Für den Fahrradhersteller Ghost Bikes gibt es keine Zukunftslösung: Nach dem Scheitern des Investorenprozesses wird der Geschäftsbetrieb der Ghost-Bikes GmbH im bayerischen Waldsassen geordnet eingestellt. Die vorhandenen Fahrradbestände sollen zuvor gesammelt an einen Händler verkauft werden.
Keine Fortführungslösung gefunden
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über das Vermögen der Ghost-Bikes GmbH wurde am 1. November 2026 eröffnet. Zuvor hatte das Unternehmen gemeinsam mit seiner Muttergesellschaft Accell Germany GmbH sowie den Schwestergesellschaften Winora Staiger GmbH und Engelbert Wiener Bike Parts GmbH am 5. August 2026 einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Schweinfurt gestellt.
Im Zuge eines internationalen Investorenprozesses wurden zahlreiche Interessenten angesprochen und verschiedene Möglichkeiten zur Fortführung geprüft. Für Ghost Bikes konnte jedoch keine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden werden. Daher soll der Geschäftsbetrieb in Abstimmung mit den gesicherten Gläubigern geordnet eingestellt werden.
Restbestände werden an Händler verkauft
Bei Insolvenzeröffnung beschäftigt Ghost Bikes noch 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Seit Anfang September 2026 wurden Fahrräder aus den vorhandenen Beständen weiterhin an den Fachhandel verkauft. Die verbleibenden Bestände sollen nun en bloc an einen Händler gehen. Einzelbestellungen bei Ghost Bikes sind ab der Insolvenzeröffnung daher nicht mehr möglich.
„Ich bedauere es sehr, dass sich trotz intensiver Bemühungen keine Fortführungslösung für die Ghost-Bikes GmbH ergeben hat. Uns bleibt nur, den Betrieb geordnet herunterzufahren. Ich hoffe, dass alle Mitarbeitenden des Unternehmens schnell eine neue Anstellung finden können“, erklärt Sanierungsexperte Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger.
Auch Geschäftsführer Joost van Schaik bedauert das Ergebnis: „Ghost Bikes ist eine Traditionsmarke mit treuen Kundinnen und Kunden. Es schmerzt mich, dass wir für das Unternehmen keine Zukunftslösung finden konnten. Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen in Waldsassen für ihren Einsatz“.
Teil einer größeren Accell-Insolvenz
Ghost Bikes gehört über die Accell Germany GmbH zur internationalen Accell Group. Der Fahrradkonzern geriet nach dem Abflauen des pandemiebedingten Fahrradbooms in eine anhaltende Absatz- und Preiskrise. Auch umfangreiche finanzielle Restrukturierungsmaßnahmen in den Jahren 2024 und 2025 konnten die wirtschaftliche Lage nicht nachhaltig verbessern.
Nachdem auch der Verkaufsprozess für die gesamte Accell Group scheiterte, wurden in zahlreichen Ländern Insolvenzverfahren eingeleitet. Neben Ghost Bikes sind in Deutschland auch die Unternehmen Winora Staiger und Engelbert Wiener Bike Parts von den Verfahren betroffen.












