Dieses Rennen hatte es in sich, das rund 1.000 Kilometer lange Unknown Race in Katalonien. Wie in den vergangenen Jahren spielte das Wetter verrückt. Der Steirer Christoph Strasser schaffte in Spanien einen Start-Ziel-Sieg und freute sich noch mehr über eine sehr starke Zeit von 1 Tag, 18 Stunden, 55 Minuten.

"Mein Ziel war eine Zeit von unter 48 Stunden, jetzt lag ich deutlich drunter", freute sich der Kraubather, der beim Unknown Race im Vorjahr Zweiter wurde und heuer souverän den Sieg schaffte. Spannend an dem Rennformat ist, dass es Jahr für Jahr den Austragungsort wechselt, heuer war erstmals Spanien an der Reihe. Start und Ziel befanden sich in der katalonischen Stadt Reus, südlich von Barcelona.

"Alle Fahrer:innen können im Unsupported-Modus ihre Strecke selbst wählen, aber die vorgegebenen Checkpoints müssen von allen passiert werden. Und die Koordinaten der Checkpoints gibt es erst kurz vor dem Start beziehungsweise während dem Rennen", so Strasser. Somit hat kein Starter einen Vorteil, was die Routenplanung betrifft. Alle haben die gleichen Voraussetzungen und können erst kurz vor dem Start die Strecke planen.

Christoph Strasser strotzte schon vor dem Rennen vor Selbstvertrauen: "Meine Leistungsdaten sind heuer richtig gut, das habe ich jetzt auch umsetzen können." Die Konkurrenz war heuer sehr stark: Mit am Start war auch Christophs langjähriger Konkurrent Robert Müller aus Deutschland, mit dem er sich schon viele Duelle lieferte. Auch der Deutsche Stefan Fettes, Ultra-Cycling-Europameister, war dabei.

Schrecksekunde in den Bergen
Am vergangenen Dienstag fiel um 9 Uhr in Reus der Startschuss zum Unknown Race. Heute gegen halb fünf Uhr früh erreichte der Steirer das Ziel:

"Das Unknown Race ist für sein schlechtes Wetter bekannt. Vor zwei Jahren gab es Schnee, im Vorjahr Regen und Hagel – heuer war starker Wind der ständige Begleiter. Es herrschten fast durchwegs Sturmböen. Ich lag von Beginn an immer in Führung. Vor dem Checkpoint 4, einem Bergmassiv, lag ich vorne, als plötzlich von der Rennleitung wegen eines Schneesturms die Nachricht kam, alle sollten umdrehen. In beiden Nächten schlief ich je zwei Mal zehn Minuten – es waren eigentlich keine Schlafpausen, ich habe mich nur etwas hingelegt. Das mit der Versorgung, die Energie-Bereitstellung, hat heuer auch super geklappt, auch wenn es nicht so viele Einkaufsmöglichkeiten gab. Aber das Wichtigste: Meine Beine fühlten sich super an, ich bekam richtig viel Druck aufs Pedal. Der Formaufbau Richtung Transcontinental Race (TCR) läuft! Jetzt gehe ich essen und freue mich auf richtig salzige Oliven", schmunzelt Strasser.

Tortur durch Katalonien
Christophs Stimme litt hörbar unter den Strapazen: "Wir bewegten uns fast immer auf einem Hochplateau von über 1.000 Metern Seehöhe bei maximal fünf Grad Celsius. Eine kuriose Situation gab es noch im Finale, als ich als Erster den Mont Caro mit 14 Kilometern Länge und 1.200 Höhenmetern bestritt. Eine Windböe blies mich regelrecht vom Rad, woraufhin ich der Rennleitung ein Video schickte. Sie sperrten den Pass mit einem Checkpoint für alle anderen Teilnehmer:innen, dadurch hatte ich noch mehr Kilometer in den Beinen."

Das Rennen war für den Steirer ein erster Formtest für das Transcontinental Race am 19. Juli. Die 12. Auflage des Unsupported-Rennens startet in Trondheim und führt über rund 4.500 Kilometer bis nach Kalamata.

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Mitentwickelt und empfohlen von Christoph Strasser, dem erfolgreichsten Ultra-Radsportler der Welt, wurde das System speziell für lange und intensive Belastungen entwickelt.

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