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BikerGschichten

Biker-G’schichten

Artikel vom:

Faszination Radsport. Hunderttausende könnten uns dazu ihre ganz persönliche Geschichte erzählen. Fünf haben wir darum gebeten.

PETER „PACO“ WROLICH - EX-RADPROFI (KÄRNTEN)
Warum ich Radprofi geworden bin? Gute Frage. Eigentlich wollte ich als Fußballer  zu Inter Mailand. Und ich hatte auch Talent – aber beim Kicken war ich zu sehr von den anderen abhängig. Beim Radsport hab ich meine Freiheit und Individualität ausleben dürfen. Durch den Radsport bin ich auf der ganzen Welt herumgekommen, hab die schönsten Plätze sehr intensiv erlebt – und weltweite Freundschaften geknüpft, mehr als zu Hause.
Immer wieder werd‘ ich gefragt, warum ich nach zwölf beinharten Profijahren auch jetzt in meiner Freizeit mit Freude in den Sattel steige. Ganz einfach: Weil ich es jetzt aus reiner Lust mache und nicht aus Pflicht. Weil jetzt die Geschwindigkeit und der gefahrene Schnitt völlig egal sind. Und heute kann ich nach zwei Stunden Radfahren ohne schlechtes Gewissen und in aller Ruhe ein Wiener Schnitzel mit Pommes essen ...
Früher waren gerade die Wintermonate ganz hart, Tausende Trainingskilometer mussten runtergespult werden, um die Form aufzubauen. Seit meinem letzten Rennen bei der WM im letzten Oktober zwingt mich nichts mehr, ich kann bei schlechtem Wetter daheim bleiben – und freu mich schon richtig auf die ersten warmen Tage, auf die ersten Genussfahrten auf dem Rad. Das ist ja das Schöne an unserem Land: Man kann sich aussuchen, worauf man gerade Lust hat – einen Bergpass zu bezwingen oder locker an einem See entlang­radeln. Ich hab mich ja radelnd weltweit umgesehen – der Titel „Radparadies Österreich“ trifft durchaus auf viele Regionen in unserem Land zu.  Und irgendwann werden die Österreicher, hoffe ich zumindest, auch lernen, wie man Radwege baut ...

MICHAELA HAWLIK - JOURNALISTIN (NÖ/BAYERN)
Ich erinnere mich noch genau daran, als mich mein Opa zum ersten Mal nicht mehr festgehalten hat und ich allein weitergefahren bin. Seit diesem Moment fasziniert mich das Radfahren und hat mich nie mehr losgelassen. Es ist die Verbindung von Anstrengung und Entspannung, Bewegung in der Natur, das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit, der Rausch der Geschwindigkeit. Ich empfinde es auch nicht als Quälerei, wenn ich zum Beispiel auf einer Transalp-Tour unterwegs bin. Ich hab da einen einfachen Trick: Ich sehe nie die ganze Strecke, die ich noch vor mir hab, sondern immer nur die nächste Kurve. So kann ich sie alle schaffen – egal, ob es zwei oder 200 sind. Für mich ist die schweißtreibende Auffahrt genauso Kür wie die entspannende Abfahrt. Natürlich motiviert auch der Gipfel. Oben zu stehen und die vielen durchradelten Kehren unter mir zu sehen, ist immer wieder ein ganz besonderes Hochgefühl. Bei der schwierigen, anstrengenden Auffahrt kann ich mich manchmal richtig in Trance radeln – und schon bin ich oben.
Und dieses Feeling genieße ich am liebsten zu zweit. Allein biken motiviert mich zu wenig und eine Gruppe stresst mich. Für mich ist das Biken mit dem richtigen Partner die ideale Konstellation fürs Radfahren.
Eines noch: Auch wenn ich jetzt in München lebe, bleibt Österreich mein liebstes Radrevier! Da gibt’s einfach alles, was man sich erträumen kann, vom Klima bis zur Landschaft, von den Radstrecken bis zur Infrastruktur – besser geht’s nicht.

CHRISTIAN FELNER - BUNDESBEAMTER (WIEN) 
Wenn mich jemand fragt, was die Faszination des Radfahrens ausmacht, dann sag ich nur: Natur, Geschwindigkeit, Bewegung, Freiheit! Diese vier Worte sind auch der Grund dafür, warum ich nie in einer Gruppe radeln wollte. Denn Freiheit kann ich nur erleben, wenn ich die Geschwindigkeit wählen kann, die mir gerade Spaß macht; wenn ich so lange und genau dort fahren kann, wie und wo ich gerade mag. Bin ich allein mit dem Rad unterwegs, sind auch meine Gedanken frei – und da fällt  einfach alles ab, was sich an Stress oder Ärger aufgebaut hat. 
Einen Partner hab ich schon, mit dem ich gern auf Tour bin: Mein 16-jähriger Sohn ist Fechter und er hat das Radeln als perfektes Konditionstraining entdeckt. Mit ihm hatte ich im Vorjahr mein bisher schönstes Raderlebnis: Wir sind zusammen den Rheintalradweg gefahren, vom Bodensee bis Rotterdam. 1.400 km, nur wir beide mit Rad und Packtasche – als wir nach zehn Tagen in Rotterdam eingefahren sind, war das schon ein unglaublich tolles Gefühl. Traumziel? Ich möchte einmal um die Welt radeln! Und ich bin mir bereits ziemlich sicher, dass ich mir dafür bald ein Jahr Auszeit nehmen werde. Denn wer weiß schon, ob es irgendwann in der Pension nicht viel zu spät für seine Träume ist ...

SEPP SCHMALHARDT - PENSIONIST (STEIERMARK)
Mit 14 Jahren bin ich mit Radl und Zelt durch Österreich, Südtirol und auch über den Glockner gefahren. Da hab ich es gespürt: Radfahren ist mein Sport, meine große Leidenschaft. Es hat dann zwar mit dem Rennradfahren, das ich ein paar Jahre versucht habe, nicht ganz geklappt. Und diese Leidenschaft ist auch noch 52 Jahre und an die 180.000 gefahrene Kilometer später genauso groß.
Wenn ich heute mit dem Rad  unterwegs bin, empfinde ich einfach eine große Dankbarkeit dafür, dass ich noch immer so fit bin; und vor allem auch, dass ich eine Frau habe, die seit 42 Jahren noch immer viele Kilometer mit mir gemeinsam herunterspult. Manche fragen mich, warum ich mir mit 66 Jahren das noch antue; und wie ich mich motivieren kann, mich tausende Höhenmeter hochzuplagen. Dabei muss ich mich dazu gar nicht zwingen – die Motivation stellt sich von selbst ein, solange ich gesund bin. Gerade in Österreich, das mit seiner Landschaft, mit der Gastronomie und den Hotels, aber auch mit den tollen Straßen wirklich ein Traum für jeden Radsportler ist. Eines aber habe ich immer beherzigt: So einzigartig das Radfahren auch ist – man darf darüber nie vergessen, dass das Leben mit Musik, Theater, Kultur und vor allem mit der Familie noch viele andere wunderbare Dinge bereit hält.

DORIS GROGGER - MOUNTAINBIKE-WEGEBAUERIN (TIROL) 
Ehrlich, wie viele Menschen haben schon das Glück, ihre Leidenschaft auch im Beruf ausleben zu können! Meine Leidenschaft war immer schon das Radfahren. Aber erst durch meinen Mann Georg und die „Vertrider“ – ein Truppe von echten Fahrkünstlern, die für eine gute Abfahrt ihre Bikes auch einmnal stundenlang bergwärts tragen – bin ich zum Freeriden gekommen. Und das ist für mich echt das Größte: auf Wegen abzufahren, die andere höchstens als gerade noch begehbaren Steig bezeichnen würden.  Da reizt mich das Knifflige. Sich überlegen zu müssen, wie man eine Stelle meistern oder wo man überhaupt runterfahren könnte. Das Fahrtechnische taugt mir, weniger die Geschwindigkeit. Und darum fahr ich auch keine Rennen. Mich freut viel mehr, dass auch andere Frauen das Freeriden entdecken. So toll es ist, von den Jungs zu lernen, aber irgendwie wird man in einer Frauengruppe doch mehr gepusht und entwickelt mehr Ehrgeiz, weil ja der „Lady-Bonus“ wegfällt. Also das Gefühl, eine Passage nicht unbedingt schaffen zu müssen, weil man ja doch eine Frau ist.
Dass diese Leidenschaft fürs Freeride-Biken eben auch Teil meiner Berufs sein kann, liegt daran, dass wir – also mein Mann und zwei Freunde – eine Firma gegründet haben, die sich dem Mountainbike-Wegebau verschrieben hat. Unser Ziel ist es, in den Skigebieten in Tirol, Vorarlberg und Südtirol Möglichkeiten zu schaffen, dass die Biker auf legalen Wegen ihren Sport ausüben können.
Wenn es uns dann tatsächlich gelingt, Projekte wie den Nordketten-Singletrail oder aktuell den Bikepark Tirol umzusetzen, dann denk ich mir schon: „Boah, da warst du auch dabei, das hast du mitgestaltet.“ Und das taugt mir total – genauso wie das Freeriden selbst.

 

 

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