Sieben gute Gründe, weshalb die Skisaison im Frühling noch einmal so richtig ins Carven kommt.

Lukas Schnitzer
Lukas Schnitzer

Strahlend blauer Himmel, wärmende Sonnenstrahlen und führiger Schnee. Wer sich seine Skitage ganz entspannt statt hochwinterlich kalt vorstellt, für den ist jetzt bis tief in den Frühling hinein die ideale Zeit. Warum die Sonnen­skitage im Frühjahr ihre große Fangemeinde haben, worauf es im März und zu Ostern auf den Pisten noch ankommt und wie sich im Saisonfinale sogar bares Geld sparen lässt: Wir haben uns mit Theresa Eder vom TVB Saalfelden Leogang (gelegen im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn), Ronald Felder von Zillertal Tourismus und Markus Zeiringer von den Planai-Hochwurzen-Bahnen in Schladming unterhalten – und ihre Anregungen in sieben Punkten zusammengefasst.

1. Der besondere Reiz
Die Magie des Sonnenskilaufs versteckt sich hinter vielen Ecken. Theresa Eder ortet ein großes Plus des Sonnenskilaufs – nomen est omen – in den länger werdenden Tagen und dadurch mehr Sonnenstunden: „Bereits von der ersten Auffahrt in der Früh bis zur letzten Abfahrt am Nachmittag kann eine große Portion Sonne getankt werden“, schwärmt sie für den skifahrerischen Frühling. Meist treffen tagsüber milde Temperaturen dabei auch auf griffige Pisten, da es in der Nacht noch kalt genug ist, um den Schnee gefrieren zu lassen. Besagt milde Temperaturen steigern zusätzlich den Komfort auf den Pisten und am Lift. Keine kalten Zehen und Hände, dafür kann man mitunter mal eine Bekleidungsschicht weglassen. Abseits der „zwei Bretter, die die Welt bedeuten können“, wie es Ronald Felder ausdrückt, eignet sich die späte Saison auch zum Entspannen. „Dank der besonderen Höhenlage der Zillertaler Skigebiete ist der Sonnenskilauf hier ein besonderer Genuss. Anschließend laden die Hütten und Bergrestaurants zu kulinarischen Schmankerl ein.“

2. Früher Start
Wie bei vielen schönen Dingen im Leben gilt auch beim Sonnenskilauf: früh aufstehen. „Besonders im Frühjahr bei warmem Sonnenschein ist es unvermeidbar, dass der Schnee im Laufe des Tages etwas weicher wird“, rät Theresa Eder zum frühen Start. Außerdem, so ihr Tipp, sind an Werktagen unter der Woche weitaus weniger Skifahrer auf den Pisten, wodurch diese länger griffig bleiben. Ronald Felders Ratschlag für feine Schwünge stellt ebenfalls klar den frühen Start in den Fokus: „Auch im Zillertal öffnen die Lifte im Frühling teils früher zum Early Morning Skiing. Nach einigen unvergesslichen Abfahrten geht es schließlich zur verdienten Belohnung: einem abschließenden Hüttenfrühstück.“ Auf der Suche nach dem Besonderen? Am Hintertuxer Gletscher lässt sich sogar in der Gondel frühstücken.

3. Das ideale Terrain
Ideales „Terrain“ für ausgedehnten Frühlings-Skispaß bieten Skigebiete mit mehreren Hanglagen, große Höhen helfen natürlich auch in der Schneequalität. „Unser gesamter Skicircus bietet dank Ost-West-­Ausrichtung beider Täler – Leogang/Fieberbrunn auf der Nordseite und Glemmtal mit Saalbach Hinterglemm im Süden – mehrere Sonnen- und Schattseiten“, erklärt Theresa Eder. So lassen sich morgens die ersten Sonnenstrahlen am Berg genießen, während man im sich erwärmenden Tagesverlauf in den Schattseiten immer noch perfekte Pisten finden kann. Grundsätzlich, so Markus Zeiringer, sind im Frühjahr Nordhänge wie etwa auf der Hochwurzen oder Planai im Vorteil, da sie der Sonne weniger lange ausgesetzt sind.

Sonnenskilauf

4. Tipps zu Material und Kleidung
Generell kann man auch im Frühling mit jedem Ski-Modell Spaß haben. Markus Zeiringer hat aber einen klaren Favoriten für frühlingshafte Pisten: „Der passende Ski für den Sonnenskilauf ist der All Mountain Ski. Egal ob auf perfekt präparierter Piste, im Neuschnee oder im Frühlingsschnee – der Allroundski sorgt für puren Fahrspaß.“ Wer keinen solchen Ski besitzt, kann ihn sich auch mal für einen Tag leihen. Und wie kleidet man sich richtig, wenn es morgens noch kalt ist, aber tagsüber richtig warm wird? An den doch tendenziell wärmeren Frühlingstagen, so Theresa Eder, kann man ruhig mit einer Schicht weniger auf den Berg als im Winter. Sie greift um diese Jahreszeit gerne auf Funktionskleidung mit ausreichender Belüftung zurück. „Für den Sonnenskilauf eignet sich das Zwiebelprinzip am besten“, sagt Markus Zeiringer – sein Favorit für die Außenschicht: „Ideal sind 3-Lagen-Jacken. Damit ist man für jede Wetterlage perfekt gerüstet.“

5. Ebenfalls zu bedenken
Auch im Frühling sollte man sein Eigenkönnen richtig einschätzen. „Schöne Schwünge in den weichen Schnee zu ziehen ist oft schwierig und die kleinen Hügel, die auf der Piste entstehen, bergen ein Sicherheitsrisiko“, pocht Theresa Eder auf eine angepasste Fahrweise und Geschwindigkeit, um weder sich selbst noch andere Skifahrer auf der Piste zu gefährden. Wird es warm, kann das Skifahren durchaus schweißtreibend werden. Regelmäßige Trinkpausen sind daher empfehlenswert. Und, so Markus Zeiringer: auch an den Sonnenschutz denken!

6. Ein Sonnenplatz beim Einkehrschwung
Klar, bei schönem Wetter sind die Plätze vor den Hütten begehrt und rar. Wie bei allen potenziell stark besuchten Orten lohnt auch beim Einkehrschwung der azyklische Zugang. Sprich: Wer ohnehin schon früh in den Tag gestartet ist, kann sich ruhig schon vor 11 Uhr zur Rast setzen, das Mittagessen zum entspannten Brunch machen. Wenn dann um die Mittagszeit die meisten anderen ihrer Gewohnheit folgen, ist man dann schon wieder auf den – nun leeren – Pisten. Ein klares Win-win.

7. Vergünstigungen, Pauschalen, Events
Lässt man den Blick durch die Regionen schweifen, zeichnet sich seit Jahren ein Trend ab: Der Frühling gehört den Events. DJs und Liveacts diverser Musikrichtungen sorgen für einen stimmungsvollen Saisonausklang, und wer das Skifahren gerne mit Party verbindet, ist jetzt sicher gut aufgehoben. Auch Zusatzangebote und Events mit kulinarischem (etwa: der „höchste Bauernmarkt der Alpen“ in Ski amadé) oder sportlichem (Mountain Yoga …) Aspekt sind zu finden. Auf Familien warten auch in den Osterferien (die frühen Ostern Ende März versprechen heuer noch Top-Bedingungen) vielerorts noch günstige Angebote und Pauschalen – zum Beispiel mit kostenlosen Skipässen für Kinder, wenn ein Elternteil einen Mehrtages-Skipass kauft. Generell gibt es im letzten Saisondrittel viele Ski-Angebote mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis – Stöbern zahlt sich aus! 

Theresa Eder

Saalfelden Leogang Tourismusverband (Salzburg).

Web: www.saalfelden-leogang.com/de

Ronald Felder

Geschäftsführung der Zillertal Tourismus GmbH (Tirol).

Web: www.zillertal.at/

Mag. (FH) Markus Zeiringer

Marketingleiter der Planai-Hochwurzen-Bahnen GmbH (Steiermark).

Web: www.planai.at/de