Olympische Spiele prägen schon als Kind. Bei mir waren es die Spiele von Lillehammer 1994, die sich mir als Jugendlicher stark eingeprägt haben: Eine unglaubliche Stimmung – bestätigen auch alle, die dort waren. Die besten Olympischen Winterspiele aller Zeiten. So habe ich Olympia für mich abgespeichert. So hatte ich es im Kopf und mir für später gewünscht.
1998 hätte ich schon dabei sein können, aber Toni Innauer, damals Sportlicher Leiter, hat gemeint: „Sumi, weißt’ was, diesmal nehm ich dich noch nicht mit, du bist eh noch jung.“ Das hat mich schon gestirlt, auch weil ich dann super in Form war, als ich vorm Fernseher zugeschaut habe. Vier Jahre darauf in Salt Lake City war ich – in einer anderen Sportart – dabei. Die Erinnerung? Zwei vergessene Strafrunden, wenig Atmosphäre, die Sportstätte von Soldier Hollow und unsere Quartiere im Nirgendwo.
Vor Ort lebst du bei Olympischen Spielen in einer Bubble, einer eigenen Welt, abgeschottet von außen.
Vom Feeling her war Vancouver 2010 das Beste. Erstmals im großen olympischen Dorf gewohnt, das war schon herausragend. Natürlich waren die gewonnenen Medaillen in Vancouver und Sotchi Highlights meiner Karriere, und die Zeremonie gibt es nur bei Großereignissen und ist bei Olympischen Spielen noch einmal anders als bei Weltmeisterschaften. Aber auch da muss ich sagen: Der größte Moment war für mich nicht die Medaillenübergabe, sondern stets das Überfahren der Ziellinie, das Gefühl: Jetzt hast du es geschafft.
Vor Ort lebst du bei Olympischen Spielen in einer Bubble, einer eigenen Welt, abgeschottet von außen. Alles ist organisiert, reglementiert, limitiert. Erst im Nachhinein wirst du dir oft bewusst, wie groß das eigentlich ist. Rein sportlich betrachtet ist kein Rennen der Saison leichter, weil nur vier Starter pro Nation erlaubt sind. Mental ist es aber deutlich schwerer, durch die Erwartungshaltung und den Druck, den man sich auch selber macht: Vier Jahre Vorbereitung, Qualifikationsdruck – und dann bist du dabei und sollst auf Punkt abliefern.
Heuer? Antholz ist im Biathlon der Lieblingsort vieler – auch meiner. Die Stimmung ist sicher top und die Location die beste, die es gibt. Ich wünsch meinen Frauen und Männern natürlich den großen Wurf. Ob’s insgesamt größer wird als Lillehammer? Mal schauen. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der Perspektive: Mit Lillehammer und den Bildern, die dadurch in meinem Kopf entstanden sind, haben meine Erfahrungen vor Ort später selten Schritt halten können.












