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Das Einmaleins des Skibergsteigens: 8 Tipps für Tourensportler

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Bei aller Naturbelassenheit, die diesen Sport immer auszeichnen wird: Längst hat auch beim Skibergsteigen absolute Professionalität Einzug gehalten, bei der Ausrüstung genauso wie bei der Einstellung und Ausbildung der Aktiven. Als Motivationsschub für alle potenziellen Neueinsteiger oder „Überläufer“ aus der Pistenfraktion, aber auch als durchaus nützliche Gedächtnisstütze für alle überzeugten Tourensportler: Acht Ratschläge, die das Skibergsteigen leichter, schöner und sicherer machen.

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1. DER EINSTIEG
Skitourengehen kann grundsätzlich jeder. Einsteigern allerdings, die wenig bis gar nicht Bescheid wissen über ihren körperlichen und konditionellen Zustand, empfiehlt Sportwissenschaftler Robert Bernecker vorab eine Untersuchung beim Sportmediziner: „Skitourengehen ist eine sehr beanspruchende Tätigkeit, die Belastung ist um ein Vielfaches höher als beim reinen Pistenskifahren. Der Energiebedarf ist ebenfalls hoch und somit auch die Belastung für das Herz-Kreislauf-System.“ Damit wird klar, dass es vor der ersten Tour (und das gilt auch für Nicht-Neulinge) ein halbwegs regelmäßiges Ausdauertraining gegeben haben muss. Denn eines muss klar sein: Umsteigen auf den bequemen Lift, wenn die Luft draußen ist, gibt’s nicht!
Um sich an die Bewegung und ans Material zu gewöhnen, startet man am besten mit einer Tour am Rand einer Skipiste. Ein Tipp dazu: Wie man sich als Pistentourengeher verhält, hat das Kuratorium für Alpine Sicherheit in zehn Empfehlungen zusammengefasst, nachzulesen unter www.alpinesicherheit.at.
Mehr Vorbereitung und Planung braucht es dann schon bei der ersten echten Tour im ungesicherten Gelände. „Neulinge sollten auf jeden Fall mit jemandem mitgehen, der die Tour kennt und auch den Sport beherrscht“, sagt Skitourenexperte Stefan Astner, Direktor der Kitzbüheler Alpen/Ferienregion Hohe Salve. Und jede Tour muss von der Länge und Schwierigkeit her auf das schwächste Mitglied in der Gruppe abgestimmt sein, auch kürzere Ausweichrouten werden gleich mitgeplant. Als Faustregel, wie lange eine Tour dauert, kann man so rechnen: 4 Kilometer horizontaler Marsch und 300 zu steigende Höhenmeter ergeben jeweils eine Stunde Gehzeit. Astners Tipp: „Anfangs lieber eine kürzere Tour wählen und sich zum Beispiel eine schöne Hütte als Ziel wählen, wo eine kulinarische Belohnung wartet.“

2. DER DRESSCODE
Wer Narben hat, hat was erlebt...
... und schnallt wahrscheinlich nie wieder einen Skitourenschuh an, wenn er beim ersten Mal schmerzhafte Blasen davontrug. Der richtige Schuh ist beim Tourengehen sozusagen die Soll-Bruchstelle zwischen Lust und Frust, weiß unser Ratgeber Stefan Astner: „Es lohnt sich wirklich, den Fuß vorab im Fachhandel anschauen zu lassen, damit der hundertprozentig passende Schuh gefunden werden kann.“
Bewegungsfreiheit und Passform sind dabei das Um und Auf. Der von manchem Einsteiger angedachten Sparvariante, den alpinen Skischuh auch für die Skitour zu verwenden, erteilt Astner eine klare Absage: „Die Bewegungsfreiheit ist in normalen Skischuhen stark eingeschränkt, die Innenschuhe sind nicht fürs Gehen gemacht; sie sind um einiges schwerer als Tourenskischuhe, und zudem ist man dann bei den Tourenskiern auf ein einziges Bindungssystem limitiert.“
Bleiben wir noch kurz bei der „Schnittstelle Fuß“: Ebenso wichtig wie der Schuh sind die Socken darunter. Wer seinen Fuß, beispielsweise vom Bergsteigen, schon gut kennt, der weiß, welche Socken ihm gut tun. Unerfahreren Toureneinsteigern empfiehlt Astner hochwertige Funktionssocken, „denn die saugen die Feuchtigkeit gut auf, rutschen und reiben nicht“, und verhindern damit lustkillende Blasenbildung.
Funktionell und atmungsaktiv – das sind auch die Schlagworte für die Tourenbekleidung, die bei einem mehrstündigen Aufstieg mit allen Schwitzanfällen fertig werden, sprich die Feuchtigkeit nach außen transportieren muss. Trotzdem: „Beim Packen des Rucksacks nicht auf ein zusätzliches Shirt zum Wechseln, eine warme Weste und ein wärmeres Paar Handschuhe vergessen“, weiß Stefan Astner, „denn spätestens auf der Abfahrt kann es richtig kalt werden.“ Apropos Abfahrt: Auch bei Skitourensportlern heißt es längst: „Helm auf, wenn’s runter geht“! Mehr noch als auf der Piste lauern im offenen Gelände gefährliche „Stolpersteine“. Nur beim Aufstieg kann man auf den Kopfschutz verzichten, da wird der Helm außen am Rucksack montiert.

3. DAS SAFETY-PAKET
Wer sich im ungesicherten Gelände bewegen will, der muss erst recht auf seine Sicherheit bedacht – und dementsprechend ausgerüstet sein. „Beim Skitourensport geht gar nichts ohne die dazugehörige Sicherheitsausrüstung“, stellt Stefan Astner klar. Zwingende Grundausstattung jedes Tourengehers sind ein „Lawinenverschüttetensuchgerät“ (LVS), das vor dem Start im Tal am Körper befestigt und natürlich auch eingeschalten wird, eine Lawinensonde und eine (zusammenklappbare) Schaufel. „Mit dieser Ausstattung kann man im Fall eines Lawinenunglücks nicht nur selbst gefunden werden,“ sagt Astner, „sondern man kann eben auch sofort mithelfen, nach Verschütteten zu suchen. Auch bei fremden Tourengruppen.“
Angeboten werden mittlerweile auch „ABS-Rucksäcke“. Das sind Lawinenairbags, die im Ernstfall den Verunglückten an der Lawinenoberfläche halten können. „Die relativ hohen Preise schrecken zwar nach wie vor ab“, meint Astner, „wer aber regelmäßig und oft auf Tour geht, sollte sich trotzdem überlegen, in einen solchen Rucksack zu investieren. Denn das ist schon eine sinnvolle und womöglich lebensrettende Anschaffung.“ Der Vollständigkeit halber: Auch ein Erste-Hilfe-Paket und ein Biwak-Sack sollten in jedem Skitourenrucksack Platz finden.

4. WISSEN, WAS ZU TUN IST
Eine gute Ausrüstung zu haben, ist eine Sache – mit diesen Geräten auch umgehen zu können, eine andere. Auch Stefan Astner weiß, dass es bei vielen Tourengehern gerade an diesem Wissen und Können scheitert: „Im Notfall ist der richtige Umgang mit den eigenen Geräten das Wichtigste. Das beginnt bereits beim Handy: Einen Notruf kann man auch ohne Netzempfang absetzen, aber dafür muss man eben auch die Nummern kennen!“ Zur Erinnerung: 140 ist die Notrufnummer des Österreichischen Bergrettungsdienstes, 112 wählt man für den Euronotruf, der ebenfalls ohne Netzempfang funktioniert. Wissen sollte man auch, ob sich das Handy bei Kälte schneller entlädt und man es deshalb besonders nah am Körper tragen sollte. „LVS-Gerät und Handy sollte man jedoch unbedingt in getrennten Taschen und ca. 30 bis 40 Zentimeter voneinander getrennt aufbewahren, da sonst die Frequenz des Suchgerätes gestört wird.“
Entscheidend aber: Wie man ein LVS-Gerät benutzt, wie man mit Schaufel und Sonde umgeht, das sollte man unbedingt vor der ersten Tour in einem der vielen Kurse lernen, die von den alpinen Vereinen, Bergrettung oder anderen Alpin-Profis angeboten werden. Noch ein Muss: „Vor dem Aufstieg wird in der Gruppe gegenseitig überprüft, ob die LVS-Geräte funktionieren, also senden und empfangen können“, mahnt Stefan Astner. Ein Tipp: In manchen Regionen gibt es bereits Checkpoints, die diesen Partnercheck ersetzen.

5. AUF DIE NATUR HÖREN
Wer sich in der Natur bewegt, muss die Natur und ihre Zeichen auch verstehen! Dafür werden Kurse angeboten, in denen man sich das Wissen über Wetter, Lawinen- und andere Gefahren am Berg aneignen kann, und die für jeden Skitourensportler Pflicht sein sollten. Für „Learning by doing“ ist jedenfalls kein Platz in der Natur. „Man muss schon vor einer Tour über Wind, Temperatur, Schneemenge, Neigung der Hänge, Windverfrachtungen Bescheid wissen“, sagt Astner, „und auch die Lawinenwarnstufe für das Gebiet muss man abrufen und auch einordnen können.“ Dazu gleich eine Warnung von Astner: „Sogar auf Forstwegen und im Wald ist man nie sicher – man muss die Umgebung kennen und wissen, welche Hänge sich in der Nähe befinden.“ Und kennt man das Tourengelände nicht, in dem man unterwegs ist, so empfiehlt unser Experte: „Am besten einen Skiführer zu engagieren!“

6. AUFSTEIGEN UND ABFAHREN
Startet man in die erste Skitour im freien Gelände, so sollte der Genuss und nicht die Leistung im Vordergrund stehen. „Also die Umgebung wahrnehmen, gemütlich gehen, sich nicht hetzen lassen und auf sich selbst hören“, sagt Tourenprofi Stefan Astner. Und Sportwissenschaftler Robert Bernecker ergänzt: „Man sollte sich nicht gleich überfordern, indem man die Anstrengung, die eine Skitour mit sich bringt, unterschätzt. Der Energieverbrauch beim Aufsteigen und beim Abfahren ist hoch, vor allem, wenn es kalt ist; man trägt auch einiges Gewicht mit sich, und die Bewegung im freien Gelände erfordert zusätzliche Konzentration und Anspannung.“
Womit wir bei der sportlichen Bewegung sind: Beim Bergaufgehen werden Arme und Beine (bzw. Stöcke und Ski) wie beim Langlaufen diagonal zueinander bewegt. „Wenn der Stockeinsatz bergauf nicht mithilft, steht man falsch am Ski und setzt den Schwerpunkt falsch. Folge: Man rutscht zurück – und dann wird es richtig mühsam“, weiß Bernecker. Auch im steilen Gelände hilft es, den Körperschwerpunkt (entgegen des logischen Körpergefühls) möglichst nach hinten zu verlagern, um die Ski nicht im vorderen Bereich, sondern mittig zu belasten, mehr Druck auf die Steigfelle zu kriegen und so ein Zurückrutschen zu vermeiden. Spezielle Techniken wie Spitzkehren in steilen Rinnen, Gehen mit Harscheisen etc. sollten unbedingt im leichten Gelände bzw. beim Pistengehen geübt werden.
Selbst gute Skifahrer müssen als Tourenneulinge erkennen, dass die Bedingungen beim Abfahren höchst unterschiedlich sein können. Nicht immer schwingt man sich im pulvrigen Neuschnee die Hänge hinunter, die Abfahrten erfordern viel Kraft und Konzentration. Daher sind auch bergab Pausen absolut erforderlich. Bernecker empfiehlt: „Oben am Ziel sollte man sich erst mal gut ausrasten und Energie tanken, die Hütte oder den Gipfel genießen. So gestärkt geht es dann in die Abfahrt. Generell gilt: Wer eine gute körperliche Verfassung mitbringt, wird auch viel mehr Spaß an der ganzen Tour haben.“

7. ENERGIESCHUB
Der Energiebedarf während einer Skitour ist weit höher als auf der Piste. Daher gehören auch auf kurzen Touren über ein paar Stunden zumindest 1 Liter Sportgetränk und Energieriegel in den Rucksack. Der Sportwissenschafter weiß: „Es ist wichtig, nicht erst dann zu essen und zu trinken, wenn die Speicher bereits leer sind. Das ist gefährlich: Das Immunsystem wird schwach, die Konzentration sinkt in den Keller, die Verletzungsgefahr steigt.“
Alle 20 Minuten sollte man einen kräftigen Schluck trinken. „Ein isotonisches Getränk macht beim Skitourengehen schon Sinn. Es verhindert zu starken Elektrolytverlust und gibt zwischendurch schnell Energie. Gut geeignet: Tee mit einem Löffel Honig oder einer ganz kleinen Prise Salz“. Essen sollte man in Abständen von eineinhalb bis zwei Stunden. Hier empfiehlt der Experte dem Hobbysportler Natürliches und leicht Verdauliches wie Bananen, Müsliriegel, Trockenobst oder Kekse. „Die liefern schnell Energie und halten den Blutzuckerspiegel aufrecht. Energy-Riegel und -Gels sollte man nur einsetzen, wenn man schon Erfahrung damit hat, denn nicht jeder verträgt sie gleich gut“,sagt Robert Bernecker.

8. DER RICHTIGE SKI
Moderne Tourenski und auch Tourenbindungen sind genauso mit neuester Technologie ausgestattet wie die Top-Alpinski. Heißt im Vergleich zu alten Tourenski: Eine breitere Bauweise lässt sie im Tiefschnee (ähnlich dem Freerider) besser aufschwimmen, eine stärkere Taillierung verringert den Kurvenradius (ab 19 m) und macht sie dadurch drehfreudiger. Was vor allem auf steilen Hängen und in Rinnen ein Riesneplus ist. Schließlich macht sich das geringe Gewicht der Ski auf jedem Meter des Aufstiegs bezahlt. Dazupassend: Die Bindungen sind ebenfalls federleicht und spielen vor allem in Sachen Gehkomfort alle Stückln.

9. BLEIB AUF DEM LAUFENDEN

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