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VAVÖ: Der Kampf um Hütten und Wanderwege / Bild: Ötztal-Sölden Tourismus

VAVÖ: Der Kampf um Hütten und Wanderwege

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Verband der Berge. Kaum jemand kennt ihn, aber fast jeder, der outdoor unterwegs ist, hat seine Leistungen schon einmal in Anspruch genommen: Der Verband alpiner Vereine Österreichs (VAVÖ) agiert im Hintergrund – zum Wohl der Wege, Steige und Hütten in unseren Bergen.


Rudolf Kaupe ist Herr über das „längste Sportgerät“ Österreichs. Der 60-jährige Wiener ist Geschäftsführer des Verbands alpiner Vereine Österreichs (kurz VAVÖ) und damit auch verantwortlich für ein Wegenetz von rund 50.000 Kilometern. Das ist mehr als einmal um die ganze Welt. „Und diese Wege kann auch jeder gratis benützen“, sagt Kaupe. Damit wären wir auch schon beim Hauptaufgabengebiet des VAVÖ: Kaupe und Co. sorgen dafür, dass Alpenverein, Naturfreunde und die zehn weiteren, kleineren Mitgliedsvereine des VAVÖ zu Subventionen aus der öffentlichen Hand kommen, um dann ihrerseits die Wege und Steige pflegen und den Betrieb auf den 472 Hütten in Österreichs Bergen aufrechterhalten zu können.
630.000 Mitglieder hat der VAVÖ hinter sich und wird, abgesehen vom Vorstand, doch im Wesentlichen von zwei Personen „geschupft“: von Petra Lorenz und eben von Geschäftsführer Kaupe. „Wir sind das Bindeglied zwischen den Vereinen und den öffentlichen Stellen.“ Wenn ein Verein zum Beispiel Geld für ein neues WC auf einer Hütte benötigt, geht der Antrag auf finanzielle Unterstützung durch Kaupes Hände und dann weiter zum Ministerium. Diese Kontaktpflege zu öffentlichen Stellen wie auch den Bundesforsten gehört daher zu Kaupes Hauptaufgaben.
Viel lieber hält er aber immer noch Wanderführerseminare in der Natur ab. Besonders der Attersee hat es ihm angetan, seit über 30 Jahren zieht es den Wiener dorthin. „Früher“, erzählt er, „waren fast ausschließlich ältere Herren in diesen Ausbildungskursen für Wanderführer.“
Heute dagegen sind Männer und Frauen nahezu zu gleichen Teilen vertreten. „Und auch wenn es immer noch einen großen Seniorenanteil gibt, kommen auch bereits viele junge Leute zu dieser Ausbildung.“ Die hatte der VAVÖ Ende der 70er-Jahre im Zuge der Werbewelle „Wanderbares Österreich“ entwickelt, um die Leute zum sanften Bergtourismus zu begeistern.

ÜBERRASCHENDE LEBENSSTELLE
Heuer, genau am 1. September, hat Rudolf Kaupe sein 36. Jahr als VAVÖ-Geschäftsführer vollgemacht. „Das hätte ich mir 1978 als 24-jähriger Bursch niemals gedacht, dass das eine Lebensstelle wird“, sagt er. Denn eigentlich sollte es in eine ganz andere Richtung gehen. Wie der Vater ging Kaupe auf die Textilschule und wollte sich der Färberei widmen. Dann aber erfolgte der Niedergang der Textilwirtschaft in Wien. Also ist Kaupe in andere Fußstapfen seines Vaters getreten. Denn der war nämlich auch Obmann des Österreichischen Touristenvereins und bereits ein beherzter Kämpfer für Wege und Hütten in den Bergen.
Und genauso beherzt ist auch Kaupe selbst. Obwohl er in seinem gelb ausgemalten Büro und mit seiner ruhigen, sanften Stimme nicht wirklich einen kämpferischen Eindruck macht: „Aber ich kann schon sehr hartnäckig sein. Diese Eigenschaft braucht es in dieser Position einfach.“ Allzu leicht würde sonst nämlich vergessen, dass die Erhaltung der Wege und Hütten nicht nur viel Arbeit, sondern eben auch viel Geld kostet. „Das wissen die wenigsten, dass sich eine Sommerhütte mit dem Erwirtschafteten einfach nicht selbst erhalten kann.“
2013 wurde die Situation dann dramatisch, denn da wurden die öffentlichen Mittel radikal heruntergestrichen. „Damals war schlagartig klar, dass unter diesen Voraussetzungen Hütten geschlossen werden müssten.“ Um das zu verhindern, hat der VAVÖ mit all seinen Mitgliedsvereinen die gemeinsame Aktion „Pro Hütten und Wege“ gestartet. 135.000 Unterschriften hatten die Petition am Ende unterstützt, „das war ein deutliches Zeichen auch an die Öffentlichkeit – und sie hat sich auch finanziell rentiert“, sagt Kaupe. Im Zuge dieser Aktion konnte man den Leuten auch bewusst machen, dass die Hütten weder ans Kanalnoch ans Stromnetz angeschlossen sind und auch der Müll mühsam entsorgt werden muss. „Daran denkt ja sonst keiner, wenn er bei einer Hütte einkehrt.“

STETER TROPFEN HÖHLT DEN STEIN
Das war einer der wenigen Momente, in denen der VAVÖ auch in die Scheinwerfer der Öffentlichkeit getreten ist. Bis dahin hatte der Verband hauptsächlich unter der Aufmerksamkeitsgrenze existiert. „Das ist auch richtig so“, sagt Kaupe, „die Mitgliedervereine wie der Alpenverein und die Naturfreunde sollen in der Öffentlichkeit präsent sein, unsere Aufgabe ist das nicht.“
Das passt wieder zum ruhigen Geschäftsführer, der auch privat kein Gipfelstürmer ist, sondern lieber gemütlich wandert und dabei die Natur genießt. „Ich bleib lieber bei einer Blume stehen oder genieße einfach die Aussicht“, sagt der 60-Jährige. Genau diese Dinge vermittelt der VAVÖ auch in seinen Wanderführerseminaren. „Da geht es einerseits um die sichere Durchführung von Wanderungen, aber auch darum, respektvoll mit der Natur umzugehen und mit offenen Augen zu wandern.“

PROMINENTER SCHIRMHERR
Mit offenen Augen schaut Kaupe auch schon in die Zukunft. Die Aktion „Pro Hütten und Wege“ habe zwar viel gebracht, ihre Wirkungsdauer ist aber begrenzt. „Wir werden auch in Zukunft immer daran erinnern müssen, dass es die Unterstützung der Öffentlichkeit braucht, um unsere Wege und Hütten zu warten.“
Kein Nachteil beim Vertreten der VAVÖ-Anliegen ist, dass Bundespräsident Heinz Fischer nicht nur ein begeisterter Wanderer ist – „er ist auch Schirmherr aller alpinen Vereine“, sagt Kaupe mit Stolz in der Stimme. „Denn viele Schirmherrschaften übernimmt der Bundespräsident nicht.“ Der VAVÖ-Langzeitchef nimmt aber auch den Tourismus in die Pflicht. Schließlich würden die Fremdenverkehrsbetriebe ja auch profitieren, wenn die alpinen Vereine Geld bekommen. „Denn was bringt ein Wanderhotel ohne Wanderwege?“, fragt Kaupe.
Und die eigene Zukunft? Langsam rückt Rudolf Kaupe ja ins Pensionsalter vor. „Es wird schwer werden, das hier aufzugeben“, gesteht er ein. Denn längst ist der Beruf zur Berufung geworden. Mit einem Nine-to-five-Job hat das nichts zu tun. „Aber wer immer nachkommt, wird das auch mit Engagement und Einsatz machen.“ Hoffentlich. Denn immerhin geht es, wie er selbst sagt, um das „längste Sportgerät Österreichs“ ...


VAVÖ-Geschäftsführer Rudolf KaupeDER GESCHÄFTSFÜHRER
Rudolf Kaupe (60) ist seit 1978 Geschäftsführer des VAVÖ; Ausbildung: neben dem Lehrwart Alpin auch Lehrwart für Erlebnisund Waldpädagogik u. a. Lebt mit seiner Familie (5 Kinder, zwei Enkelkinder) in Wien.
Kontakt:
 vavoe@vavoe.at

Weitere Infos findest du auf www.vavoe.at


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