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Polar Circle Marathon 2014: Siegerinterview mit Norbert Zeppitz / Bild: runningzuschi.com

Polar Circle Marathon 2014: Siegerinterview mit Norbert Zeppitz

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Polar Circle Marathon – Wie cool klingt das denn? Zugegeben: verdammt kalt, aber auch Abenteuer pur. Genau das Passende für Ausnahmeläufer Norbert Zeppitz aus Kärnten. Norbert ist bekannt für seine außergewöhnlichen Laufabenteuer: Himalaya, Chinesische Mauer, The Grizzly 2014 in Seaton (Devon, UK) uvm. Für vergangenes Wochenende hatte er sich den Polar Circle Marathon vorgenommen. Und das nicht irgendwie, sondern: er gewann. Unsere Laufbloggerin Edith "Running Zuschi" Zuschmann führte das Siegerinterview!


Norbert, herzlichen Glückwunsch! Wie geht es dir?
Müde, aber sehr gut – und überglücklich!

Wie verlief das Rennen?
Auf den ersten Kilometern liefen alle sehr verhalten, niemand wollte die Spurarbeit auf dem Inlandeis übernehmen. Ich beobachtete die Situation auf Position 2 oder 3 und versuchte, Kraft zu sparen. Nach dem Abschnitt mit knietiefem Schnee übernahm ich die Führung der 6-köpfigen Spitzengruppe, die sich bei der 1. Labestelle bei Kilometer 6 auf 3 Läufer reduzierte. Ab der 2. Labestelle blieben ein Däne und ich als Führungsteam übrig. Dieser machte einen starken Eindruck, ließ aber mich die Führungsarbeit leisten. Das kam mir aber sehr entgegen, da ich so ein recht angenehmes Tempo für mich wählen konnte. Die Labestelle bei Kilometer 25 sorgte für eine Vorentscheidung: ich konnte einige Meter herausholen.
Diesmal wurde ein Aufholen seitens des Dänen durch tiefen Sand sehr schwierig und ich konnte meinen Vorsprung stückweise immer weiter ausbauen. So hatte ich ab ungefähr Kilometer 32 nur noch mit mir selber zu kämpfen. Und mit der Angst, doch noch irgendwie eingeholt zu werden. Die Schmerzen in Ober- und Unterschenkel wurden immer größer, ich konnte aber das Tempo mit dem Kopf noch hochhalten. Mit jedem Kilometer und jedem Blick zurück auf die leere Schotterstraße wurde ich sicherer, dass ich gewinne. Trotzdem hatte ich mit Schmerzen zu kämpfen die erst nachließen, als ich die Zielortschaft Kangerlussuaq erreichte. Dort konnte ich euphorisch jubelnd und sogar – wie ich später erfahren sollte – mit 8 Minuten Vorsprung gewinnen!” (Anmerkung: Norbert benötigte 3:30 für die Strecke! Resultate findest du HIER)

Wie können wir uns die Bedingungen beim Polar Circle Marathon vorstellen?
Laut Erzählungen waren sie dieses Jahr im Vergleich zu den Vorjahren äußerst schwierig. Zwar blieben wir von den vorhergesagten -20 / -25 ° C verschont, dennoch waren die  -12° C ganz schön heftig. Zudem lag sehr viel Schnee. So wurden die Abschnitte am Inlandeis zu einem Lauf durch phasenweise knietiefen Schnee. Die restliche Strecke war auch zu großen Teilen schneebedeckt und rutschig. Neben zahlreichen Steigungen und Bergabpassagen machte vor allem die sehr sandige Schotterstraße den Lauf abschnittsweise zu einem Strandlauf im Permafrost.

Was hat sich besonders bei dir eingeprägt?
Rein sportlich sicher, dass man immer an sich glauben sollte, egal gegen wen man im Rennen läuft. Von der Strecke her sicher das zugeschneite Inlandeis mit den Metallpfosten zur Orientierung im endlosen Weiß. Ganz besonders war natürlich der Zieleinlauf ab dem Moment (ca. Kilometer 41,5), als klar war, dass ich das Ziel als Erster erreichen würde. Auch wischenmenschlich war es ein Erfolg - vor allem die neuen Bekanntschaften mit Sportlern aus aller Welt mit verschiedensten Lauf-Biographien und Einstellungen zum Laufsport.

Wie sah deine Vorbereitung auf das Rennen aus?
Im Großen und Ganzen verpasste mir mein Trainer einen gewöhnlichen Marathonplan mit verstärktem Fokus auf verschiedene Untergründe (Schotter, Waldboden, Straße) und eher welliges Terrain. Keine langen langsamen Läufe, eher Trainingsblöcke von 2-3 Tagen mit hohen Umfängen, manchmal mit gesteigerten Intensitäten.

Wie hast du dich akklimatisiert?
Vor allem ein bisschen mit Wandern, Sightseeing und Frieren an der kühlen Luft. War doch eine recht heftige und plötzliche Umstellung, mit der ich auch 2-3 Tage zu kämpfen hatte.

Wie funktionierte deine Verpflegung während des Rennens?
Man konnte Verpflegungsbeutel und Wechselbekleidung gut deponieren. Diese waren in einem beheizten Bus neben der Strecke aufbewahrt, sodass das für schnelle Läufer mit dem Ziel Spitzenplatz eher keine Option war. So gab es Labestellen alle 5 Kilometer mit unterschiedlichen Getränken und wahrscheinlich auch Essen (war mir aber eher egal). Frisch eingeschenkt aus Thermobehältern damit die Becher nicht einfrieren. Ich hatte 4 Gels und 2 Magnesiumsticks in der Laufjackentasche. Die Gels wären fast eingefroren, sie hatten eher die Konsistenz von Fruchteis.

Wer bestritt mit dir den Polar Circle Marathon?
Viele spannende Charaktere: vom Marathondebütanten, über 6-h-Marathon-Läufer bis zu Veteranen mit bis zu 100 Marathons und Bestzeiten unter 3 Stunden. Sehr viele Wiederholungstäter von Abenteuer-Marathons (Great Wall Marathon, Marathon des Sables, Transalpine Run, …). Vor allem viele Läufer aus Ländern ohne Schnee und Wintertemperaturen im gemütlichen Plus-Bereich.

Welche Tipps möchtest du Interessierten Polar Circle Marathon weitergeben?
Nicht zu warm anziehen, denn wenn man läuft, wird es doch bald recht warm. Keine Ausrüstung mit warmer Fütterung, eher mehrere dünne Lagen von hochwertigen Materialien (Merino, Polyester, Windstopper). Kopf und Finger schützen. Bei starkem Wind Wind-Chill beachten. Am Besten mehrere Ausrüstungs-Varianten für verschiende Umstände vorbereiten (Schnee – kein Schnee, sehr kalt – eher mild, kein Wind – windig, …)

Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, dieses Rennen zu bestreiten?
Ich suche laufend nach interessanten Marathons und beobachte Listen wie ‘Die 10 xyz Marathons’. Auf jeden Fall die Herausforderung, einmal ein Rennen bei extremer Kälte zu bestreiten, vor allem, weil mir eher Hitzerennen liegen.

Wo treibt es dich als nächstes hin?
Von Weihnachten bis Dreikönig bin ich im Sultanat Oman auf Trainingslager für den Sahara-Marathon in Algerien, den ich im Februar gemeinsam mit meiner Schwester Manu und Andrea bestreiten werde.

Dann erhol' dich jetzt erst einmal gut und komm wohlbehalten nach Hause. Und nochmals herzlichen Glückwunsch und Respekt!


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