Bekanntlich besteht ein enger Zusammenhang zwischen Sport und Ernährung. Vor allem professionelle Athleten müssen sich an einen strengen Speiseplan halten, um konstant ihre besten Leistungen bringen zu können.

Viele Ernährungsberater sind der Meinung, dass Fleisch fester Bestandteil der Mahlzeiten von Sportlern sein muss. Der Grund ist die Versorgung mit Proteinen, und davon sind in Fleisch recht große Mengen enthalten. Allerdings nimmt der Anteil an Menschen, die auf tierische Produkte verzichten, immer mehr zu – das gilt auch für Athleten. Aber lassen sich sportliche Höchstleistungen überhaupt mit einer veganen Ernährung vereinbaren?

Leistungssteigerung – dank Veganismus?
Der deutsche Nationalspieler Serge Gnabry ließ im März 2019 aufhorchen. In Interviews berichtete er, dass er seit einigen Wochen kein Fleisch und andere tierische Produkte esse. Den Auftakt zur Saison 2018/2019 hatte er wegen Oberschenkelproblemen verpasst, im Herbst 2018 zwangen ihn zudem Adduktorenbeschwerden und erneute Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur zu Pausen. In den 20 Pflichtspielen bis Ende 2018, in denen er trotz allem auf dem Platz stand, erzielte er übersichtliche vier Treffer.

Nachdem er Anfang 2019 entschied, seine Ernährung umzustellen, stiegen Gnabrys statistische Werte deutlich. In 22 Pflichtspielen in der zweiten Halbserie der Saison 2018/2019 schoss er neun Tore – also mehr als doppelt so viele wie vor Weihnachten. Mindestens ebenso bemerkenswert wie die gesteigerte Treffsicherheit war aber, dass Gnabry bis zum Sommer 2019 nur bei einem Spiel fehlte, weil er sich eine Erkältung zugezogen hatte. Selbstverständlich ist es ein wenig zu hoch gegriffen, die Anzahl von Toren und das Anfallen von Verletzungen an der Ernährungsweise festzumachen. Bemerkenswert ist der Vergleich zwischen den zwei Saisonhälften trotzdem.

Gnabry hörte im Sommer 2019 mit der veganen Ernährung auf. Er ist aber bei weitem nicht der einzige Sportler, der sich ernsthaft mit dem Thema befasst hat. Der Tennisspieler Novak Djokovic und der Basketballer Kyrie Irving sind nur zwei Beispiele für Athleten, die ihren Sport auf höchstem Niveau betreiben und auf Fleischkonsum verzichten. Lionel Messi ernährte sich zumindest zeitweise vegan, um so seine Leistungen zu steigern.

Proteine aus Pflanzen
Es ist ein Mythos, dass Fleisch die einzig verlässliche Quelle für Proteine ist. Wie der Ernährungsexperte Axel Schurawlow in einem Blogeintrag von Betway Sportwetten verrät, gibt es ausreichend pflanzliche Nährstoffe, in denen ein relativ hoher Anteil an Eiweiß enthalten ist. Dazu gehören etwa Spinat und Nüsse. Schurawlow hat zudem einen Ernährungsplan zusammengestellt, der Sportler mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. Darin sind neben viel Obst und Gemüse auch Reis und Sojaprodukte enthalten.

Können (Profi-)Sportler auf Fleisch verzichten?

Im Vergleich zu 1991 ist der Konsum von Fleisch in Deutschland bis 2020 um 11,5 Prozent gefallen. Viele Menschen, die sich dafür entscheiden, weniger oder gar keine tierischen Produkte mehr zu sich zu nehmen, tun dies vor allem, um Tieren Leid zu ersparen. Auch der Schutz der Umwelt ist ein oft gehörtes Argument. Zudem wollen Menschen, die zeitweise oder ganz auf vegane Ernährung umsteigen, auf ihre Gesundheit achten. Dass es ihnen dabei keineswegs an lebenswichtigen Nährstoffen fehlt, zeigt das Beispiel mit den Proteinen.

Fokus auf Bestandteile von Lebensmitteln
Wenn man sich für veganes Essen entscheidet, sollte man jedoch verstärkt darauf achten, was in ihren Mahlzeiten enthalten ist. Schließlich müssen die Bestandteile von Fleisch, Ei, Milch und Milchprodukten dem Körper aus anderen Quellen zugeführt werden. Hinsichtlich der Attraktivität der Speisen müssen Veganer hingegen keine Abstriche machen. Inzwischen gibt es im Handel zahlreiche Fleisch- und Milchalternativen, die sich geschmacklich kaum vom echten Lebensmittel unterscheiden. So ernährt man sich mit Bedacht auf das Tierwohl und seine Gesundheit und muss trotzdem nicht auf den Geschmack von tierischen Produkten verzichten.