Magdalena und Katharina Lobnig haben im Coastal Rowing eine neue Herausforderung gefunden – im Gespräch über die junge Sportart, die 2028 olympisch wird.
Coastal Rowing ist eine noch junge Sportart – was ist der Reiz daran?
Magdalena Lobnig: Es ist das Actionformat des Rudersports – abenteuerlich, kurzweilig und durch das K.o.-Format sehr spannend. Dazu kommt der Kampf gegen die Kräfte der Natur. Man muss schon etwas furchtlos sein, um sich in Ruderbooten auf das Meer zu trauen.
Katharina Lobnig: Wir lieben auch den Teamgedanken der Sportart. Ohne das perfekte Mitwirken deiner Boathandler bist du in dieser Sportart aufgeschmissen. Es ermöglicht uns Schwestern, auch weiterhin ein Team zu bilden.
Wie würdet ihr die Sportart jemandem beschreiben, der sie noch nie gesehen hat?
ML: Coastal Rowing ist wie Rodeoreiten, nur mit Ruderbooten über Meereswellen.
Beschreibt bitte mal die Hauptunterschiede zum klassischen Rudern.
KL: Beach Sprint ist ein Sprintformat über 500 Meter Rudern plus 30 bis 50 Meter Laufstrecke. Die Belastungsdauer geht über rund drei Minuten. Das Beach-Sprint-Rennen wird – abgesehen von den Zeitläufen – im K.O.-Modus gefahren. Die Zuseher können hautnah dabei sein.
ML: Coastal-Rowing-Boote sind viel breiter, schwerer und kürzer gebaut als Flachwasser-Ruderboote. Sie müssen robuster sein, um dem Wellengang und Anlanden am Strand standhalten zu können. Dennoch kommt es immer wieder zu Schäden an den Booten. Verletzungen kommen bei den Beach Sprints leider häufiger vor – etwa durch das Laufen im Sand oder wenn man durch eine Welle abgeworfen wird.
Wo wird ein Beach-Sprint-Rennen erfahrungsgemäß entschieden?
KL: Jedes Rennen ist individuell und nicht selten entscheiden die letzten Zentimeter – es gibt tatsächlich viele Fotofinishes.
Wie hat sich euer Training für Coastal Rowing verändert?
ML: Es ist definitiv abwechslungsreicher geworden. Laufsprints mussten wir völlig neu erlernen. Lässig sind die Meeresaufenthalte, um die Abläufe – Entry, Exit, Brandungswelle – trainieren zu können.
Mit Blick auf Olympia 2028: Was bedeutet diese neue Disziplin für euch?
ML: Diese neue Disziplin hat neues Feuer in mir entfacht. Ich konnte meine Komfortzone ein weiteres Mal verlassen. Ich liebe es, neue Projekte anzugehen und mich persönlich wie physiologisch weiterzuentwickeln. Wenn mein Körper und Geist es zulassen, werde ich in LA mit dabei sein – fingers crossed!
Zu den Personen
Magdalena Lobnig
Geburtstag: 19. Juli 1990
Sportart: Coastal Rowing Beach Sprint (seit 2024)
Top-Erfolge: Siegerin Beach Sprint Finals 2024 (Einzel), Weltmeisterin 2024 (Coastal Women’s Double Sculls, mit K. Lobnig), EM-Gold 2025 & WM-Silber 2025 (Beach Sprint Einzel); Flachwasser-Rudern: Olympia-Bronze 2021 (Einer), 2 x Gesamtweltcupsiegerin, 2 x WM-Bronze, Europameisterin.
Katharina Lobnig
Geburtstag: 28. August 1988
Sportart: Coastal Rowing (seit 2021)
Top-Erfolge: Weltmeisterin 2024 (Coastal Women’s Double Sculls, mit M. Lobnig), EM-Gold 2024 (Mixed-Doppelzweier); Rudern: 4. Platz WM Doppelzweier (mit M. Lobnig) 2022












