In den letzten Jahren gewinnt die Grüne Bewegung rund um die Themengebiete Umweltschutz und Nachhaltigkeit immer mehr an Relevanz. Dies hat auf ganz verschiedene Lebensbereiche Auswirkungen.


Auch beim Thema Fitness und Gesundheit hinterlässt die Bewegung zunehmend ihre Spuren. Was verändert sich, und welche positiven Einflüsse kann ein ökologisches Denken auf Fitness und Gesundheit haben?
 

Bewusstsein der Menschen für Nachhaltigkeit und Gesundheit
Bei der Frage nach einem nachhaltigen Lebensstil geht es zunächst um den Erhalt der Erde, also des natürlichen Lebensraumes des Menschen, der Pflanzen und der Tiere. Im nächsten Schritt ist das Ziel natürlich auch, dass die aktuelle sowie die nachfolgenden Generationen ein gesundes Leben auf unserem Planeten führen können. Um dies zu erreichen, spiele Faktoren wie das Klima, die Atemluft und der Schutz der Umwelt vor schädlichen Veränderungen eine Rolle. Umweltbewusste Menschen sind häufig öfter in der Natur unterwegs, bekommen also auf im wahrsten Sinne des Wortes ganz natürlichem Wege mehr Bewegung.

Die in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts besonders populär gewordene erste Umweltbewegung steigerte zum ersten Mal umfänglich das öffentliche Bewusstsein für die Wichtigkeit einer Naturverbundenheit. Aber auch schon einige Jahre zuvor bekam das Thema durch die Gründung von verschiedenen Organisationsformen wie Verbänden eine gewisse Aufmerksamkeit. Neben dem gesteigerten Bewusstsein für Umwelt und Natur machten und machen die Bewegungen im Rahmen des Tierschutzes und dem Wunsch nach einem ökologisch wertvollen Anbau von Lebensmitteln im gleichen Atemzug auch eine gesündere Ernährung zu einer relevanten Frage für viele Menschen.

Das hohe Bewusstsein für Umweltthemen und die daraus folgenden in Teilen positiven Effekte für die Gesundheit und Fitness lässt sich aktuell unter anderem an der großen Popularität der vor allem von Schülern und Studenten geführten Fridays for Future Bewegung erkennen. Gerade Jugendliche sensibilisieren sich also zunehmend für die entsprechenden Faktoren. Zudem könnte argumentiert werden, dass allein das regelmäßige Mitlaufen bei einer Protestbewegung an der frischen Luft schon fitnessfördernd ist.

Alternative Formen der Mobilität sind gut für die Fitness
Zur Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen ist es ökologisch bewusst lebenden Menschen wichtig, ihre Mobilität so anzupassen, dass dieses Ziel möglichst gut zu erreichen ist. Dieser Themenbereich ist eines der Hauptanliegen der Grünen Bewegung. Mögliche Alternativen zu den treibhausgasintensiveren Fortbewegungsmitteln wie dem Auto oder dem Bus sind hierbei vor allem:

  • E-Auto
  • E-Bike und E-Scooter
  • Fahrrad
  • Bewegung zu Fuß


E-Bike und E-Scooter
Der Einsatz eines Elektroautos ist weniger fitnessfördernd, da keine zusätzliche Bewegung zustande kommt. Ganz anders ist es bei E-Bikes und E-Scootern. Diese können, neben einer Verbesserung des individuellen ökologischen Fußabdrucks, ein höheres Maß an Bewegung mit sich bringen.

Gerade für Einsteiger sind beide Varianten prima geeignet. Ein E-Bike unterstützt durch den Fahrer durch den elektronischen Antrieb, und kann auf diese Weise durchaus motivierend wirken, sich sportlich zu betätigen. Kein Wunder also, dass diese Variante des Fahrrades zunehmend an Beliebtheit gewinnt und in immer mehr Variationen wie zum Beispiel dem E-Mountainbike zu erhöhtem Fahrspaß führt und gleichzeitig umweltschonende Auswirkungen hat.

Ein E-Scooter bringt zwar weniger Bewegung für den Besitzer mit sich, kann sich aber durchaus positiv auf Bereiche wie Körpergefühl (Balance), Körperspannung, Reaktionsfähigkeit und Konzentration auswirken. Hierbei ist zu beachten, dass das Fahren mit einem Elektroroller vor allem im Stadtbereich gewisse Voraussetzungen hat. So muss ein E-Scooter zum Beispiel, ähnlich wie ein Auto oder Motorrad, für die Nutzung im Straßenverkehr zugelassen werden und ein entsprechendes Kennzeichen tragen. Das Modell ist also diesbezüglich wie jede andere motorisierte Variante der individuellen Mobilität zu behandeln.

Fahrrad
Das Fahrrad liegt, gerade mit dem Wachsen der Umweltbewegung, als Fortbewegungsmittel im Trend. Ähnliche Tendenzen waren schon im Rahmen der ersten Bewegung in den 80er Jahren erkennbar. In Diskussionsrunden bekennen sich zudem auch Politiker wie der heutige Bundeswirtschafts- und ehemalige Bundesumweltminister Peter Altmaier immer wieder dazu, einen Drahtesel dem Dienstwagen vorzuziehen. Gerade im Stadtverkehr können durch ein solches Vorgehen Treibhausgase eingespart werden.

Dieser Trend ist ebenfalls sehr förderlich für die Fitness. So dienen die Wege des Alltags, die mit dem Fahrrad bewältig werden, gleichzeitig als kleine Trainingseinheiten. Zudem wird so der Spaß am Fahrradfahren geweckt, was dazu führen könnte, dass das Fortbewegungsmittel auch für ausgedehnte Radtouren sowie andere Freizeitbeschäftigungen eingesetzt wird. Neben der Steigerung der Fitness und dem Umweltschutz hat der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad noch weitere positive Effekte. Dazu gehören unter anderem die Ersparnis von Anschaffungs- und Treibstoffkosten sowie eine besser Flexibilität und urbanen Gebieten.

Bewegung zu Fuß
Gerade für kürzere Strecken lohnt es sich oft kaum, das Auto zu verwenden, obwohl dies zeitweise in Mode war. Auch durch ein wachsendes Bewusstsein für die Umwelt sowie Treibhausgasbilanzen aufgrund der Öffentlichkeitsarbeit der Klimabewegung lässt dies zunehmend nach. So macht durchaus Sinn, die gerade im Stadtbereich oft gegebenen kürzeren Wege zu Fuß zurückzulegen. Dies schont einerseits die Umwelt, gerade wenn viele Menschen auf diese Weise denken, andererseits hilft es, ein höheres Maß an Bewegung zu bekommen.

Nicht nur joggen oder Laufen, auch normales Gehen kann zu einer Gewichtsreduktion und Steigerung der Fitness führen. Dies zeigt, wie divers der Einfluss eines wachsenden Umweltbewusstseins auf die eigene Fitness sein kann.

Höheres Bewusstsein für gesunde Ernährung
Grüne Bewegungen setzen sich häufig auch für den Tierschutz sowie einen naturgerechten Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln ein. Auf die Ernährung des Einzelnen kann ein gesteigertes Interesse an diesen Faktoren durchaus positive Einflüsse haben.

Viel Nachholbedarf
Eine gesunde Ernährung ist vor allem die Frage einer guten Bildung bezüglich dieses Themas. Gerade junge Menschen sollten hierin gefördert werden. Umso überraschender ist es, dass das Bildungssystem in diesem Bereich vielerorts offensichtlich großen Nachholbedarf hatDies hat mehrere Gründe: Einerseits sehen viele Lehrpläne eine solche Ernährungsbildung nicht oder nur in geringem Maße vor. Zudem ist auch das Lehrpersonal bezüglich der wichtigen Faktoren einer gesunden Ernährung oft nicht ausreichend geschult.

Positive Einflüsse der Umweltbewegung
Umweltbewusstes Leben bedeutet häufig auch Ernährungsbewusstsein. Umweltbewegungen leisten hier auf ganz verschiedenen Ebenen ihren Beitrag. Dies beginnt bei der Herstellung der Produkte, und endet nicht selten bei dem Rat zum Verzicht auf Fast Food. Grundsätzlich gilt: Hochwertigere und natürliche Erzeugnisse lassen eine gesündere Ernährung zu als entsprechend mit Gentechnik oder Antibiotika manipulierte pflanzliche und tierische Produkte.

Wer darauf achtet, schließt viele ungesunde Nahrungsmittel wie Fast Food bereits aus, da hier die entsprechende Transparenz häufig nicht gegeben ist oder die Inhaltsstoffe nicht nach Bio-Kriterien erzeugt wurden. Häufig wird von Gegnern angeführt, dass Bio-Lebensmittel zu teuer sind. Durch eine gesellschaftliche Diskussion im Rahmen des Einsatzes einer Umweltbewegung lassen sich diese Argumente häufig entkräften beziehungsweise im Rahmen eines Abgleiches von Aufwand und Ertrag in ihrer Schlagkraft verringern.

Ein weiterer Faktor ist die Bildung zum Thema Nahrung. Wer sich umweltbewusst ernähren möchte, muss auf gewisse Aspekte achten und diese entsprechend vor einem Kauf des Produktes überprüfen. Auf ganz natürlichem Wege wächst durch dieses Bewusstsein auch ein Wissen über die Inhaltsstoffe der Erzeugnisse und deren Auswirkungen über den Körper. In diesem Zusammenhang positiv zu bewerten ist, dass aktuell vor allem Jugendliche mit großer Begeisterung für Umweltbewusstsein aktiv sind. Es ist zu erwarten, dass dieser Trend einige Zeit anhalten oder sich sogar dauerhaft etablieren wird. Durch diesen Umstand könnte sich dass Problem, dass viele Menschen schon in jungen Jahren aus verschiedenen Gründen an Übergewicht leiden, möglicherweise bis zum einem gewissen Grad lösen lassen.

Fazit
Sowohl im Bereich der Ernährung, als auch mittelbar bezüglich Fitness und Outdooraktivitäten gelingt es der Umweltbewegung immer wieder, durch ihren Einsatz Akzente zu setzen. Dies liegt vor allem daran, dass eine ökologisch bewusste Lebensführung im Bezug auf unter anderem Tier- und Umweltschutz und eine Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen ohne einen gesünderen Lebensstil kaum möglich ist. Dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen und könnte dafür sorgen, dass auch Menschen, die sich für das Thema Fitness bisher weniger begeistern konnten, einen guten Zugang dazu finden.