Was die eigenen Geburtstage angeht, war ich nie der große Feierer. Den 40er im kleinen Kreis begangen, beim 30er hat mich meine Frau mit der Party überrascht – aber beim 50er jetzt im Jänner werde ich sicher nicht auskommen. Wenn gefeiert wird, dann sportlich.
Die Murauer Hütte auf der Frauenalpe ist vorsorglich reserviert und zur Skitour wird jeder verpflichtet. Also: Es wird eh nur eine kleine Tour. Auf den Hausgipfel aufsteigen, kleiner Umtrunk, abfahren zur Hütte.
Der 50er jetzt im Jänner ist schon ein bisschen - unwirklich. Weil ich mich überhaupt nicht so fühle. Vom Kopf her. Körperlich? Da merke ich die Jahre im Leistungssport. Die Knie, das Kreuz, die Bandscheiben, die Schultern – in der Früh fühle ich mich oft sogar älter. Dabei wüsste ich genau, was zu tun wäre. Krafttraining vor allem, aber auch Dehnen, um den brutalen Verkürzungen zu Leibe zu rücken. So ein Indoorprogramm freut mich halt nicht. Aber vielleicht nehme ich den 50er zum Anlass und fange wirklich damit an.
Interessant – in meiner aktiven Zeit war ich nie wirklich verletzt. Und wenn doch, ist es bei einem Sideevent passiert. Bei einem Fußball-Gaudimatch bin ich einmal auf den Hinterkopf gestürzt. Ich war ein bisschen benommen, habe aber noch drei Tore geschossen – hat man mir berichtet. Erinnerung habe ich keine daran. Nach dem Spiel bin ich bewusstlos geworden und knapp vorm Spital im Rettungswagen wieder aufgewacht. Gehirnerschütterung und meine Zähne hat es auch erwischt. Aber das war eine absolute Ausnahme.
Dass es mit meinem anvisierten 50er-Geschenk, dem Wasalauf, jetzt mitten in der Saison nichts werden wird, war mir natürlich schon klar, als ich den Job als Sportlicher Leiter Biathlon beim ÖSV angenommen habe. Auf den Wasa hätte ich mich aber ohnehin schon ab Sommer penibel mit dem Skiroller vorbereiten müssen. Im Sommer sitze ich aber mittlerweile viel lieber auf dem Radl – und irgendetwas mit dem Bike wird auch mein Ersatzgeschenk zum „Runden“ werden.
Auf den Wasalauf hätte ich mich schon ab Sommer mit dem Skiroller vorbereiten müssen.
Und damit keiner ein falsches Bild bekommt: Asket war ich auch als Leistungssportler keiner – ich feiere halt lieber, wenn jemand anderer den Anlass liefert. Dass viele Spitzensportler neben aller Disziplin auch gern feiern, ist übrigens völlig in Ordnung – die Mischung macht’s. Wobei das für die heutige Generation ohnehin echt schwer geworden ist: Mit Social Media stehst du ja dauernd unter Beobachtung. Da bin ich schon wieder froh, dass ich keine 25 mehr bin.











