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Franz Klammer Portrait / Bild: Mathias Prägant

Exklusiv-Interview: Franz Klammer und das Skifahren

Artikel vom:

Franz Klammers Augen beginnen zu leuchten, wenn er übers Skifahren spricht. Profi-Blicke auf den Winter-Freizeitsport Nummer EINS im Land. „Da Fronz“ im SPORTaktiv-Gespräch über die „schönste Sportart von allen“.

INTERVIEW: Oliver Pichler

Er ist immer noch der Kaiser. Seit seinem Husarenritt 1976 zu Olympia-Gold in der Abfahrt am Patscherkofel trägt Franz Klammer diesen Beinamen. Mit 25 Weltcupsiegen ist er immer noch der erfolgreichste Abfahrer aller Zeiten. Und auch mit 64 Jahren ist der Kaiser dem Skisport eng verbunden. Er ist viele Wochen auf den Pisten unterwegs, geht leidenschaftlich Touren und ist – wie bei „Ski vor 9“ in Bad Kleinkirchheim – auch als Skiguide sehr gefragt.

Was macht die Faszination am Skifahren aus?
Man ist oben am Gipfel. Die Umgebung ist traumhaft. Die Welt liegt einem zu Füßen und dann gleitet man den Berghang hinunter. Das machen die Menschen einfach gerne.

Hat sich an dieser Faszination im Lauf der Jahre etwas verändert?
An der Faszination selbst hat sich nichts geändert. Jedoch ist das Skifahren einfacher und bequemer geworden. Die Lifte sind komfortabler, die Pisten besser und die Ski machen das Abfahren einfacher als früher.

Wie sieht die Entwicklung bei den Skiern im Detail aus?
Heute haben wir Ski zur Verfügung, die mit wenig Kraftaufwand viel Spaß ermöglichen. Carvingski sind für den Freizeitskifahrer eine echte Errungenschaft.

Und wie bei den Pisten?
Früher gab es Buckelpisten. Eine gute Präparierung war nicht gegeben. Heute findet man perfekte Pistenteppiche vor, auf denen man den Ski gut ausnützen kann.

Wie haben sich die Veränderungen bei der Ausrüstung ausgewirkt?
Das Equipment hat sich extrem entwickelt. Heutige Skischuhe etwa sind, was Kraftübertragung und Bequemlichkeit sowie Sicherheit betrifft, um vieles besser.

Sind Carvingski & gute Pistenpräparierung eine Einladung zum Rasen?
Man fährt heute teilweise schneller, weil die Pisten so gut präpariert sind. Ich würde nicht den Carvingskiern die Hauptschuld geben. Zumal – richtig Carven können die wenigsten. Schwarze Schafe gibt es in allen Lebenslagen, so auch beim Skifahren. Sie werden ihrer Eigenverantwortung nicht gerecht. Daher passen sie das Tempo nicht an die jeweilige Situation an und sind zu schnell unterwegs.

Wie sieht es mit Kondition und Fitness der Skifahrer aus?
Weil sich heute mehr Abfahrten an einem Tag ausgehen als früher, sind die Beine am Nachmittag bereits müde. Deshalb passieren viele Verletzungen zu dieser Zeit. Auch hier geht es um die Eigenverantwortung und darum, rechtzeitig zu rasten oder aufzuhören.

Zurück zum Stil: Ist der Carving-Schwung überholt und kommt wieder etwas Neues?
Das Skifahren soll so einfach wie möglich gestaltet sein. Es zu verkomplizieren, halte ich nicht für gut. Ich empfehle, so hinunterzufahren, wie es einem Spaß macht. Technik ist wichtig, weil man dann den Ski besser nutzen kann. Allerdings muss es nicht perfekt sein. Die Freude am Skifahren ist das Entscheidende.

Machen Pistenteppiche das Skifahren langweiliger?
Nein, ganz im Gegenteil. Ich fahre sehr gerne auf gut präparierten Pisten. Man kann dort mit den Carvingski schöne Schwünge machen, bei denen man sich wohlfühlt. Das ist für mich der Sinn und Zweck des Skifahrens.

Wie halten Sie es mit dem Tempo?
Ich gehe möglichst früh auf die Piste. Solange kaum Skifahrer unterwegs sind, fahre ich gerne so zügig, wie es die Situation erlaubt. Wenn dann mehr los ist, passe ich das Tempo den Gegebenheiten an. Gleiches gilt bei schlechten Pistenverhältnissen oder eingeschränkter Sicht.

Wieso boomen Funparks und andere Gaudi-Elemente?
Kinder sind immer schon gern über Schanzen gesprungen und durch den Wald gefahren. Funparks bieten zusätzliche Varianten des Skifahrens und machen es vielfältiger. Ich finde solche Angebote besser als das Fahren durch den Wald in der Vergangenheit.

Wie sehen Sie den Boom beim Skitourengehen?
Dadurch bekommt das Skifahren weitere interessante Dimensionen, um es individuell zu gestalten. Ich habe erst vor etwa zehn Jahren, motiviert durch ein paar Freunde, mit dem Tourengehen begonnen. Heute gehe ich mit Begeisterung Skitouren, weil es eine angenehme körperliche Betätigung ist.

Wird das Fahren abseits der Pisten beliebter?
Ja, auf jeden Fall. Das hat viel damit zu tun, dass auch das Equipment fürs Skifahren abseits der Pisten viel besser ist als früher. Was mir nicht gefällt, ist die Verharmlosung der Gefahren, etwa durch beeindruckende Videos. Das motiviert Skifahrer, sich zu überschätzen und selbst so fahren zu wollen, obwohl sie es nicht können. Beim extremen Freeriden muss man Experte sein, was das Gelände und die Fahrweise betrifft, sonst wird es schnell sehr gefährlich.

Freeriden als Krönung des Skifahrens?
Für viele bringt Freeriden den ultimativen Kick. Der Drang, unverspurte Hänge zu befahren, selbst wenn es zu gefährlich ist, ist nicht neu. Ich appelliere an die Selbstverantwortung und halte es so: Ich fahre in keinen Hang ein, den ich als zu risikoreich einschätze, selbst wenn es andere tun.

Wie gefährlich ist Pisten-Skifahren?
Ich schätze es nicht gefährlich ein. Es ist heute meinem Gefühl nach sogar weniger gefährlich als früher.

Zum Abschluss ein Blick in die Zukunft. Können wir wegen des Klimawandels bald nicht mehr Ski fahren?
Ich glaube nicht, dass die Möglichkeiten Ski zu fahren weniger werden. Skifahren hat sich zu einem riesigen Wirtschaftszweig entwickelt, mit enorm vielen Pisten, Liften und Hotels. Deshalb ist auch „Kunstschnee“ notwendig, damit das ganze System garantiert läuft. Gleichzeitig sind Veränderungen augenscheinlich. Es ist eine Erwärmung da. Wohin das langfristig führt, weiß ich nicht. Und doch bin ich überzeugt, dass man auch in 50 Jahren Ski fahren wird.

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