Mit dem neuen Predict Bike zeigt Canyon auf der Eurobike ein Konzept, das moderne Sensorik, künstliche Intelligenz und einen Smart-Helm kombiniert. Ziel ist es, Gefahren frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit im Straßenradsport auf ein neues Niveau zu heben.
Rennrad mit KI, Radar und Smart-Helm
Auf der Eurobike (24. bis 27. Juni in Frankfurt) stellt Canyon erstmals den Prototyp des Canyon Predict Bikes vor. Das Konzept soll die Sicherheit im Straßenradsport grundlegend verbessern und setzt dabei auf eine intelligente Systemarchitektur mit 360°-Sensorik, Kameras, Radar und einer lokalen Edge-KI.
Das System ist darauf ausgelegt, Gefahren frühzeitig zu erkennen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer zu analysieren und den Fahrer rechtzeitig zu informieren. Ergänzt wird das Rennrad durch den neuen Stingr Smart Augmented-Reality-Helm mit integriertem Head-up-Display, der wichtige Informationen direkt ins Sichtfeld projiziert.
Sicherheit durch vorausschauende Technologie
Im Gegensatz zu klassischen Sicherheitssystemen reagiert Canyon Predict nicht erst auf Gefahrensituationen, sondern soll diese bereits im Vorfeld erkennen. Dafür kombiniert das System Daten verschiedener Sensoren mit Informationen zu Geschwindigkeit, Lenkverhalten und Stabilität des Fahrrads.
Die Verarbeitung erfolgt direkt am Bike mithilfe einer lokalen Edge-KI – unabhängig von einer Internetverbindung. Warnungen werden über das Display im Lenker, haptische Signale und adaptive Beleuchtung ausgegeben. Zusätzlich erkennt das System unter anderem tote Winkel, den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern, die Streckenbeschaffenheit sowie die Dynamik innerhalb einer Gruppe.
„Es werden so viele Menschen beim Radfahren getötet oder schwer verletzt, und es gibt so viele, die sich nicht sicher genug fühlen, um überhaupt Rad zu fahren, und wir haben uns gefragt, wie wir diese Probleme angehen können,“ erklärt Fedja Delic von Canyon.
„Autos werden immer sicherer, und die Todeszahlen bei Autofahrern sind über die letzten zehn Jahre gesunken, aber bei Radfahrern gab es keine signifikanten Sicherheitsverbesserungen. In vielen Ländern steigen die relativen und absoluten Todes- und Verletzungszahlen für Radfahrer sogar. Und während Technologie das Autofahren sicherer als je zuvor macht, wird das Radfahren im Straßenverkehr gefährlicher als je zuvor. Dabei wäre es absolut möglich, mit der verfügbaren Technologie signifikante Beiträge zur Sicherheit auf dem Rad zu schaffen.“
Mehr Kontrolle in kritischen Situationen
Das Predict-System soll den Fahrer nicht nur warnen, sondern auch aktiv unterstützen. In kritischen Situationen könnten beispielsweise adaptive Funktionen wie das automatische Absenken der Sattelstütze für mehr Stabilität sorgen. Gleichzeitig soll das System durch intelligente Analysen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und so Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen zu reduzieren.
Auch die ehemalige Tour-de-France-Siegerin Kasia Niewiadoma-Phinney sieht großes Potenzial in der neuen Technologie:
„Ich trainiere und fahre viele Rennen auf der Straße, und es gibt viele Situationen, in denen Daten über mein Fahrrad und andere Sicherheitsmaßnahmen bezüglich anderer Verkehrsteilnehmer sehr hilfreich wären. Ein besseres Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr und die Möglichkeit, auf veränderte Umstände zu reagieren, kommen allen zugute. Ich bin gespannt, wohin diese neue Technologie in der Praxis führen wird und was die nächste Generation von Fahrrädern dem Fahrer bieten kann."
Von reaktiver zu prädiktiver Sicherheit
Mit Canyon Predict verfolgt der Fahrradhersteller das Ziel, die Sicherheit im Straßenradsport von reaktiven Warnsystemen hin zu einer vorausschauenden Gefahrenanalyse weiterzuentwickeln. Echtzeitdaten und intelligente Auswertungen sollen die Reaktionszeit verkürzen und Fahrern in kritischen Situationen mehr Kontrolle ermöglichen.
„Der Straßenradsport braucht eine Sicherheitsrevolution. Mit Canyon Predict bringen wir die Sicherheit aus dem reaktiven ins prädiktive Zeitalter“, sagt Mazen Jrab, leitender IoT-Hardwareentwickler bei Canyon.
Der Prototyp wird erstmals auf der Eurobike in Frankfurt (Halle 11.0, Stand B50) der Öffentlichkeit präsentiert.

















