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Auf dem Prüfstand: Was die Leistungsdiagnostik einem Sportler bringt / Bild: Thomas Polzer

Auf dem Prüfstand: Was die Leistungsdiagnostik dem Hobbysportler bringt

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Bei den Profis längst gang und gäbe, nutzen auch immer mehr Hobbysportler die Erkenntnisse aus der Leistungsdiagnostik. Welche das sind und wie ein solcher Test in der Praxis abläuft, durften wir in Klagenfurt live erfahren.

Von Christoph Lamprecht


Wie stark ist meine Maschine, sprich Kreislauf? Das ist die zentrale Frage", bringt Sportwissenschafter Arnold Jonke den Sinn von Leistungstests in aller Kürze auf den Punkt. „Eine aktuelle Bestandaufnahme dient zudem auch als Grundlage für Trainingsempfehlungen, die – sofern diszipliniert befolgt – eine entsprechende Verbesserung der physischen Leistung mit sich bringen." SPORTaktiv ist zu Gast in der Klagenfurter Privatklinik Maria Hilf, genauer gesagt im Leistungsdiagnostikzentrum von Altis Med. Und was uns hier Mag. Arnold Jonke, 1992 selbst Olympia-Silbermedailliengewinner im Rudern, alles erklärt, ist nicht bloße Theorie, sondern wird hier vielfach erfolgreich in die Praxis umgesetzt. So gehören viele Spitzensportler, unter ihnen auch Weltmeister und bekannte Skispringer, zu den Stammkunden von Altis Med.

Mag. Arnold Jonke / Bild: Thomas PolzerDER DIAGNOSTIKER
Mag. Arnold Jonke ist sportwissenschaftlicher Leiter der ALTIS Leistungsdiagnostik und bringt aus seiner sportlichen Vergangenheit als Ruder-Weltmeister 1990 und Olympiasilber-Gewinner 1992 seine Erfahrung aus dem Leistungssport mit.

Kontakt: Radetzkystraße 35, 9020 Klagenfurt
Tel.: 0463 58850
E-Mail: arnold.jonke@humanomed.at
Web: www.humanomed.at

HOBBYSPORTLER AM PRÜFSTAND
Heute allerdings steht kein Profi, sondern Hobbybergläufer und -triathlet Marco aus Neumarkt in der Steiermark am Prüfstand. Die Stimmung ist locker, die Voruntersuchung inklusive Herzultraschall, Ruhe-EKG und Bluttest bereits absolviert. Was sich Marco vom heutigen Tag erwartet? „Auf jeden Fall mehr Hintergrundwissen über meinen Körper, Empfehlungen, wie ich mein Training noch effizienter gestalten kann, und natürlich zusätzliche Motivation für die Wettkampfvorbereitung." Das Trainingspensum des 31-jährigen Steirers liegt meist bei acht bis zehn Stunden pro Woche. Seine Einheiten gestaltet der Hobbysportler durchaus abwechslungsreich: Neben den für Triathleten obligatorischen Lauf-, Schwimm- und Bikesessions verbringt Marco seine Freizeit mit Wanderungen, Langlaufen und Skitouren.

Als Anhaltspunkt stellt uns Marco für unseren „Body Check" (siehe unten) seine Ergebnisse zur Verfügung, „obwohl wir damit besser bis zum Sommer warten sollten. Denn da stehen dann Wettkämpfe wie der Ötzi-Alpin-Marathon in Südtirol an, und da hab ich durch das enorme Ausdauertraining deutlich bessere Werte und gute sechs Kilo weniger auf den Hüften ..."

VERKABELT UND GESICHERT
Es wird ernst. Zunächst werden Marco der Brustgurt zur Pulsmessung, die Maske für die Messung seiner Atmung und die Notfallsicherung, die dem Laufband den Strom nimmt, sobald der Proband stürzt oder vom Gerät fällt, angelegt. Die Atemmaske ist wichtiger Bestandteil der Spiroergometrie. Dabei wird gemessen, wie viel Sauerstoff der Proband aufnimmt und wie viel CO2 er wieder ausatmet. Gemeinsam mit der Bestimmung der Laktatkonzentration im Blut, die alle zwei Minuten durchgeführt wird, bekommen die Sportwissenschafter so die exakten Ergebnisse von Marcos Trainingsbereichen und Leistungsfähigkeit.

Wobei Leistung natürlich immer in Relation zur ausgeübten Sportart und den angestrebten Zielen betrachtet wird. Schließlich geht es beispielsweise bei Langstreckenläufen und Triathlons nicht um kurze Intensität, sondern um langanhaltende Ökonomie, für die wiederum der (Fett-)Stoffwechsel entscheidend ist. „Ein Laktattest allein", erklärt uns Arnold Jonke, „wäre jedenfalls viel zu ungenau. Eine Spiroergometrie in Kombination mit Laktatanalyse stellt hingegen den derzeitigen ‚Goldstandard' in der Leistungsdiagnostik dar."

BLUT FÜR DEN LAKTATTESTIm Rahmen der Laktatbestimmung wird dem Probanden alle zwei Minuten Blut am Ohrläppchen abgenommen. / Bild: Thomas Polzer
Der Sportmediziner schmiert noch eine durchblutungsfördernde Salbe auf Marcos rechtes Ohrläppchen und nimmt eine erste Probe mit dem Kapillarröhrchen. „Oje, du blutest aber schlecht. In der Wildnis ist das ein Vorteil, beim Blutabnehmen leider nicht", scherzt er, während sich beim Probanden trotz Maske ein breites Grinsen abzeichnet. Bei der Blutabnahme für den Laktattest kommen Kapillarröhrchen zum Einsatz, um sicherzustellen, dass immer diesselbe Menge Blut entnommen wird. Wäre dies nicht der Fall, würde sich das auf die Konzentration der Probelösung und somit die Aussagekraft des gesamten Tests auswirken. Überhaupt sind Genauigkeit und das entsprechende Wissen gute Gründe, warum eine seriöse Leistungsdiagnose grundsätzlich vom Sportwissenschafter oder Sportmediziner durchgeführt wird.

IM MINUTEN-TAKT
Langsam beginnt sich das Laufband zu bewegen. Die eingestellten 6 km/h sind für Bergläufer Marco logischerweise kein Thema – und doch tut sich was am Bildschirm. Wir beobachten zwei Linien – die eine zeigt an, wie viel Sauerstoff eingeatmet, die andere, wie viel CO2 wieder ausgeatmet wird. Arnold Jonke: „Überschneiden sich diese beiden Linien, bezeichnet dieser Punkt die anaerobe Schwelle, also den Zeitpunkt, bei dem ein Sportler die sogenannte ,Sauerstoffschuld' eingeht." Aber so weit ist Marco noch lange nicht. Im Minuten-Takt wird das Tempo um einen halben Kilometer pro Stunde erhöht – genug, um einen Unterschied feststellen zu können, aber auch nicht so viel, dass genaue Messergebnisse gefährdet werden.

Testet man für andere Sportarten, variieren zwar Parameter wie etwa die Wattsteigerung pro Belastungsstufe, nicht aber das Prodezere an sich. Logisch: Der Körper eines Marathonläufers wird anders gefordert als der eines Eishockeyspielers. Was dagegen alle Sportler gemeinsam haben, ist die Notwendigkeit einer gewissen aeroben Kapazität bzw. Grundlagenausdauer. „So schafft man auch bei kurzen Belastungen eine höhere Leistung. Ansonsten ließe es sich ja auch kaum erklären, dass Skifahrer, die im Rennen eineinhalb Minuten unterwegs sind, teils stundenlang auf dem Ergometer sitzen", so Jonke. Auf dem Radergometer wird auch ein Großteil der Leistungstests absolviert, für reine Läufer eignet sich aber besser das Laufband. Und um ganz exakte Ergebnisse zu erhalten, empfiehlt der Sportwissenschafter überhaupt einen Test auf Ergometer und Laufband.

Besonders die sich aus dem Test ergebenden aerobe und die anaerobe Schwelle sind für Ausdauersportler interessant. Sie geben ja Aufschluss darüber, mit welchem Puls auch lange Distanzen am ökonomischsten bewältigt werden können. Ist die anaerobe Schwelle überschritten, verringern sich die kognitiven Fähigkeiten schlagartig. Jonke: „Das kann man ganz leicht testen, indem man einmal kopfzurechnen versucht, nachdem man die anaerobe Schwelle überschritten hat ..."

GUT ANGELEGTE INVESTITIONBei der Blutabnahme für den Laktattest kommen Kapillarröhrchen zum Einsatz, um sicherzustellen, dass immer diesselbe Menge Blut entnommen wird. / Bild: Thomas Polzer
Kopfrechnen muss Marco heute zwar nicht, doch inzwischen ist unser Testkandidat ordentlich ins Schwitzen gekommen. Langsam, aber sicher nähert sich der Steirer seiner Leistungsgrenze, die Anstrengung ist ihm anzusehen – und dann ist es vorbei: Marco hat seine Höchstleistung erreicht. Der 31-Jährige trabt noch einige Minuten im moderaten Tempo und steigt schließlich geschafft, aber glücklich vom Laufband. Dass sich die gerade absolvierte Anstrengung noch in diesem Jahr bei seinen Vorhaben auszahlen wird, davon ist der ambitionierte Steirer überzeugt, schließlich erfährt er nun anhand der ermittelten Werte vom Altis Med-Team, wie er sein Wettkampftraining so effizient wie nur möglich gestalten kann.

Diese Trainingsoptimierung begründet auch, warum ein Leistungs-Check (kostet bei Altis Med 250 Euro) eine gute Investition ist, die sich immer rechnet. Oder wie es der Experte sagt: „Man bedenke, wie locker die Brieftasche vieler Sportler beim Kauf von Laufutensilien sitzt – die sich im Gegensatz zu einer professionellen Diagnose vielleicht auf die Psyche, aber sicher nicht auf die physische Leistung auswirken."

URLAUB MIT ANALYSE
Dieser unmittelbare Nutzen für Sportler ist der Grund, warum auch im Tourismus die Leistungsdiagnostik als sinnvolles Angebot für sportliche Urlauber entdeckt wurde. Immer öfter werden in heimischen Hotelbetrieben „Aktiv-Pakete mit Spiroergometrie und Laktattest" geschnürt. So auch im Feriendorf Kirchleitn in Kärnten, wo Hotelier Wolfgang Schneeweiß aus persönlicher Überzeugung mit Altis Med zusammenarbeitet. „Nach meiner ersten Leistungsdiagnose und mit den neuen Trainingsplänen habe ich mein Leben komplett umgekrempelt", verrät der Kärntner, „mehr Sport, bessere Ernährung – binnen sechs Monaten waren 10 Kilo weg. Und die sind auch nicht mehr wiedergekommen. Ein tolles Gefühl – und genau das sollen auch meine Hotelgäste erleben können."

UNSER MANN IM TEST
Am Beispiel des SPORTaktiv-Tests erklären wir, was man bei einer Leistungsdiagnostik alles herauslesen kann. Unser Mann im Test war Marco Stöller, 31, aus Neumarkt in der Steiermark. Er ist Hobbyläufer und -triathlet mit Spezialgebiet Trailrun und Langdistanz. Sein Trainingspensum liegt bei 8 bis 10 Stunden pro Woche. Neben Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören auch Skitouren, Langlauf und Wandern zu den Hobbys unseres Testkandidaten. Marcos Aktivitäten 2015: Bergläufer in der Staffel beim Social Man Extremtriathlon, Company Triathlon Challenge am Wörthersee und vieles mehr. Marcos Pläne für 2016: Inferno Triathlon Thun, Ötzi Alpin Marathon in Südtirol und andere.
  

SELBSTBEURTEILUNGBEURTEILUNG DER MEDIZINER
Das sagte Marco nach dem Test: „Weil der Test recht kurzfristig angesetzt war, war ich von den vorherigen Trainingseinheiten etwas müde. Am Laufband selbst ist es dann aber ganz gut gegangen – etwas ungewohnt war aber das Laufband, weil ich sonst eigentlich nie im Flachen laufe."Laktatkonzentration zu Testbeginn: „1,41 mmol/l – das liegt im Normbereich, ist individuell verschieden. Der Wert lässt keine Aussage über den Trainingszustand zu, kann aber so interpretiert werden, dass er am Vortag trainiert hat". Dieser Wert dient Marco auch als Vergleichswert bei einer weiteren Leistungsdiagnose.

Max. Herzfrequenz: 199 S/min – „Marcos Puls liegt prinzipiell etwas höher als der statistische Durchschnittswert (220 minus Lebensalter; dieser Wert senkt sich um ~1 Schlag pro Jahr). Das ist weder pathologisch noch lässt sich daraus die Fitness ableiten, da sich auch durch Training nichts an der maximalen HF ändert." Zu beachten ist: Bei Leistungstests mit dem Laufband ist der Puls immer etwas höher ist als am Radergometer.

Herzfrequenz GA1: „Im Pulsbereich von 155–162 S/min befindet sich Marco unterhalb der anaeroben Schwelle, d. h., sein Laktatspiegel steigt nicht bzw. kaum." Das Wissen um die persönliche HF dient Sportlern als Orientierung im Training – ein Großteil der Einheiten sollte im GA1 absolviert werden.

Max. Sauerstoffaufnahme: „Mit 57,6 ml/min/kg hat Marco eine für Hobbysportler hervorragende relative maximale Sauerstoffaufnahme. In Wettkampfform – soll heißen ein paar Kilogramm leichter – verändert sich der Wert nochmals zu Marcos Gunsten." Dazu als Vergleich: Profi-Ausdauersportler mit entsprechendem Trainingsumfang liegen bei einem Wert von 70 bis 90 ml/min/kg.

Maximalleistung: „Die von Marco erreichten 16,5 km/h sind grundsätzlich nicht sehr schnell. Allerdings wurde Marco beim Test nicht voll ausbelastet, da für ihn als Berg- und Distanzläufer die Maximalleistung nicht wirklich relevant ist. In seinen Disziplinen zählen vor allem Stoffwechsel und Ökonomie." Im Vergleich: Weltklasse-Triathleten zum Beispiel schaffen eine Maximalleistung von 24 km/h.

Empfehlung: „Für Marco gilt im Training: Umfang vor Intensität!" Das heißt, er sollte künftig sein Hauptaugenmerk auf Grundlagentraining mit Herzfrequenzmessgerät legen, um die Sauerstoffaufnahme weiter zu verbessern.



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