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Sport Schule Aktiv Ausbildung

Sportlich in der Schule: Beweg dich schlau!

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Dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper steckt, ist seit der Antike kein Geheimnis. Dass ein 3 x 12-Minuten-Training helle Köpfe kreiert – dieses Wissen dagegen ist neu. SPORTaktiv-Experte Werner Schwarz erklärt neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Bewegung und Denkvermögen. Und wie sich tatsächlich jeder von uns richtig schlau bewegen kann.

Zum Einstieg wollen wir einmal nicht nur über Bewegung schreiben, sondern direkt dazu auffordern. Alle mitmachen, es ist in einer Minute erledigt! Also: Aufstehen, aufs linke Bein stellen und mit dem rechten Bein in der Luft eine „liegende 8“ zeichnen.
Kein Problem, oder? Jetzt stellen wir uns mit beiden Beinen hin, und schwenken die Arme wie beim Nordic Walking im Stand nach vor und zurück. Auch ganz easy. Und jetzt kombinieren wir den „liegenden Achter“ und das „Nordic Walking“ ... Wird schon knifflig? Ein Beweis, wie Bewegung und Gehirn zusammenspielen und aufeinander einwirken. Aber es ist noch mehr als das: SPORTaktiv- Experte Dr. Werner Schwarz weiß, dass sich mit koordinativ herausfordernden Bewegungsaufgaben wie diesen unser Gehirn trainieren lässt wie ein Muskel! Nachweisbar und richtig im physischen, also nicht nur im übertragenen Sinn. Soll heißen: Man kann sich wirklich schlau bewegen!

FÜR DIE SCHULE - UND FÜRS LEBEN
Damit man’s auch richtig versteht, müssen wir allerdings etwas ausholen. Werner Schwarz ist Sportwissenschafter, ehemaliger Olympiatrainer und heute Direktor des Sportgymnasiums Zehnergasse in Wiener Neustadt. Das auch als Erklärung dafür, warum in der Folge hauptsächlich vom Nutzen dieser noch jungen wissenschaftlichen Erkenntnisse im Schulunterricht die Rede sein wird. In Wahrheit sind sie für ausnahmslos jede und jeden genauso interessant – vom Büroangestellten über den Hobby- bis zum Leistungssportler, wie man noch sehen wird.
Der Ausgangspunkt aller Überlegungen war auch Schwarz’ jahrelange Arbeit im Leistungssport:„Das Gehirn wiegt gerade zwei Prozent des Körpergewichts, verbraucht aber 20 Prozent der Energie. Daran sieht man schon, dass ein Schultag äußerst anstrengend ist. Es ist keine Übertreibung zu sagen: Schule ist für den Kopf, was Leistungssport für den Körper ist“, stellt der engagierte Lehrer Werner Schwarz fest. Während aber Sportler streng auf ihre Körper achten, sich richtig ernähren, ausreichend regenerieren, mit gezieltem Training die Voraussetzungen für sportliche Leistungen schaffen, „ist im Regelschulwesen überhaupt nichts davon zu bemerken“, kritisiert unser Experte. „Sportler haben bestens ausgebildete Trainer zur Seite – die Schüler aber lässt man mit ihren Belastungen allein.“

FÄHIGKEITEN UND FERTIGKEITEN
Der logische Einspruch: Lehrer sind doch dafür ausgebildet, den Schülern den Lehrstoff beizubringen. So wie ein Trainer seinem Schützling das schnelle Laufen oder Schwimmen. Doch dieses Argument fuße auf einer Verwechslung, meint Werner Schwarz – nämlich der Verwechslung von Fähigkeiten mit Fertigkeiten. Die Erläuterung dazu:
Unter sportlichen Fähigkeiten versteht man grundlegende Leistungsvoraussetzungen – wie Ausdauer, Kraft und Koordination. Diese sind einerseits vererbt, andererseits muss man sie entwickeln.
Eine Fertigkeit ist dagegen beispielsweise das Schwimmen. Sie muss erst erworben werden, niemand kann es von Geburt an. Dazu gleich ein Satz zum Merken: Fähigkeiten sind die Voraussetzung, auf denen Fertigkeiten aufbauen. Beispiel: Kein Spitzenschwimmer kann auf spezielles Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining verzichten, um schnell schwimmen zu können.
Um dies nun auf die Schule zu übertragen: Englisch sprechen ist auch eine Fertigkeit, erklärt Werner Schwarz weiter. „Wie im Sport braucht der Mensch auch beim Wissenserwerb zunächst grundlegende Fähigkeiten, um eine Fertigkeit gut erwerben zu können. Eine dieser Voraussetzungen sind gute Konzentrationsfähigkeiten“.

KONZENTRATION UND BEWEGUNG
Was Studien nämlich beweisen: Kinder und Jugendliche können sich immer weniger gut und ausdauernd konzentrieren. Ein Übeltäter dieser Entwicklung ist übrigens der Fernsehkonsum schon im Kleinkindalter; auch Internet, Smartphone und Co. sind nicht förderlich. Aber das nur nebenbei bemerkt. Interessanter ist schon, was die Wissenschaft herausgefunden hat: Dass sich Kinder, die regelmäßig sportlich aktiv sind, besser konzentrieren können als solche, die keinen Sport betreiben!
„Aber auch das ist wiederum nur der halbe Befund“, sagt Werner Schwarz – der die Verantwortung nicht wegschieben will (z. B. an Eltern, die mit ihren Kindern Sport betreiben statt sie vor den Fernseher setzen sollen ...), und der auch keine Zeitausrede gelten lässt (z. B. „die tägliche Turnstunde ist im Stundenplan nicht unterzubringen“) – sondern der in seine eigenen Schule, gemeinsam mit seinem ganzen Lehrerteam, schon aktiv gegensteuert.

FITNESSTRAINING FÜRS GEHIRN
Werner Schwarz hat dafür das Bewegungsprogramm „Vital4Brain“ erfunden. Wenn man so will, ein Fitnesstraining fürs Gehirn. Eine Einheit dauert zwischen sechs (Volksschulalter) und zwölf Minuten (Oberstufe) – also auch in der Unterrichtszeit leicht unterzubringen. Die Frage der Konzentrationsfähigkeit ist dabei aber nur die eine Seite. Was tut sich im Gehirn während, nach den und durch die „Vital4Brain“- Übungen? Schwarz baut auf jüngste Erkenntnisse des Psychiaters John Ratey, denn der sieht durch körperliche Betätigung positive Effekte auf das Lernvermögen auf gleich drei Ebenen:

  • Verbesserte Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Motivation.
  • Nervenzellen werden auf die Wissensaufnahme vorbereitet und dabei unterstützt, sich miteinander zu verbinden. Damit ergibt sich die zelluläre Grundlage für die Aufnahme neuer Information.
  • Körperliche Aktivität fördert im „Hippocampus“, einer der zentralen Hirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis, die Entwicklung neuer Nervenzellen aus Stammzellen.

Weiters stellt Ratey fest: „Je komplexer die Bewegungen, desto komplexer die synaptischen Verbindungen. Auch wenn diese Schaltkreise durch Bewegung entstehen, können sie von anderen Regionen rekrutiert und zum Denken genutzt werden“. Und das ist, wenn man so will, der Schlüsselsatz der ganzen Geschichte!

NACHHALTIGER NUTZEN
An all dem erkennt man nun aber auch, warum sich das Gehirn wirklich durch Bewegung wie ein Muskel trainieren lässt. Und wie stark Bewegung das Denk- und Lernvermögen wirklich verbessert. Wie beim normalen Muskeltraining sind diese Effekte auch nachhaltiger Natur. Für Werner Schwarz steht jedenfalls fest:

  • Die Vital4Brain-Übungen wirken sich zum einen kurzfristig in einer gesteigerten Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit aus, und zwar unmittelbar nach der Durchführung.
  • Und zum zweiten machen sie das Gehirn allgemein und zu jeder Zeit leistungsfähiger, wenn sie regelmäßig ausgeführt werden!

Wie schauen nun solche Übungen aus? Sie sind koordinativ anspruchsvoll, aber lassen sich gleichzeitg so unterschiedlich gestalten, dass vom Volksschüler bis zum Erwachsenen für jeden das Passende dabei ist. Und solche Übungen machen auch wirklich Spaß, denn sie nutzen Prinzipien wie:

  • Rhythmuswechsel. Zum Beispiel Nordic Walking, allerdings mit den Armen doppelt so schnell.
  • Dimensionswechsel. Mit komplexen Links-/Rechts-, Vor-/und Zurückbewegungen.
  • Bewegungskoppelungen. Etwa das als Einstieg beschriebene Beispiel – mit den Armen zugleich eine andere Bewegung auszuführen wie mit den Beinen.

Wie im Sport gilt auch hier die Botschaft: Einmal pro Woche (zur Erinnerung: nur sechs bis zwölf Minuten!) reicht bereits, um bei Untrainierten Verbesserungen zu erzielen. Als ideal sieht Werner Schwarz dreimal wöchentliches Üben an – so, wie es auch im BG Zehnergasse gemacht wird.

NEUE TRAININGSMETHODEN
Geht es nach unserem SPORTaktiv-Experten, dann sollten all diese neuen Erkenntnisse nicht nur den Schulunterricht so richtig in Bewegung bringen. Er sieht zum Beispiel auch großes Potenzial für neue Traingsformen in praktisch allen Sportarten., „besonders aber in solchen, wo schnelle Auffassungsgabe und blitzschnelles Umsetzen in exakt koordinierte Bewegungen gefragt sind.“ Paradebeispiel: Fußball. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Die Gegenwart: Jeder, der sich angesprochen fühlt, kann sein Fitnessprogramm fürs Gehirn gleich starten. 150 Übungen mit Videoanleitung sind auf der Homepage www.vital4brain.at zu finden. Wie man das Programme am besten nutzt, bekommt man in einem Kurs vermittelt – solche Ausbildungen sind derzeit noch dem Schulbereich vorbehalten.

FITTE AUSBILDUNGEN
Apropos Ausbildung: Den Zusammenhang zwischen Geist und Körper kann man auch mit den „sportlichen Ausbildungen“ nutzen, auf die wir traditionell in unserer August-Ausgabe (also rechtzeitig, bevor die meisten Kurse starten) hinweisen: Wer das sportliche Hobby zum Beruf machen will, wird in Österreich auf vielerlei Art fündig – egal, ob im ersten oder zweiten Bildungsweg. Und die Berufsbereiche Fitness, Gesundheit und Wellness gelten nach wie vor als Zukunftsmärkte. 


Werner Schwarz SPORTaktiv Sport aktivDER EXPERTE
MAG. DR. WERNER SCHWARZ (54) ist promovierter Sportwissenschafter und seit vielen Jahren in führenden Positionen im Leistungs- und Breitensport tätig. U. a. Vorstand im Expertenbeirat von „Peeroton“. Im „Brotberuf“ Direktor des Sportgymnasiums Zehnergasse in Wr. Neustadt.



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