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Lornah Kiplagat im Interview: "Es wird einige Zeit benötigen, um den Sport wieder sauber zu bekommen ..."

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Lornah Kiplagat geboren in Iten/Kenia – und seit 2003 niederländische Staatsbürgerin zählte über zwei Jahrzehnte zu den stärksten Langstreckenläuferinnen der Welt. Sie gewann namhafte Stadtmarathons wie Los Angeles, Amsterdam, Chicago, Rotterdam und Osaka (JPN), beim New York City Marathon 2002 belegte sie den ausgezeichneten dritten Platz.

Von Edith Zuschmann



Ihre größten Erfolge feierte Lornah Kiplagat über die Halbmarathondistanz. Drei Mal in Folge, 2006-2008, gewann sie die HM-Weltmeisterschaften und stellte 2007 mit 1:06:25 einen neuen Weltrekord über diese Distanz auf. Die heute 41-Jährige engagiert sich nach dem Abschied aus dem aktiven Leistungssport als leidenschaftliche Botschafterin ihres Sportes. Sie treibt die Ausbildungsmöglichkeiten von Mädchen in Kenia voran und unterstützt das Land bei seiner wirtschaftlichen Entwicklung. „Ich möchte meiner Heimat zurückgeben, was sie mir ermöglicht hat," so Lornah.

Im Herbst 2014 brachte die zudem fleißige Businessfrau, die unter anderem ein Höhentrainingscamp in Iten/Kenia führt, ihre eigene Laufkollektion für Frauen auf den Markt. Seit 2015 wird sie international vertrieben. Lornah Sports ist eine selbstbewusste, afrikaverbundene Bekleidungsmarke, die sich nicht nur durch ihr Design abhebt. Wir haben Lornah Kiplagat getroffen und mit ihr über ihr neues Label, ihre Pläne und ihr soziales Engagement unterhalten.


Du zeichnest für eine hochwertige Trainingslocation in Iten verantwortlich. Wie kam es dazu?
Ich wollte Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen eine Möglichkeit anbieten, wo sie trainieren und weiterstudieren können. Es sollte ein Ort sein, wo sie sich sicher und aufgehoben fühlen. Vor zwei Jahren kam eine neue, hochwertige Laufbahn hinzu. In der nächsten Phase werden wir neue Räumlichkeiten für die Schülerinnen schaffen. Gleichzeitig gibt es für ausländische Athleten die Möglichkeit im High Altitude Training Center in Iten zu trainieren und zu wohnen. Es kommen auch immer wieder Athleten aus Österreich.

Warum engagierst du dich besonders für kenianische Frauen und Mädchen?
Frauen sind die Basis der Kenianischen Wirtschaft und sie haben großes Potential. Wir sehen bereits eine große Wende der Gesellschaft. Ich möchte die kenianischen Mädchen dabei unterstützen – sie sind die Mütter der Zukunft und sie werden wiederrum die Zukunft ihrer Kinder in die richtige Richtung unterstützen, damit sich Kenia positiv weiterentwickeln kann.

Welche wohltätigen Projekte unterstützt du noch?
Ich bin in einigen Vereinen aktiv, aber meine eigene Lornah Kiplagat Foundation ist mir ein besonderes Anliegen. Ich bin bewusst nicht im Vorstand, um den Gedanken erst gar nicht aufkommen zu lassen, ich könnte von dieser Stiftung profitieren. Ich sehe mich als Botschafterin, die dieses Projekt vorantreibt. Dann gibt es da noch das Projekt Shoe4Africa, das von meinem Freund Toby Tanser betreut wird. Aus den Mitteln entsteht gerade ein Kinderspital in Eldoret. Toby und Shoe4Africa wollen den Armen helfen und ich versuche ihn bestmöglich zu unterstützen.

Woher nimmst du all die Energie und Leidenschaft so viele Projekte voranzutreiben?
Vom Laufen! Ich stehe sehr früh auf – gleichgültig, was am Terminkalender steht - und ich gehe zumindest 30 Minuten laufen. So bekomme ich Energie für den Tag. Zudem sehe ich die Ergebnisse unserer Arbeit, all die euphorischen Menschen, die uns unterstützen und die ständig aufkommenden Ideen. Das gibt mir verdammt viel Kraft!

Der kenianische Laufsport erlebt derzeit eine schwere Krise. Welche Entwicklung siehst du für die nächsten Jahre?
Ich glaube es wird einige Zeit benötigen, um den Sport wieder sauber zu bekommen. Dazu ist es notwendig, dass alle Athleten, der nationale Verband und die Regierung gemeinsam an einem Strang ziehen. Dann sehe ich wieder eine sehr positive Zukunft. Kenia hat großartige Lauftalente, die bereit sind sehr hart zu arbeiten. Mit der richtigen, ehrlichen Unterstützung werden sie es schaffen.


Video: Eröffnung der Tartanbahn der Lornah Kiplagat Sports Academy

Warum hast du dich entschieden eine eigene Laufbekleidung zu produzieren?
Während meiner 20-jährigen Karriere wurde ich von namhaften Sportmarken gesponsert. Ich habe immer versucht mitzuteilen, was wir Athleten brauchen, aber sie hatten verständlicherweise ihre eigenen Ideen. Während meiner letzten Jahre als aktive Athletin kam immer mehr der Wunsch in mir hoch meine eigene Linie für Läuferinnen zu kreieren. Da kein Produzent Interesse zeigte, entschloss ich mich mit meiner eigenen Marke zu starten. Vor zwei Jahren nahmen wir die Arbeit auf. Vergangenen Oktober launchten wir Lornah Sports beim Amsterdam Marathon.

Was macht Lornah Sports Laufbekleidung so besonders?
Sie entstand für Athletinnen von Athletinnen. Alle in den Entwicklungsprozess involvierten Personen kommen aus dem professionellen Laufsport. Zudem unterscheidet sie sich durch ihre afrikanische Anmutung. Das spiegelt sich in den Farben, dem Design sowie den Schnitten wider.

Welches ist dein Lieblingsteil?
Das ist schwer zu sagen. Ist es draußen heiß, trage ich beim Training gerne die Eshe Capri und das Yenee Shirt. Ist es kühler, dann laufe ich im Habiba Shirt und in der Amina Tight. Was ich sehr schätze: Die Teile lassen sich auch als Freizeitbekleidung tragen, etwa beim Shoppen oder bei einem Treffen mit Freunden.


Video: Lornah Kiplagath über Lornah Sports



Wo kann man Lornah Sports kaufen?
Derzeit ist sie über unsere Homepage www.lornahsports.com verfügbar. Wir arbeiten daran sie bei Vertriebspartner in ganz Europa zu listen.

Was sind deine weiteren Ziele?
Für mich ist die Bekleidungslinie erst der Beginn eines ganzheitlichen Konzepts. Wir wollen nicht nur Wäsche anbieten, sondern gesunden, nachhaltigen Lebensstil. Das soll vor allem inaktive Menschen motivieren und mobilisieren. In unserem Lornah Sports Shop in Nairobi bieten wir jede Woche Lauftreffs an. Zudem bekommen unsere Kunden persönliche Beratung rund um Ernährung und Lebensstil. Zudem stehen drei Mal die Woche ein Physiotherapeut und einmal pro Woche ein Sportarzt zur Verfügung. Mein Ziel ist es langfristig dieses umfassende Angebot gemeinsam mit Partnern weltweit anzubieten.

Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
Um ehrlich zu sein – derzeit bleibt leider nicht viel Zeit für Hobbys übrig. Neben dem Laufen liebe ich es jeden Sonntag zur Kirche zu gehen und mit guten Freunden köstliches Essen zu genießen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!


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