Im Herbst zieht es viele Menschen für sportliche Aktivitäten in die freie Natur, doch spätestens mit dem ersten Schnee beginnt wieder die Indoor-Saison. Dank zahlreicher moderner Fitnessstudios stehen dir dafür mittlerweile gewiss auch in deiner Stadt verschiedene Möglichkeiten offen, wie beispielsweise das Kraft- oder Ausdauertraining an Geräten, das Training mit dem eigenen Körpergewicht oder die Teilnahme an Fitnesskursen. Letztere erfreuen sich vor allem – aber längst nicht nur – bei Frauen großer Beliebtheit. Gemeinsam Sport treiben, das ist mehr als Schwitzen und Kalorien verbrennen. Ein solcher Kurs wird zum Social Event, steigert die Motivation und bringt deutlich mehr Abwechslung in das persönliche Sportprogramm als das reine Training an Geräten.


Kein Wunder also, dass solche Kurse vor allem im Winter meist gut gebucht sind, sei es im Fitnessstudio, an einer VHS, in Vereinen & Co. Zumba, BBP, Cycling, Fitnessboxen – die Möglichkeiten sind endlos und so ist für jeden Geschmack, jedes Geschlecht, jedes Fitnesslevel und jedes deiner individuellen Fitnessziele gewiss die richtige Wahl dabei. Einige Klassiker waren jedoch lange Zeit von der Bildfläche verschwunden, beispielsweise das Aerobic, welches in den 80ern einen regelrechten Hype erlebte.

Aerobic als abwechslungsreiches Workout mit zweifelhaftem Outfit
Dieser wurde spätestens durch die Aerobic-Videos der Fitness-Queen Jane Fonda ins Leben gerufen und breitete sich dann in rasantem Tempo über den gesamten Globus aus. Es handelt sich dabei eigentlich um nichts anderes als ein Fitnesstraining mit rhythmischen Bewegungen zu passender Musik. Dadurch werden Ausdauer und Koordination gleichermaßen gefördert und die Übungen werden wie beim Tanzen in einer Art Choreographie zusammengestellt. Das Fehlen von Krafttraining mag ebenso ausschlaggebend dafür gewesen sein wie der fragwürdige Style mit Stirnband, Leggings und Stulpen, dass Aerobic seit jeher bei Männern nur geringfügig beliebt war. Wirfst du einen Blick in 80er Jahre Aerobic-Videos, wirst du jedenfalls fast nur Frauen zu Gesicht bekommen. Das ist bis heute so geblieben.

Aerobic war niemals wirklich von der Bildfläche verschwunden
Bis heute, fragst du dich? Ja, denn auch, wenn du das Wort „Aerobic“ auf vielen Kursplänen mittlerweile vergeblich suchst, ist die Mischung aus klassischer Gymnastik und Tanz niemals wirklich weg gewesen. Sie hat sich lediglich weiterentwickelt und ist mittlerweile in vielen Studios & Co als Aerodance, BodyPump, Bodytoning oder Body Balance zu finden. Auch Zumba oder Tae Bo fallen im weitesten Sinne unter den Oberbegriff Aerobic. Was allerdings lange Zeit von der Bildfläche verschwunden war, war das stilechte 80er Jahre Outfit. Aber da die 80er in der Fashionszene bekanntlich gerade ein Revival erleben, kehrt auch dieses mittlerweile in die Fitnesskurse zurück.

Der Retrotrend kommt langsam – aber sicher – auch nach Deutschland
Plötzlich sind die bunten Farben, die Frottee-Stirnbänder, überdimensionierten Stulpen und hautengen Lycras wieder „cool“. Mit ihnen kehrt auch das klassische Aerobic wieder zurück und hat in Sydney, New York sowie London bereits einen echten Retrotrend ausgelöst. Überall strömen vor allem Frauen wieder im klassischen 80er Jahre Outfit zum Aerobic. Ein bisschen Ironie mag mit dabei sein, doch der Charme der verrückten 80ies inmitten der modernen Fitnesskurse mit hippem englischen Namen scheint immer mehr Frauen zu begeistern. „Walk“, „Tap“ und „Step Touch“ hallt es plötzlich wieder aus zahlreichen Fitnessstudios – vermehrt auch in Deutschland. Das Retro Workout wird beispielsweise bereits in München angeboten und es bleibt nur eine Frage der Zeit, bis das Oldschool-Aerobic wieder ganz Deutschland fest im Griff hat. Wie lange dieser Trend anhalten wird, lässt sich hingegen noch nicht abschätzen. Wer also Spaß an bunten Klamotten und 80er Jahre Musik hat, sollte lieber schnell sein. Ansonsten bist du vielleicht schon bald wieder der oder die Einzige mit 80er Jahre Outfit und toupierten Haaren im Raum.

Retrotrend „Aerobic“: Die Sportwelt trägt wieder Stulpen und Stirnband

Die Zielgruppe des Retrotrends ist erstaunlich jung
Wer nun aber denkt, in den Aerobic-Kursen würden sich vor allem Frauen mittleren Alters tummeln, die um der guten alten Zeiten Willen noch einmal in ihre früheren Leggings schlüpfen, hat sich mächtig getäuscht. Nicht nur in Australien, England und den USA, sondern auch in Deutschland lassen sich für den Retrotrend nämlich vor allem junge Frauen begeistern. Etwa 20 bis 35 Jahre alt sind die meisten Teilnehmerinnen, an Mode interessiert und auf sozialen Plattformen aktiv. Sie posten ihr neues Workout kurzerhand auf Instagram und haben dadurch die neue Aerobic-Welle losgetreten. Aus diesem Grund ist das Oldschool-Aerobic – zumindest bislang – vor allem in Lifestyle-Studios mit hippem Image zu finden.

Aerobic als unkompliziertes Workout für Zuhause
Das Schöne am Aerobic ist aber nicht nur seine Vielseitigkeit als Ganzkörper- und Ausdauerworkout sowie seine tänzerische Komponente, sondern dass du es jederzeit ohne viele oder teure Hilfsmittel ausüben kannst. Wie wäre es mit einem klassischen Jane Fonda Aerobic-Video als Feierabendbeschäftigung? Immer mehr Menschen legen sich eine Aerobic-Grundausstattung für das heimische Workout zu und haben damit eine optimale Gelegenheit gefunden, auch abseits von teuren Fitnessstudios und mit wenig Zeitaufwand Kalorien zu verbrennen, ihren Körper zu definieren und vor allem Spaß zu haben. Das Workout in den eigenen vier Wänden bringt noch einen weiteren Vorteil: Hier wird dich niemand schief ansehen, weil du mit bunten Lycras, Stulpen und Stirnband unterwegs bist. In diesem Sinne: Welcome back, 80ies!