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Warum die meisten Fitness-Vorsätze zum Scheitern verurteilt sind / Bild: iStock

Warum die meisten Fitness-Vorsätze zum Scheitern verurteilt sind

Artikel vom:

Die meisten Fitness-Vorsätze, die zum Jahreswechsel gefasst wurden, sind bald wieder den Bach runtergegangen. Die Motivation ist futsch, weil das Training einfach keinen Spaß macht! Warum das so ist und wie man das ändern kann, haben wir hier mit den Fitnessprofis unseres neuen Kooperationspartners Runtastic erarbeitet.

Von Christof Domenig


Ein neues Jahr nehmen ja bekanntlich viele zum Anlass, um in ein fitteres Leben zu starten. Doch man weiß auch, dass viele gute Fitness- und Trainingsvorsätze über kurz oder lang wieder versanden. Aus vielerlei Gründen – eine der größten Motivationsbremsen aber ist nachweislich: Laufeinsteiger haben gar keinen Spaß am Laufen, Yoga- und Qigong-Neulinge fadisieren sich und Neo-Besitzer einer Fitnesscenter-Jahreskarte würden eigentlich viel lieber outdoor Sport betreiben. Die Krux ist: Wird von Beginn an die falsche Trainingsmethode ausgewählt, ist bei aller Anfangsbegeisterung das Scheitern sozusagen schon mit dem Start vorprogrammiert!

Auch interessant: Welche Trainingsmethode passt du dir?


Aber Fehler sind dazu da, um korrigiert zu werden. Und da das "neue" Jahr noch lange nicht um ist, wollen wir hier mit unseren Content-Partnern, den Experten der weltweiten Fitness-Plattform „Runtastic“, einmal grundsätzlich die Frage aufarbeiten, wie trainingswillige Menschen tatsächlich jene Trainingsmethode finden können, die zu ihnen passt – und bei der sie auch langfristig bleiben.

Zwei wichtige Punkte noch:

  • Punkt 1: Das für jeden individuell passende Training ist natürlich nicht nur für (Wieder-)Einsteiger ein heißes Thema, sondern logischerweise auch für alle fleißigen Trainierer, die sich sportlich weiterentwickeln und sich immer wieder einen neuen Motivationsschub holen wollen.
  • Punkt 2: Ein Patentrezept für den Weg zum besten, motivierendsten, erfolgsversprechendsten Training, das pauschal für jeden Menschen gilt, gibt es sicher nicht. Schon allein, weil Menschen unterschiedliche Persönlichkeiten sind, eigene Vorerfahrungen mit Sport und Fitness und unterschiedliche Bedürfnisse haben.


AM ANFANG STEHT DIE ANAMNESE
Aber es gibt Ansatzpunkte, die die Chance erhöhen, das „perfekte Training“ zu finden – und genau dazu haben sich vier Runtastic-Fitnessprofis für uns ihre Gedanken gemacht. Einer dieser Ansatzpunkte lautet: Such dir professionelle Hilfe in Form von Fitness-Coaches! Abgesehen von der Überlegung, dass jeder Coach ein natürliches Interesse daran hat, seine Kunden möglichst lange bei der Stange zu halten – er garantiert auch für die unbedingt erforderliche Bestandsaufnahme, sprich „Anamnese“ als Grundlage bei der Suche nach dem glücklichmachenden Training.

US-Personal Coach Lunden Souza, die wöchentlich Tipps auf dem Runtastic-Fitness-Channel veröffentlicht, erklärt uns dazu: „In dieser Bestandsaufnahme werden einerseits Fitnesszustand und Ziele des Schützlings festgehalten. Ich möchte da andererseits aber auch immer wissen, was die Leute beruflich machen, welche Gewohnheiten sie haben, was sie bisher trainiert und welche Erfahrungen sie dabei gemacht haben. Was ihnen Spaß bereitet hat und was nicht. Einfach alles, was dabei hilft, mir ein umfassendes Bild der Person zu machen. Denn es gibt immer unterschiedliche Wege, um das selbe Fitnessproblem zu behandeln.“

Der Tipp gilt übrigens auch für alle, die ohne Coach trainieren wollen: Erstellt für euch selbst eine „Anamnese“, bei der ihr euren Ist-Zustand beurteilt, dann eure Ziele definiert und auch eure Vorlieben im Bezug auf Sport und Bewegung. „Weiß man nicht, was einem sportlich Spaß bereitet, dann gilt es eben verschiedene Dinge auszuprobieren“, rät Lunden Souza, die Vielseitigkeit und Abwechslung als wichtige Schlüssel für langfristigen Erfolg einer Trainingsmethode nennt. „Dass beim Trainieren der Spaß nicht verloren geht, ist für langfristige Motivation überhaupt das Wichtigste. Das gelingt am besten mit einem Mix aus verschiedenen Trainingsformen.“

FAKTOR „INNERER ANTRIEB“
Spaß haben! Das sieht auch der Kärntner Runtastic-Experte Herwig Natmessnig als wichtigsten Motivationsfaktor. Der „innere Antrieb“ sei in jedem Fall wichtiger als „äußere“ Faktoren, wie etwa die Zeit, die man (vermeintlich) zur Verfügung hat. „Wenn einem ein Training Spaß macht, wird man, auch wenn man zeitlich eingeschränkt ist, immer einen Weg finden, um zu trainieren. Training sollte dir so viel Spaß machen, dass dir etwas fehlt, wenn du es nicht machst.“

Okay – aber woher weiß man, was einem auch langfristig Spaß macht? „Eine gute Hilfe ist es, sich bewusst zu machen, was einen bei einer Sportart oder Trainingsmethode konkret erwartet und ob das der eigenen Persönlichkeitsstruktur entspricht oder doch eher widerstrebt.“

Noch einmal betont der Kärntner: „Man wird langfristig nur etwas verfolgen, wenn es einem Freude macht. Die Ergebnisse kommen von selbst, wenn man regelmäßig dahinter bleibt. Auswirkungen auf die Gesundheit und die bessere Fitness sorgen ganz automatisch für die Extramotivation.“ Auch Natmessnig plädiert dafür, „Verschiedenes auszuprobieren, und Bewegung in den Alltag zu integrieren. Aktiv sein kann und soll, genauso wie Zähneputzen, zur Gewohnheit werden.“

Als Service für die SPORTaktiv-Leser hat Herwig Natmessnig fünf unterschiedliche Trainingsmethoden einem kurzen „Eignungs- Check“ unterzogen – das Ergebnis ist hier nachzulesen und sollte vielen dabei helfen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen – und die dazu passenden Trainingsmethoden auszuwählen.

GEBT EUCH ZEIT!
Beim Ratschlag, Trainingsmethoden durchzuprobieren, darf man allerdings auf eine altbekannte Weisheit nicht vergessen: Es heißt schließlich, 30 Tage würde der Mensch benötigen, um sich an eine Veränderung zu gewöhnen. Doch stimmt das eigentlich so? „Absolut", weiß Sascha Wingenfeld, Triathlontrainer und Gesundheitspädagoge aus dem Runtastic-Expertenpool. „Der Körper braucht diese Zeit, um sich von alten Gewohnheiten zu lösen und Neues wieder zur Gewohnheit werden zu lassen."

Übersetzt heißt das: Nicht schon nach einem oder zwei Versuchen eine Trainingsmethode abhaken und gleich zur nächsten wechseln! Zumindest einen Monat lang sollte man ein Training schon ausprobieren, wenn man es ernsthaft für sich in Betracht zieht – und nicht gleich den ersten Widerständen nachgeben.

RAUS AUS DER KOMFORTZONE
Sascha Wingenfeld kennt auch den Hintergrund dafür: „Alles Neue bedeutet für den Körper ein Verlassen der Komfortzone, was uns aus Bequemlichkeit zunächst widerstrebt." Nicht nur für Sportanfänger, auch für bereits Sportliche fühlt sich ein neues Training in unbekannten Belastungsbereichen intensiv und ungewohnt an und macht damit zunächst eigentlich keinen Spaß, erklärt Wingenfeld weiter: „Der Körper wird ja systematisch mit seiner Schwäche konfroniert. Jedoch ist es genau der Schritt aus der Komfortzone heraus, der die Leistungsfähigkeit ansteigen lässt und den Körper zur Weiterentwicklung animiert. Diesen Punkt muss man erreichen. Wichtig ist dabei, eine konkrete Zielsetzung im Kopf zu haben. Es heißt also: Dran bleiben, Geduld bewahren, das Ziel im Kopf behalten – es lohnt sich immer!"

ABWECHSLUNG UND RESULTATE
Den Kick beim Training zu erwarten und darauf zu vertrauen, dass er kommt – auch Lunden Souza weiß, dass das zunächst Überwindung kostet: „Für mich persönlich war es immer am motivierendsten, die ersten Ergebnisse zu sehen", sagt die Fitnessexpertin. Ergebnisse zu sehen einerseits und Abwechslung andererseits sind für die US-Amerikanerin daher die Schlüsselfaktoren für erfolgreiches Sportbetreiben: „Darauf liegt beispielsweise auch in der ,Runtastic Results App' das Hauptaugenmerk. Die zwölfwöchigen Trainingspläne sind äußerst abwechslungsreich gestaltet, das Ansprechen vieler unterschiedlicher Muskelgruppen garantiert gleichzeitig maximale und rasch sichtbare Trainingsergebnisse – und diese lassen die Motivation noch einmal ansteigen."

Zum Stichwort „Trainingsplan": Einen Plan zu haben, der Trainingszeiten fix vorgibt, sieht Souza ebenfalls als Motivationsfaktor: „Ein Work-out-Buddy oder eine Community ist zusätzlich noch eine gute Sache, um sich gegenseitig zu motivieren.“

LIEBER LANGFRISTIG MOTIVIERT
Bleibt noch, das Augenmerk auf die sowieso erfolgreichen Trainierer zu lenken: Die Frage eines sportlichen „Neuanfangs“ stellt sich – Stichwort „Raus aus der Komfortzone“ – schon auch für Menschen, die sowieso ständig aktiv sind, immer wieder. Wenn jetzt aber jemand ohnehin sein Lieblingstraining hat – lohnt sich ein Neubeginn dann trotzdem? Personal Trainer und Athletik-Coach Sven Friedrich sieht das so: „Kommt darauf an. Vom Motivationsstandpunkt aus betrachtet gibt die Lieblingstrainingsmethode einem selbst natürlich ein gutes Gefühl und vermittelt auch Erfolge. Vom physischen Standpunkt aus betrachtet, kann die Performance rasch stagnieren. Trainingsvariation ist daher auf jeden Fall eine Methode, um langfristig noch motivierter zu sein.“

Sven Friedrichs abschließender Tipp für alle, die in der glücklichen Lage sind, ihr Training schon gefunden zu haben: „Auch kleine Veränderungen können schon dazu beitragen, die Performance voranzutreiben und Trainingsunlust erst gar nicht aufkommen zu lassen. Man kann auch die Lieblingstrainingsmethode ständig so adaptieren, dass sie einen wieder weiterbringt – mental genauso wie physisch.“


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