Echte „Survival-Situationen“ sind in unseren Breiten zwar häufig die Ausnahme, dennoch läuft nicht jedes Outdoor-Abenteuer nach Plan. Im Notfall sollte man daher genau wissen, was zu tun ist.


Survival-Tipps können dabei helfen, schwierige Situationen gut zu meistern, schließlich kommt man beim Wandern auch häufiger in nicht so einfach zugängliche Territorien. Die folgenden 5 Tipps sollen dabei helfen, dass man beim nächsten Outdoor-Trip gut vorbereitet ist. Weitere Hinweise gibt es auch im SportScheck Ratgeber mit hilfreichen Survival-Tipps.

#1 Niemals das Wetter unterschätzen
Wer auf einem Outdoor-Trip unterwegs ist, sollte unter keinen Umständen das Wetter unterschätzen. Besonders in den Bergen kann dieses von einem auf den anderen Moment umschlagen und wo vorher noch strahlender Sonnenschein herrschte, zieht plötzlich ein gefährliches Unwetter mit Sturm und Hagel auf. Auf solche Situationen sollte jeder Outdoor-Abenteurer vorbereitet sein.

Wer einen Outdoor-Trip plant, sollte zunächst auf ausreichenden Sonnenschutz achten. Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor und eine Kopfbedeckung zum Schutz vor Sonneneinstrahlung sind ein Muss. Aber auch wärmende Funktionskleidung sollte an Bord sein, welche im Fall der Fälle gegen Wind und Regen schützt, denn nichts entzieht dem eigenen Körper schneller die Wärme wie nasse Kleidung. Auch eine Rettungsdecke ist ein guter Begleiter auf Outdoor-Touren. Sie isoliert den Körper im Notfall und schützt vor Kälte.

#2 In Notlagen Hilfe holen
Schneller als man denkt kommt man bei einem Outdoor-Abenteuer in die Situation, dass man externe Hilfe benötigt. Beim Wandern in den Bergen hat sich jemand verletzt oder es gab einen Unfall beim Klettern. Wenn die Gruppe nicht helfen kann, sollte ein Notruf unter 112 (europaweit) abgesetzt werden. Diese Nummer sollte man also immer im Kopf haben. Sie ist von jedem Mobiltelefon aus zu erreichen und funktioniert auch kostenfrei.

Wer einen Notruf absetzt, sollte für den Beginn des Gesprächs immer die Antworten auf die „5 W-Fragen“ parat haben:

  • Wer ist der Anrufer?
  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wer ist verletzt?
  • Warten auf Rückfragen

Man sollte dem Gesprächspartner am Telefon gut zuhören und seinen Anweisungen folgen, denn das Rettungspersonal ist bestens geschult.

#3 Erste Hilfe leisten
Da der Rettungsdienst meist nicht von einer auf die andere Minute vor Ort ist, muss man im Notfall selbst erste Hilfe leisten. Wer oft auf Outdoor-Touren unterwegs ist, sollte daher mindestens einmal einen Erste-Hilfe-Kurs belegt haben, um im Ernstfall schnell agieren zu können. Ist jemand beim Wandern zum Beispiel so schwer gestürzt, dass es zu einem offenen Knochenbruch kommt, muss im ersten Schritt die Blutung gestoppt werden. Diese und noch viele weitere wichtige Hilfe-Maßnahmen lernt man bei einem Erste-Hilfe-Kurs. Zusätzlich sollte man stets ein Erste-Hilfe-Set bei sich führen. Dieses besteht im Idealfall aus einer Rettungsdecke, Verbandsmaterialien und einigen wichtigen Medikamenten.

#4 In Notlagen Wasser finden
Bei normaler Belastung liegt der Wasserbedarf eines Menschen bei mind. 1,5 Litern pro Tag. Ist man bei sehr heißen Temperaturen unterwegs oder strengt man sich stark an, zum Beispiel beim Klettern oder beim Wandern, kann der Wasserbedarf deutlich höher liegen. Aus diesem Grund sollte man immer ausreichend Flüssigkeit bei sich führen. Dauert der Trip durch einen unterwarteten Zwischenfall jedoch länger als geplant, sind die mitgeführten Ressourcen schnell aufgebraucht. Dann ist improvisieren erforderlich.

Regenwasser, Wasser aus Seen und Flüssen oder Tau können in der Not hilfreich sein, um den eigenen Flüssigkeitshaushalt zu decken. Wenn man zum Beispiel den Morgentau nutzen möchte, um Wasser zu gewinnen, streift man am besten mit einem Kleidungsstück durch eine Wiese oder Pflanzen, bis dieses vom Tau nass ist. Anschließend kann man das Kleidungsstück in einem Gefäß auswringen und das gewonnene Wasser trinken.

#5 Im Notfall Feuer machen
Muss man außerplanmäßig die Nacht ungeschützt im Freien verbringen, kann es sehr hilfreich sein, wenn man weiß wie man Feuer macht, denn besonders nachts kann es bitterkalt werden. Auf einem Outdoor-Trip solltest du daher immer ein Feuerzeug oder Streichhölzer bei dir führen. Zunächst sammelst du leicht entzündliches Material. Das kann trockenes Gras oder trockene Rinde von Bäumen sein. Sind diese Materialien entzündet, werden kleine Stöcke ins Feuer gehalten und entzündet. Anschließend können immer größere Stöcke und schließlich Äste verwendet werden, um ein größeres Feuer zu entzünden.

Für nasses Wetter eignen sich übrigens wasserfeste Sturmstreichhölzer. Diese trotzen auch den widrigsten Bedingungen bei Wind und Regen und funktionieren genau dann einwandfrei, wenn man sie wirklich braucht, nämlich bei Wetter, bei welchem herkömmliche Streichhölzer versagen würden.