Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Japan wächst ungebrochen und das nicht nur bei Anbietern von Spielanalysen, wie Wettformat, und den Fans. Es sieht so aus, als ob sie tatsächlich stattfinden können, denn viele andere große Sportereignisse werden dies auch, daher sollten die Olympischen Spiele in den kommenden Monaten ebenfalls nicht mehr verschoben werden.


Optimismus für ein ganzes Land
Von dem Moment an, als Japan die Olympischen Spiele 2020 ausrichten wollte, bezeichneten die Organisatoren die Spiele als Symbol der Erholung, denn nach einem jahrzehntelangen wirtschaftlichen Einbruch, nach einem verheerenden Erdbeben, einem Tsunami und einer Atomkatastrophe und nur nach einem Jahr der Verschiebung, kann es nur nach oben gehen. Jetzt, wo die Organisatoren die Pläne für die Durchführung der Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer vorantreiben, droht die Veranstaltung selbst zu einem Prozess zu werden, von dem Japan Jahre brauchen könnte, um sich zu erholen. Eine Reihe von gesundheitlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen haben die Spiele fest im Griff.

Tausende von Athleten und anderen Teilnehmern werden aus mehr als 200 Ländern nach Tokio kommen, während ein Großteil der japanischen Öffentlichkeit ungeimpft bleibt. Auf der anderen Seite sind die Menschen froh, nun endlich wieder Veranstaltungen zu haben, die an eine Normalität erinnern, wie sie bald wieder zurückkehren wird. Doch es gibt auch finanzielle Gefahren, denn das olympische Budget ist auf einen Rekordwert von 15,4 Milliarden US-Dollar gestiegen und hat allein im vergangenen Jahr um fast 3 Milliarden US-Dollar zugenommen und damit die langjährigen Zweifel daran, ob sich die Olympischen Spiele für die Gastgeberländer auszahlen, nochmals verstärkt.

Neue Sportarten, neue Möglichkeiten!
Dieses Jahr gibt es gleich fünf komplett neue Sportarten, was vor allem diese Olympischen Spiele in Japan zu etwas ganz besonderem machen. Es wird erwartet, dass die neuen Sportarten mehr Zuschauer anziehen werden, aber vor allem Zuschauer aus Bereichen, die durch Olympia bisher nicht erreicht werden konnten. Es geht vorwiegend um ein jüngeres Publikum, das mit den klassischen Sportarten wenig anzufangen weiß, aber beispielsweise begeistert ist für Skateboarding. Nachfolgend werden die neuen Sportarten ein bisschen näher erläutert.

Skateboarding
Skateboarding ist eine weitere neue Sportart, die bei den bevorstehenden Olympischen Spielen ihr Debüt feiert und von den Sportbeteiligten unterschiedlich bewertet wird. Skateboarding wird in zwei verschiedenen olympischen Disziplinen stattfinden, nämlich Park und Straße. Es wird interessant sein zu sehen, wer die dominierenden Länder sind, mit den Vereinigten Staaten, Brasilien, Portugal und dem Gastgeber Japan als Vorspiel der Favoriten.

Surfen
Das Surfen wird zum ersten Mal olympisch sein, so werden die Surfer am Tsurigasaki Beach an der japanischen Pazifikküste zu sehen sein. Es wird erwartet, dass die brasilianischen und die australischen Surfer zu den stärksten gehören und kaum Konkurrenz haben werden. Dies könnte dazu beitragen, viele neue Zuschauer für den Surfsport zu begeistern.

Karate
Karate wird jetzt auch bei den Olympischen Spielen stattfinden und es ist eine weitere Sportart, auf die viel gewartet wurde. Der Wettbewerb findet in Nippon Budokan statt, der 1970 erstaunlicherweise auch die ersten Weltmeisterschaften für diesen Sport veranstaltete. Die wichtigsten Favoriten werden voraussichtlich aus Spanien, der Türkei, Japan und China kommen.

Sportklettern
Sportklettern ist eine weitere neue Sportart, die in Tokio stattfinden wird. Die Athleten klettern an einer Wand hoch, die mit den üblichen Griffen unterschiedlicher Formen und Größen ausgestattet ist. Es wird dabei auf die Geschwindigkeit ankommen, in der eine Kletterwand bezwungen wird. Hier gelten vor allem  die USA und Japan als absolute Favoriten.

Karate
Karate ist nicht komplett neu, denn es war bereits olympisch, wurde jedoch wieder aus den Spielen genommen. Nun wird jedoch zum ersten Mal seit 2008 Karate wieder eingeführt. Hier gelten die Gastgeber aus Japan als absoluter Topfavorit.

Baseball
Baseball ist der Nationalsport in Japan, und es wird erwartet, dass sie der Favorit sind. Japan stellt auch die Nummer eins der Welt im Softball, weswegen sie die größten Favoriten sind. Andere Titelkandidaten, die sich mit Japan messen werden, sind die Vereinigten Staaten, Australien, Kanada, Italien und Mexiko.

Viele Japaner sind gegen die Spiele
Durch all das ist der grundsätzlich undemokratische Charakter der olympischen Entscheidungsfindung nur noch deutlicher geworden. Mit dem Beginn des olympischen Fackellaufs und der für den 23. Juli geplanten Eröffnungsfeier widersetzt sich die japanische Regierung den Wünschen eines Großteils der Öffentlichkeit. Denn in Umfragen sagen fast 80 Prozent der Japaner, dass die Spiele erneut verschoben oder sofort abgesagt werden sollten. Aber auch Geld, Nationalstolz und politische Sturheit spielen eine Rolle.

Das Internationale Olympische Komitee, das größtenteils durch den Verkauf von Rundfunkrechten finanziert wird, wird vielleicht sogar mehr verlieren als Japan, wenn die Veranstaltung abgesagt wird. Das IOC hat sich bemüht, Interessenten für zukünftige Olympische Spiele zu gewinnen, da die Städte beschlossen haben, den Aufwand und die Kosten nicht tragen zu wollen. In dem Bestreben, sich eine Atempause zu verschaffen, hat das IOC 2017 mit der Tradition gebrochen, indem es gleichzeitig die Gastgeber der nächsten beiden Olympischen Sommerspiele bekannt gab – Paris im Jahr 2024 und Los Angeles vier Jahre später. Diesen Monat wählte es Brisbane in Australien, als bevorzugten Kandidaten für die Veranstaltung 2032 aus.

Die Spiele müssen funktionieren
In Japan sind historische Strömungen ebenfalls wichtige Treiber. Die kriegsbedingte Absage einer Olympiade in Tokio im Jahr 1940 und die triumphale Inszenierung einer weiteren Olympiade ein Vierteljahrhundert später sind starke Symbole und stehen für Bedauern und Wiedergeburt. Der scheinbar unaufhaltsame Drang die Olympischen Spielen in jedem Fall durchzuführen, spiegelt sich auch in einer starren japanischen Bürokratie wider, von der sogar Parallelen zum Zweiten Weltkrieg gezogen werden, als die japanische Öffentlichkeit den Krieg nicht wollte, aber Japan trotzdem in den Krieg eintrat.  Außerdem ist da noch China.

Die Olympischen Winterspiele in Peking sind weniger als ein Jahr entfernt, und Tokio möchte sich damit brüsten, die ersten Spiele nach der Pandemie auszurichten. Wenn die Olympischen Spiele in Japan scheitern sollten, aber in China stattfinden, könnte dies der Regierung von Peking dazu dienen, ihr autoritäres System als überlegen darzustellen.

Was auch immer der Ausgang der Spiele in diesem Sommer sein mag, sie könnten tiefgreifende Auswirkungen auf die gesamte olympische Bewegung haben, die sich seit Jahrzehnten auf ein idealisiertes Versprechen von Inspiration und Stolz stützt, um enorme Ausgaben und zunehmend belastende Anforderungen an die Austragungsstätte zu kaschieren. Andererseits könnten die Spiele in Japan genau dort zu einem Umdenken führen und für eine neue positivere Darstellung der Olympischen Spiele führen, denn die Menschen brauchen Ablenkung und Freizeitspaß, der mit den Sommerspielen wieder für einen kurzen Zeitraum Einzug hält.