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Unsere SPORTaktiv Ambassadors Birgit und Stefan haben das Raurisertal im Nationalpark Hohe Tauern erkundet – und dabei weit mehr entdeckt als beeindruckende Bergtouren. Von der Kitzlochklamm über Goldwaschen und aussichtsreiche Wanderungen bis hin zu Nächten unter dem Sternenhimmel: Sie verraten ihre persönlichen Highlights und ihr Fazit zum Regionstest.


„Möchtet ihr für uns das Raurisertal erkunden und zeigen, was man hier alles unternehmen kann?“ – Aber natürlich! Ohne zu zögern haben wir zugesagt.

Der Nationalpark Hohe Tauern ist sicher jedem im deutschen Sprachraum ein Begriff. Doch was bietet das Raurisertal? Man kann hier noch viel mehr unternehmen als Bergtouren – und das erzählen/zeigen wir euch gerne.

Kitzlochklamm: Erfrischendes Abenteuer in der Felsenschlucht
Unsere erste Station war die Kitzlochklamm in Taxenbach. Tief im Fels eingeschnitten rauscht die Rauriser Ache tosend durch die Klamm. Das war bei rund 35 Grad richtig angenehm, denn der feine Sprühnebel kühlt beim Vorbeiwandern wunderbar. Der Weg in der Klamm ist gut ausgebaut und für jeden machbar. Mal blickt man in die Schlucht, mal steht man vor einem Wasserfall, dann geht’s wieder durch einen kleinen, mehrere Jahrhunderte alten Tunnel im Fels. Insgesamt sind es über 500 Stufen, die man bis zum Ende der Klamm zurücklegt, doch das lohnt sich allemal. Wer es noch aufregender mag, kann einen der drei Klettersteige (Grad B/C bis E/F) absolvieren. Die schwierigste Route führt auch einmal in schwindelerregender Höhe über die Klamm.

Museum „Im Facettenreich“: Natur und Tierwelt spielerisch entdecken
Nach so viel Bewegung gings weiter ins Museum „Im Facettenreich“ in Wörth. Es handelt sich um eine kleine, aber detailreiche Ausstellung, welche die Natur und das Tierreich im Rauriser Tal zeigt. Es gibt hier Exponate hinter Glas und viele Fotografien. An einigen Stationen kann man aber auch selbst aktiv werden und so spielerisch sein Wissen vertiefen. Dieses kann man dann gleich bei einem interaktiven Quiz unter Beweis stellen. Unser Wettbewerbsgen war jedenfalls sofort geweckt, wir fanden es sehr lustig.

Goldwaschplatz Bodenhaus: Auf der Suche nach dem Rauriser Gold
Die Sonne strahlte auch noch am Nachmittag vom Himmel und für uns ging es immer weiter hinein ins Raurisertal. Beim Goldwaschplatz Bodenhaus wartete ein ganz besonderes Erlebnis auf uns. Theo hat uns mit Gummistiefeln, einer Goldwaschschale und einer Phiole ausgestattet – und schon ging es direkt in den Bach. Gespannt haben wir ihm zugesehen, wie man richtig Gold wäscht und dachten uns, das wäre ganz einfach. Doch weit gefehlt. Kaum versuchten wir alleine und ohne Hilfe unser Glück, schon wussten wir nicht mehr, welche Schritte wir in welcher Reihenfolge erledigen sollten, damit schlussendlich wirklich die ein oder andere Goldflocke in der Schale übrigbleibt.

Zum Glück war Theo sehr geduldig und hatte seinen Spaß, weil wir uns so ungeschickt angestellt hatten. Wir müssen ehrlich zugeben, dass wir uns sehr gefreut haben, als wir die erste Goldflocke aus all dem Sand und Schlamm herausgewaschen hatten. Zu euphorisch darf man dann auch nicht sein, denn man muss diese Flocke dann ganz vorsichtig mit einem Finger antippen und in die mit Wasser gefüllte Phiole streifen. Zwei Stunden später waren wir aufgrund des kalten Wassers gut abgekühlt und sehr entspannt. Denn das Goldwaschen ist wie eine Meditation. Man führt ganz in Ruhe immer und immer wieder dieselbe Abfolge an Arbeitsschritten durch. Goldnuggets sind hier nicht zu finden, reich sind wir auch nicht geworden – aber es war ein Erlebnis, von dem wir sicherlich noch häufig erzählen werden.

Ammererhof: Schlafen unter dem Sternenhimmel
Die Mautstraße weiter taleinwärts fuhren wir zu unserer Unterkunft, dem Ammererhof. Wir wurden sehr herzlich von Miriam und ihrem Team empfangen. Bei unserem Sternenzimmer war der Name Programm. Über dem Bett befanden sich große Dachfenster, sodass man direkt in die Sterne schauen konnte. Es gibt hier, soweit hinten im Tal, keine Lichtverschmutzung. Der Blick in den Nachthimmel ist wirklich beeindruckend.

Erwähnen müssen wir, dass es hier auch keinen Mobilfunkempfang gibt. Dies trägt zur Entspannung bei. Statt online nachzusehen, welche Route man am nächsten Tag auf den Berg wählen soll, fragt man einfach die Wirtsleute und bekommt alles persönlich erklärt. Nach einem ausgezeichneten Abendessen und vielen Tipps für den nächsten Tag waren wir bereit, die Aussicht in den Sternenhimmel zu genießen.

Bergtour am Samstag: Auf den Spuren von Gold, Gletschern und Urwald
Auch am nächsten Tag war der Himmel wieder strahlend blau. Direkt vom Frühstückstisch aus konnten wir schon unser erstes Ziel für heute sehen. Vorbei am Naturfreundehaus gings für uns direkt einen Steig bergauf bis zum Barbara-Wasserfall, der idyllisch mitten im Wald liegt. Der Weg wurde steiler, die Bergblumen leuchteten in vielen Farben. Wir sind oft stehen geblieben und haben einfach die Aussicht genossen.

Nach ca. 600 hm kommt man am Neubau Schutzhaus vorbei. Hier könnte man eine kurze Pause einlegen und sich verköstigen. Doch wir sind direkt weiter zum Gletscherlehrpfad. Anfangs folgt man den Spuren des früheren Goldbergbaus. Im Raurisertal fanden im Mittelalter rund 10% der weltweiten Goldproduktion statt. Man sieht noch Stolleneingänge und die Trassen der Transportbahnen. Ein Stück weiter steht noch eine Ruine der Unterkunft der Knappen, die im Bergbau tätig waren.

Es wird immer steiniger und karger. Wir überquerten mehrere Bachläufe und gingen noch ein Stück weiter bergauf. Am Talende lag noch etwas mehr Schnee als erwartet. Immer wieder mussten wir kleine Schneefelder queren. Die Mühe hat sich gelohnt, plötzlich weitet sich das Tal wieder und man steht vor einem hellblau strahlenden Gletschersee. So ursprünglich, so beeindruckend, so wunderschön.

Entlang des Weges, der sehr gut markiert ist, findet man immer wieder Informationstafeln und auch Hinweise, in welchem Jahr der Gletscher wie weit ins Tal reichte. Der rasche Rückzug des Gletschers erschreckt natürlich. Umso dankbarer sind wir, dass wir nun hier waren und die Aussicht auf den Gletschersee und die Gletscherzunge noch genießen konnten.

Am Rückweg kehrten wir im Neubau Schutzhaus ein. Die neuen Pächter sind sehr freundlich und bemühten sich, die Wünsche der Gäste bestmöglich zu erfüllen. Wir haben uns einen Kaiserschmarrn geteilt, welchen man wirklich empfehlen kann. Am Tisch nebenan wurde eine Knödelsuppe serviert, die auch wirklich gut aussah.

Der Steig führte dann weiter durch Almrosen, welche pink aus dem Grün hervorleuchteten. Leicht bergauf und wieder bergab querten wir den Bergrücken und kamen dann auf ein idyllisches Almenplateau. Hier laden mehrere Almen zu einer kurzen Pause ein. Auf Wegweisern wurden wir auf den Hohe Tauern Panorama Trail aufmerksam, welcher auch hier vorbeiführt. Neugierig haben wir uns über diesen Trail erkundigt. Es handelt sich um einen Weitwanderweg, welcher insgesamt 17 Etappen umfasst und von den Krimmler Wasserfällen nach Hüttschlag führt (270 km und ca. 14.000 Höhenmeter). Zwei dieser Etappen führen durch das Raurisertal.

Wir gingen noch ein Stück weiter und an weidenden Kühen vorbei, bis wir die Hinweistafel „Rauriser Urwald“ entdeckten. Darunter konnten wir uns wirklich nicht viel vorstellen, somit folgten wir dem Weg, welcher immer tiefer in den Wald hineinführte. Der gesamte Pfad ist rund 3 km lang – es gibt mehrere Möglichkeiten, einzelne Runden zu wählen. Man sieht hier uralte Baumriesen, immer wieder Tümpel und bekommt Informationen, warum dieser Waldabschnitt so besonders ist. Wenn es sehr sumpfig wird, spaziert man bequem über kleine Holzbrückchen. Es ist wirklich außergewöhnlich, wenn ein Wald in seiner ursprünglichen Art belassen wird, Totholz vor Ort verbleibt und einen Nährboden für die Tier- und Pflanzenwelt bietet.

Nach rund 20 km Weg und 1.100 hm sind wir wieder im Ammererhof angekommen. Wir haben uns direkt auf der Terrasse vor dem Haus einen feinen Platz gesucht und wurden mit einem perfekten Apfelstrudel verwöhnt. Nicht nur Hausgäste, sondern auch viele Wanderer und Mountainbiker haben sich es sich hier gutgehen lassen.

Zurück im Ammererhof: Entschleunigen und genießen
Die viele Bewegung an der frischen Luft macht müde. Manche machten ein kleines Nickerchen am Nachmittag, andere schnappten sich einen Liegestuhl und lasen ein Buch oder spazierten noch eine Runde zu den zahlreichen Wasserfällen in der Umgebung.  Es ist perfekt, wenn man mal ein handyfreies Wochenende genießen kann.

Auch die zweite Nacht im Ammererhof war wunderbar. Wir fühlten uns so wohl hier, dass der Abschied nach dem Frühstück schwerfiel. Wir duften die ganze Familie kennenlernen und das Team, welches den ganzen Tag dafür sorgt, dass es den Gästen an nichts fehlt. Uns hat das Sternenzimmer sehr gut gefallen. Hier hat man einen kleinen Wohnbereich mit einer Eckbank, ein Schlafzimmer, ein Bad/WC und dann in der Mansarde das traumhafte Bett mit dem Blick in die Sterne. Sehr romantisch.

Das Frühstück wurde liebevoll hergerichtet. Wir fanden es gut, dass die Auswahl reduziert war: Semmel, Schwarzbrot, Butter, hausgemachte Marmelade, eine Sorte Käse, eine Sorte Wurst, frische Eier, etwas Gemüse, selbstgemachtes Granola, Orangensaft, Tee und Kaffee. Manchen mag dies zu wenig erscheinen, für uns war es perfekt.

Abends durften wir unser Essen aus einer überraschend umfangreichen Karte wählen. Wir haben uns an den beiden Tagen im Ammererhof wirklich durchgekostet: Nepalesische Linsensuppe, Kasnocken, Gröstel mit Spiegelei, Ingwer-Karottensuppe, Salat mit Putenstreifen, Fleischleiberln mit Kartoffelpüree. Für eine Nachspeise war leider an beiden Abenden kein Platz mehr im Bauch.

Nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter bietet der Ammererhof einen perfekten Ausgangspunkt für allerlei Aktivitäten in den umliegenden Bergen. Wir können uns gut vorstellen, im Winter zum Skitourgehen hierher zurückzukehren.

Bergtour am Sonntag: Greifvögel, Gipfel und Panoramaausblicke
Nun ging es wieder talauswärts bis Rauris und mit der Hochalmbahn ganz bequem in der Gondel hinauf zur Bergstation. Dort besuchten wir die Greifvogelwarte. In mehreren Volieren kann man die Greifvögel bereits vor der Vorführung bewundern und allerhand Wissenswertes über sie lesen. Auf der Terrasse versammelten sich immer mehr Leute und der Falkner erzählte uns zu jedem Vogel einige interessante Fakten. Es ist wirklich beeindruckend, wenn ein Falke, ein Bussard, ein Uhu oder ein Adler ihre Flugkünste zeigt. Mit einer kleinen Beute wurden dies Greifvögel vom Falkner wieder zurückgelockt. Nur der Königsadler hatte wohl andere Pläne und nutzte den Aufwind an diesem Tag, um seine Kreise rund um die Berggipfel zu ziehen. Doch auch er konnte irgendwann wieder heruntergelockt werden. Der Uhu flog ganz knapp über unsere Köpfe hinweg, dies völlig lautlos. Das ist wirklich spektakulär. Pedro, ein Wüstenbussard, war wohl der zahmste der trainierten Greifvögel. Er konnte es kaum erwarten, vom Falkner aus der Voliere herausgelassen zu werden und folgte ihm dann aufs Wort. Wir wussten nicht, dass man Greifvögel derart abrichten kann. Man ist so in den Bann der Vögel, der Erklärungen, der Flugkünste vertieft, dass man alles um sich herum ausblendet. Die dreiviertel Stunde der Flugshow ging viel zu schnell vorüber.

Direkt vor dem Eingang zu den Volieren beginnt der Wanderweg zur Schwarzwand. Der Schotterweg ist gut präpariert, teilweise aber wirklich steil. Hier können Wanderstöcke helfen. Vor dem Gipfelanstieg zweigt man nochmal kurz zum Seekarsee ab. Dieser kleine See eignet sich perfekt für eine kurze Rast. Dann sieht man schon das Gipfelkreuz der Schwarzwand. Der Ausblick von dort oben ins Raurisertal und das Seidlwinkltal sind wunderschön. Den Grat entlang folgend geht es immer leicht wellig dahin, bis der Reißrachkopf erreicht ist. Der Pfad ist gut markiert. Man sollte trittsicher und schwindelfrei sein, da es häufiger links und rechts steil ins Tal hinuntergeht. Wir folgten dem Weg weiter in Richtung Hirschkopf, zweigten dann aber nach rund der Hälfte in Richtung Tal ab. Man könnte, wenn man Zeit und Energie hat, noch drei weitere Gipfel (Hirschkopf, Baukogel und Roßkopf) in die Runde einbauen und hat so die 5-Gipfel-Tour absolviert.

Unser Weg führte durch unzählige Almrosen, welche den ganzen Berghang rosarot/pink leuchten ließen. Ein Stück weiter unten geht man dann durch Almwiesen weiter und kommt wieder retour zur Hochalm-Bergstation. Hier entschieden wir uns, nicht mit der Gondel ins Tal zu fahren, sondern Tilly’s Waldpfad zu wählen. Dieser beginnt direkt am Speichersee, welcher allemal ein schönes Erinnerungsfoto Wert ist. Hier gibt es auch zahlreiche Sitzmöglichkeiten und einen Barfußpfad.

Der Waldpfad schlängelt sich in Serpentinen bergab, alle paar Minuten kommt man an Stationen vorbei, an welchem etwas erklärt wird (Baum- und Pilzkunde), man eine Aufgabe erledigen muss (Weitsprung, Holzxylophon) oder einfach die Aussicht genießen kann. Nicht nur für Kinder ist diese Wegwahl sicherlich weitaus schöner als der Forstweg. Etwa in der Mitte der Strecke gibt es eine Aussichtsplattform, von welcher man nochmal das ganze Raurisertal überblicken kann. An der Mittelstation sind wir dann in die Gondel eingestiegen und ins Tal zurückgekehrt.

Fazit: Das Raurisertal überrascht mit Vielfalt
Damit endete auch unser Wochenende im Raurisertal und wir fuhren nach Hause. Die ganze Fahrt über haben wir noch von den schönen Momenten und Möglichkeiten, die dieser Ausflug geboten hat, geschwärmt. Im Raurisertal kann man so viel erleben, so viele unterschiedliche Aktivitäten unternehmen. Egal, ob mehr oder weniger sportlich, jung oder alt, Entspannung pur oder actiongeladen – hier kann jeder einen tollen Urlaub erleben. Besonders die Freundlichkeit unserer Gastgeber und die wunderschöne Natur haben uns beeindruckt. Es tat wirklich gut, keinen Handyempfang zu haben. So kann man die Zeit noch mehr nutzen, genießen und sich erholen.

Das Raurisertal aus der Vogelperspektive