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Mit Avinox-M2-Antrieb, 600-Wh-Akku und nahezu grenzenlosen Konfigurationsmöglichkeiten schickt Propain das neue Ekano ins Rennen. Wir haben getestet, wie sich das individuell aufgebaute E-Enduro bergauf und bergab schlägt.
Die Idee hinter Propain Bikes ist simpel wie genial: Bikes im Direktvertrieb zu vernünftigen Preisen können auch andere Hersteller anbieten. Was es anderswo aber nicht gibt, sind Individualisierungsmöglichkeiten, die fast das Niveau eines Selbstaufbaus erreichen – und darüber hinausgehen. Beinahe so, als würde man sein Auto online konfigurieren, lässt sich bei Propain im Konfigurator angefangen bei Rahmenfarbe, Logo und Schriftzug (hier sogar deren Größe) über Fahrwerk, Laufräder, Bremsen, Sattel und Reifen so gut wie alles an die eigenen Vorlieben – oder das Budget – anpassen. So wird jedes Bike zum Unikat.
Exakt solch ein Unikat, namentlich das Propain Ekano AL Enduro, durften wir ein paar Wochen über die Trails scheuchen. Unsere Konfiguration als E-Enduro kommt immer mit Alurahmen, MX-Laufrädern und 160/170 mm Federweg. Daneben gibt es die optionale Trail-Version mit wahlweise Full-29"- oder MX-Laufrädern sowie 150/160 mm Federweg. Dazu hat man als Käufer – neben dem oben Beschriebenen – auch bei der Elektronik die Qual der Wahl: Avinox M2 oder M2S, 600-Wh- oder 800-Wh-Akku – am Ekano ist alles nur eine Frage der persönlichen Präferenzen. Der Einstieg beim von uns getesteten Ekano AL Enduro gelingt ab 5.199 Euro.
Mit Avinox am Trail
Mit Avinox-M2-Motor und 600-Wh-Akku war unser mit Fox-38-Gabel, X2-Dämpfer, Shimano-XTR-Bremsen und SRAM-X0-AXS-Schaltung aufgebautes Testbike in Sachen „E“ mit dem Basispaket ausgestattet. Bloß: Die Basis ist eigentlich mehr als genug. Mehr als die 125 Nm Drehmoment des M2 hätte ich in keiner Fahrsituation benötigt. Gut dosierbar lassen sich damit auch die steilsten Trail-Passagen überwinden. Via App lassen sich die einzelnen Unterstützungsstufen zudem fein anpassen – Leistungsabgabe, Unterstützung und das „Nachschieben“, wenn man aufhört zu treten.
Im Automatikmodus reichen die 600 Wh bei 90 kg Fahrergewicht für rund 1.000 Höhenmeter. Ruft man das volle Drehmoment regelmäßig ab, schmilzt die Reichweite natürlich drastisch. Persönlich habe ich den Trail-Modus via App für technische Uphills und Eco als Minimal-Assist abgestimmt. Zwei Herzen in einem Bike, wenn man so möchte. Wobei das Gewicht unseres Testbikes in Größe M mit 24,75 kg (fahrfertig inklusive Pedale, Flaschenhalter und Mini-Pumpe 25,6 kg) klar in Richtung Full Power tendiert.
Rauf und runter
Mit 180 cm Körpergröße und 86 cm Schrittlänge liege ich zwischen M und L – finde aber tatsächlich am Medium-Rahmen meinen Sweetspot aus komfortabler, auch langstreckentauglicher Sitzposition und, gepaart mit der MX-Laufrad-Konfiguration, agilem, aber dennoch sicherem Fahrgefühl am Trail. Bergauf ist der Hinterbau des Ekano effizient genug, um mit aktivierter Plattform am Dämpfer auch einmal 1.000 Höhenmeter und mehr ganz ohne Motorunterstützung zurücklegen zu können – muss man nicht, aber man könnte. Hier tragen sicherlich auch der steile Sitzwinkel und die insgesamt sehr effiziente Position am Rad ihren Teil dazu bei.
Bergab überzeugt das Propain nach minimaler Eingewöhnungszeit mit einem sehr intuitiven Fahrverhalten: agil und ohne übertrieben viel Körpereinsatz ums Eck, mit ausreichend Reserven und viel Sicherheit über steile Stufen und auf technischen Trails. Der Hinterbau liefert viel Traktion und beginnt auch unter Bremseinfluss kaum zu stempeln. Einziger Kritikpunkt – allerdings nur für Fahrer, die ein ausgesprochen verspieltes Bike suchen: Trotz kleinem Hinterrad und kurzen Kettenstreben ist das Ekano kein „Hase“. Bunnyhops und kleine Sprünge am Trail verlangen nach ordentlich Körpereinsatz. Werden die Sprünge wie im Bikepark größer, fühlt sich das Ekano deutlich wohler. Fein: Das Ekano kann ballern, zwingt seinen Fahrer aber nie dazu und macht auch bei moderatem Tempo mächtig Freude.
Unterm Strich ein gelungenes E-Enduro-Paket, das im Bikepark funktioniert, aber auch auf Hometrails und Wanderwegen Freude bereitet und obendrein dank seiner Fahreigenschaften längst nicht nur für Profis, sondern auch für Ein- und Aufsteiger geeignet ist.
Alle Informationen zum Bike gibt es HIER.
















