Aaron Gruen vereint Spitzensport und Medizin: Der österreichische Läufer studiert an der Harvard Medical School und sucht sowohl im Training als auch im Alltag ständig nach Weiterentwicklung. Er spricht über seine Motivation, gesellschaftliche Themen, seine Liebe zum Laufen und warum manchmal weniger Daten und mehr Körpergefühl gefragt sind.
1. Was magst du an dir?
Ich versuche eigentlich fast immer, Dinge positiv zu sehen. Und ich mag, dass ich mehrere Interessen habe – Medizin, Musik und Laufen gleichen sich gegenseitig gut aus.
2. Was fehlt unserer Gesellschaft?
Ich glaube, die Welt wäre ein besserer und glücklicherer Ort, wenn mehr Menschen in Machtpositionen einen Marathon laufen würden, um durch diese Erfahrung körperlich und mental an die Grenzen zu kommen. Ich denke, es gäbe dann weniger Spannung und weniger Wut auf der Welt.
3. Wann hattest du zuletzt Angst? Und wie hast du sie bewältigt?
Im Krankenhaus, als ich Patienten betreut habe, denen die Krankenversicherung weggenommen wurde – oder die Angst vor Abschiebung durch die ICE hatten. Laufen und Wettkämpfe helfen mir dabei, den Kopf freizubekommen – aber ehrlich gesagt mache ich mir immer noch Sorgen um sie.
4. Was gibt dir Hoffnung?
Zu sehen, wie engagiert meine Mitstudierenden an der Harvard Medical School sind – besonders wenn es darum geht, Menschen zu helfen, die sonst oft übersehen werden, oder die Medizin durch Forschung besser zu machen.
5. Deine Lieblingsserie? Warum?
Breaking Bad. Ich mag, dass die Serie sich Zeit für kleine Details nimmt, die wirklich wichtig sind, statt einfach nur von einer Actionszene zur nächsten zu springen.
6. Was würdest du noch gerne lernen wollen?
Gutes Brot zu backen. Dann könnte ich auch meine eigene Pizza machen, eine der schönen Sachen im Leben.
7. Was bereust du? Und warum?
Ich versuche eigentlich, nicht zu lange über schlechte Wettkämpfe nachzudenken. Aber ich bereue schon, dass ich letztes Jahr keine Tickets für Coldplay gekauft habe.
8. Dein Trainingstipp für unsere Leser?
Mehr auf den eigenen Körper hören und ein bisschen weniger auf Smartwatch-Daten schauen. Viele meiner besten Leistungen kamen dann zustande, wenn ich wirklich darauf geachtet habe, was mein Körper gerade braucht.
9. Was wäre dein Regenerationstipp?
Gönnt euch ab und zu eine Massage. Das hilft nicht nur den Muskeln, sondern ist auch eine gute Gelegenheit, wieder mehr mit dem eigenen Körper in Kontakt zu kommen.
10. Bitte noch um deinen Ernährungstipp?
Öfter zu Hause kochen. Auch wenn Take-away manchmal einfacher wirkt, kann man sich schnell etwas Gesundes machen. Huhn, Reis und Gemüse dauern zum Beispiel keine 30 Minuten.










