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Parkshaper / Bild: Simon Vanhal.com

Was macht eigentlich ein Parkshaper?

Artikel vom:

Marius Carp baut seit sieben Jahren die Snowparks am Stuhleck in der Steiermark. Keine herkömmlichen Parks, sondern „Snowparks mit Persönlichkeit“. Er und sein Team schweißen dafür die Rails von Hand und bauen alle Obstacles selbst. Mit Einsatz, Kreativität und Leidenschaft hält er die lokale Freestyleszene am Leben. 

von Niko van Hal 

Knappe dreißig Grad im Schatten. Marius steht in der Werkstatt, das Schweißgerät in der Hand, und fertigt die Rails für die neue Saison. Es ist erst Anfang August und die Wintervorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Im Sommer ist harter Körper­einsatz gefragt, um Snowboardern und Freeskiern dann im Winter Einzigartiges zu bieten. Der Snowpark am Stuhleck in der Steiermark ist einer der östlichsten Freestyleparks Österreichs – und er zeigt, was durch engagierte Park­shaper entstehen kann. Marius ist in Niederösterreich aufgewachsen. Sportlich ist er auf der anderen Seite der Landesgrenze, eben am Stuhleck, groß geworden. Mit dem Snowboarden hat er erst vergleichsweise spät, im Alter von 13 Jahren, angefangen. Bald fand Marius zum Freestyle­snowboarden und wurde Teamrider des Snowparks Stuhleck. Es zog ihn nach Wien – und 2010 schließlich zurück zu seinem Hausberg. „Ich habe die Berge vermisst und wollte wieder raus aus der Großstadt. Da traf es sich gut, dass eine Stelle als Headshaper und Parkdesigner am Stuhleck ausgeschrieben war.“

KEIN 08/15-PARK
Gemeinsam mit fünf weiteren Shapern wird er sich auch in der Saison 2017/18 wieder um die täglichen Arbeiten im Park kümmern. Die Truppe ist bunt zusammengewürfelt, hat aber großteils bereits seit Jahren Bestand. „Wir sind alle gute Freunde, es ist wirklich sehr familiär und wir machen viel gemeinsam. Im Winter powdern, im Sommer surfen.“ Marius und seine Kollegen haben unübersehbar Spaß bei dem, was sie machen. „Wir möchten vor allem ‚Parks mit Persönlichkeit‘ bauen“, sagt Marius. Was darunter zu verstehen ist? „Wir wollen keinen klassischen 08/15-Park aus dem Lehrbuch. Wir halten ja oft nicht einmal unseren eigenen Plan vollständig ein“, lacht Marius und fügt hinzu: „Unser Snowpark Stuhleck soll kreatives Befahren ermöglichen. Man soll nicht nur eine Line fahren können, sondern bei jedem einzelnen Obstacle immer mehrere Möglichkeiten haben.“ Gleichzeitig soll der Park durchaus „urban“ rüberkommen.
Von seinen Arbeitgebern bekommt Marius freie Hand – was keineswegs selbstverständlich ist. „Ich bin mein eigener Herr und in meiner Kreativität nicht eingeschränkt“, betont er.

"ALTER HUND" MIT 29
Der Snowpark Stuhleck teilt sich eigentlich in drei Parks, die im Skigebiet verteilt, und für unterschiedliche Könnerstufen gebaut sind. „Wir wollen für alle etwas bieten.“ Seine Motivation für die tägliche Arbeit erklärt der leidenschaftliche Parkshaper so: „Ich möchte die Szene, die da ist, am Leben halten und pushen. Deshalb mache ich auch Veranstaltungen und Videos. Früher habe ich es selbst erlebt, dass es im Freestyle immer wieder Flauten gibt. Jetzt, als ‚Old Dog‘, möchte ich für die Jugend etwas anbieten. Sonst stehe ich irgendwann alleine am Berg“, lacht er. Es freut ihn, wenn junge Freestyler sich von seinen „Konstruktionen“ angezogen fühlen: „Da kriegt man viel zurück und es ist schön zu sehen, wie mehr und mehr Kids nachkommen.“ Aufgefallen ist ihm, dass anfangs oft Eltern mitkommen und sich vergewissern wollen, ob die Sportart nicht zu gefährlich ist. „Mit der Zeit sieht man die Eltern nicht mehr oder viel seltener. Weil sie erkannt haben, dass es wirklich passende Bereiche für jeden Level gibt. Außerdem sind alle Obstacles gut aufgestellt und werden regelmäßig gewartet – was das Verletzungsrisiko weiter reduziert.“

DO IT YOURSELF
Während der Sommerpause ist Marius mit einem Kollegen damit beschäftigt, die Parkelemente für die neue Saison zu fertigen. Die Idee, alles selbst zu bauen, ist eigentlich aus der Not heraus entstanden. „Wir wollten Obstacles haben, die wir nicht kaufen konnten. Einfach ein bisschen etwas anderes als die anderen“, erzählt Marius. Und er betont: „Alles wird vor Ort komplett selbst gefertigt und individuell an das Skigebiet angepasst. Das fängt an bei den Schweißarbeiten, geht über die Holzverkleidungen und bis zum Bemalen der Oberflächen. Dadurch können wir einen persönlichen Charakter einbringen.“ Wichtig ist ihm auch der Sicherheitsaspekt: „Natürlich muss alles nach Norm gefertigt und in der Folge auch geprüft werden.“

Genügend Schnee spielt für einen Snowpark eine wesentliche Rolle. Schließlich muss der Park jeden Tag der Saison wieder in Form gebracht werden, da braucht es größere Depots. Gerade in der Osthälfte Österreichs ist das ein großes Thema – sollte man meinen. Auf die Frage nach Engpässen beim Schnee reagiert Marius jedoch betont entspannt: „Ich gehe heuer in die achte Saison und habe es erst einmal erlebt, dass wir relativ spät in die Saison starten konnten.“ Zwar habe es ein paar Jahre gebraucht, bis die Parkbetreiber ihren vollen Bedarf an Schnee zugesprochen bekamen, „doch das ist in Skigebieten nicht unüblich. Natürlich wird das Interesse, die Pisten von Dezember bis Ostern schneesicher zu machen, vorrangig behandelt. So wird ein Großteil der Einnahmen für die Berg­bahnen lukriert. Mittlerweile hat sich alles gut eingespielt und wir kommen nicht zu kurz.“ Das bestätigt sich auch, als wir Marius Ende November noch einmal kontaktieren. Der sommerliche Einsatz hat sich ausgezahlt: „Die Vorbereitungen für die neue Saison sind so gut wie abgeschlossen und Anfang Dezember geht es los. Die Beschneiungsanlagen laufen seit 13. November“, berichtet Marius. Und er lädt alle ein, seine drei erneuerten Parks selbst unter die Lupe – bzw. unter Ski und Snowboard zu nehmen: „Einfach vorbeikommen und Spaß haben!“

Marius Carp / Bild: Markus Pausackerl

DER PARKSHAPER

MARIUS CARP ist 29, Parkdesigner und Head­shaper des Snowparks Stuhleck.
Zusätzlich übernimmt er viele organisatorische Aufgaben, ­betreut die Social- Media-Kanäle, veranstaltet Contests, Partys und produziert Videos.

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