Die faszinierendsten Menschen in der Sportwelt sind meistens die, die scheinbar die Gabe haben, ihren Geist und Körper über menschliche Grenzen hinwegzusetzen und dies auch noch einfach aussehen zu lassen. Als Zuschauer bekommt man jedoch nur kurze Einblicke in das Leben eines Profisportlers mit – man erhascht nämlich nur den Augenblick, in dem die Höchstleistung erbracht wird.


Der Weg zu solchen Momentaufnahmen ist jedoch steinig und setzt neben eisener Disziplin auch eine gewisse Persönlichkeit voraus. Aber um welche Art von Menschen handelt es sich hier und was steckt hinter der starken Fassade? Diese Fragen beantworteten Sport-Dokus, indem sie tief in die Leben der Ausnahmetalente eintauchen. Welche Filme besonders sehenswert sind, steht hier.

Free Solo
Eine der wohl waghalsigsten Extremsportarten ist das Freiklettern. Hier erklimmt ein geübter Kletterer in freier Natur Felswände, ohne dabei abgesichert zu sein. Eine falsche Bewegung bedeutet meistens den sicheren Tod. In der Oscar-gekrönten Doku „Free Solo“ geht es genau um diese Gefahr und wie ein Freikletterer und dessen Umfeld mit ihr umgehen. Es ist mehr als faszinierend, Alex Honnold dabei zu beobachten, wie er seine Solo-Route am El Capitan in Kalifornien plant und anschließend umsetzt. Seine unglaubliche Konzentration und strategischen Fähigkeiten lassen sich dabei auf viele Sportarten und sogar Poker übertragen. Honnold legt ein ausgeprägtes Kalkül an den Tag und scheint nichts dem Zufall zu überlassen.

Tyson
Noch nie hat man den weltberühmten Schwergewichts-Boxer so hautnah miterleben können. In einem 30-stündigen Interview, das für die Doku natürlich gekürzt wurde, erzählt Mike Tyson von seiner Kindheit, wie er in den Bann des Boxsports geriet und welche Probleme dieser später mit sich brachte. Dabei spricht der „Baddest Man on the Planet“ oder „Iron Mike“ mit leiser Stimme über seine Alkohol- und Drogensucht und seine Zeit hinter Gittern. Parallel zum Interview werden in der Doku immer wieder die wichtigsten Highlights seiner Karriere gezeigt und mit Tysons Erzählungen in Verbindung gebracht. Die Tatsache, dass Regisseur Toback eng mit Tyson befreundet ist, ermöglichte ein sehr intimes Porträt des umstrittenen Boxers.

McConkey
Wer sich die Doku über den Extremskisportler Shane McConkey ansieht, erblickt nicht nur unfassbar schöne Winterlandschaften und extreme Stunts, sondern muss sich auch auf jede Menge Emotionen gefasst machen. Im Jahr 2009 verunglückte McConkey bei einem seiner Stunts nämlich tödlich. Berühmt war er für eine Kombination aus Extremski, Skispringen und dem Öffnen von Fallschirmen in allerletzter Sekunde. Aber neben dieser Identität war er auch Ehemann und Vater. Die Vereinbarkeit seiner verschiedenen Rollen und wie sein Versuch am Ende scheiterte, behandelt der Film auf eine ganz behutsame Art und Weise. Das verwendete Videomaterial zeigt deutlich, wie beliebt McConkey bei seinen Mitmenschen war und dass seine Leidenschaft für das Extreme schon in seiner Jugend entstand.

A Sunday In Hell
Für viele ist Rennradfahren ein faszinierender Sport. Und obwohl er relativ anfängerfreundlich ist, sollte man ihn auf keinen Fall unterschätzen, wenn Profis am Werk sind. Dies wird in der Doku „A Sunday in Hell“ bestätigt, in der sich alles um die Tour Paris – Roubaix 1976 dreht. Viele Experten behaupten sogar, dass man sich erst nach diesem Rennen als wahren Fahrradrennfahrer bezeichnen kann. Nicht selten kommt es hier zu gebrochenen Knochen und auch ein bisschen Blut. Das Kamerateam begleitete damals Rennradgrößen wie Francesco Moser und Jan Raas sowie den Außenseiter und Gewinner Marc Demeyer. Eine wahre Schwitzpartie für alle leidenschaftlichen oder aufstrebenden Rennradfahrer. Das Beste: Die Doku ist kostenlos und in voller Länge auf YouTube verfügbar.

Sturz ins Leere
Diese Doku ist wahrscheinlich nichts für schwache Nerven. Basierend auf dem gleichnamigen Buch, geht es bei „Sturz ins Leere“ um ein dramatisches Ereignis, das sich im Leben des britischen Bergsteigers Joe Simpson abspielte. Zusammen mit seinem Kollegen Simon Yates bezwang er im Jahr 1985 den Gipfel des Siula Grande, der sich in den peruanischen Anden befindet. Beim Abstieg rutschte Simpson jedoch ab, brach sich mehrmals ein Bein und war nur noch mit einem Seil mit seinem Partner verbunden. Dieser musste schließlich das Seil durchtrennen, sodass Simpson in die Tiefe stürzte. Wie durch ein Wunder überlebte Simpson den Sturz, konnte sich aber erst nach ein paar Tagen bemerkbar machen. Die Doku illustriert auf eindrucksvolle Weise diesen Überlebenskampf.

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl von sehenswerten Sport-Dokus. Die Chancen stehen hoch, dass es zu jeder Sportart auch den passenden Film gibt.