsarbeit und der gesamten Organisation unserer Olympiakampagne. Spätestens da habe ich gemerkt, dass die Chemie stimmt.
Was gehört vor allem dazu, dass aus zwei Personen in einem Boot eine funktionierende Einheit entsteht?
Da spielen viele verschiedene Faktoren mit hinein. Für uns als Team steht aber ganz oben das Vertrauen. Man muss sich in jeder Situation aufeinander verlassen können und wissen, dass der andere immer sein Bestes gibt und wir beide am gleichen Strang ziehen. Genauso wichtig ist aber auch der Spaß an der Sache. Wir arbeiten täglich hart für unsere Olympiakampagne und investieren sehr viel Zeit und Energie, aber am Ende müssen beide Freude daran haben.
Von außen wirkt Segeln oft sehr kontrolliert. Wie körperlich und mental intensiv ist der Sport wirklich?
Beide Komponenten spielen eine große Rolle. Je nach Trainingsphase verbringen wir mehrere Stunden pro Woche in der Kraftkammer, dazu kommen Ausdauertraining und viele Stunden am Wasser. Je stärker der Wind, desto größer die körperliche Belastung. Mindestens genauso wichtig ist die mentale Seite. Da wir stark vom Wetter abhängig sind, warten wir oft mehrere Stunden, auch in der Hitze, am Wasser auf den Start, um danach drei Wettfahrten zu segeln. Da muss man fokussiert bleiben und trotz Müdigkeit oder Leistungsdruck die richtigen Entscheidungen treffen.
Hättest du einen Fitnesstipp, den unsere Leser umsetzen können?
Körperliche Aktivität ist enorm wichtig für uns – und fängt bei den kleinen Dingen an: etwa tägliche Strecken mit dem Rad zu absolvieren oder einfache Übungen zur Core-Stabilisation einzubauen. Es muss weder viel Zeit beanspruchen noch Geld kosten – jeder Schritt zählt! Und an heißen Sommertagen ist Schwimmen natürlich die perfekte, erfrischende Alternative.
Zur Person
Name: Rosa Donner
Geburtstag: 5. August 2003
Sportart: Segeln (49erFX mit Marion LaFrance-Berger)
Top-Erfolge: U21-Weltmeisterin und U24-WM-Bronze (2022), U21-Vize-Europameisterin (2022), U21-EM-Bronze (2021)


