Das Fahrradfahren mit einem Pedelec bringt die Extraportion an Leistung. Denn jeder einzelne Tritt in die Pedale des E-Bikes kann durch den Motorassistenten unterstützt werden.


So zeigt sich nicht nur bei den Pendlern ein stetig steigender Anteil an Pedelec-Fahrern. Ebenso bei Hobbysportlern wächst dieser Teil. Schließlich bietet der Trendsport E-Biken nicht nur auf befestigten Straßen einen Vorteil. Dabei sehen sich Nutzer häufig mit einem speziellen Vorurteil konfrontiert.

Alles andere als „zu faul“
Wer ein Pedelec besitzt, wird nicht selten als Hobbysportler mit wenig Kondition angesehen. Schließlich gibt das System so etwas wie ein Extra an Schub. Entsprechend nutzen einige Biker diesen Bonus als wunden Punkt, um E-Bike-Fahrer zu diskreditieren. Infolge dessen gilt das Pedelec als Hilfe für Menschen, die einfach "zu faul" sind oder gar als „Drahtesel für Senioren“. Dabei wird häufig übersehen, dass das Fahren des E-Bikes unabhängig von der Motorunterstützung gerade für sportliche Zwecke durchaus anspruchsvoll und anstrengend ist. Denn der verbaute Elektromotor dient zwar als Hilfestellung, übernimmt allerdings nicht die gesamte Arbeit.

Begibt sich der Fahrer als Beispiel
auf die Tour d’Aldiana 2021 nach Österreich, kann er etwa Steigungen schaffen, die er vielleicht sonst schieben müsste. Somit ergibt sich daraus aus konditioneller Sicht eher ein Vorteil. Denn anstatt nebenherzulaufen und das Fahrrad mehr oder weniger hochzutragen, kann er so an seine Ausdauer arbeiten. Darüber hinaus kommen die gängigen Pedelecs allesamt mit verschiedenen Fahrmodi und diversen Einstellungsmöglichkeiten. So lässt sich der elektrische Antrieb den individuellen Anforderungen entsprechend einstellen.

Beim Kauf eines E-Bikes gibt es folglich viel zu beachten. So zählen Motorleistung ebenso wie Akku. Aber auch die Ergonomie muss stimmen, wie bei jedem Fahrrad. Zudem bietet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle an. Wichtig für den Hobbysportler sind dabei generell zwei Punkte. Zum einen braucht er ein Pedelec, das seinen sportlichen Ansprüchen gerecht wird. Wer also viel in den Bergen und auf unbefestigten Strecken unterwegs ist, kann mit einem Trekking-E-Bike herzlich wenig anfangen. Hinzu kommt, dass es
einen großen Markt für sehr gute gebrauchte E-Bikes gibt. Hier lässt sich folglich trotz Premium-Qualität häufig viel Geld sparen. Insbesondere wenn noch nicht zu 100 Prozent feststeht, wohin die elektrische Zweiradreise geht. Es muss also nicht immer das Neue sein, um alleine oder mit den Freunden im Gelände Spaß zu haben.

Kondition und Motivation
Grundsätzlich hat der E-Bike-Fahrer selbstverständlich ähnliche gesundheitliche Vorteile durch die Bewegung wie der klassische Fahrradfahrer. Zwar wird der Körper generell durch die elektrische Unterstützungsleistung des Elektromotors entlastet, doch das hat einen speziellen Nutzen. Denn hiermit kommt es zu einer Schonung von Gelenken überall im Körper. Insbesondere beim Mountainbiken, wo die Belastung für Knie, Oberschenkel und die Muskulatur extrem ist, haben Pedelec-Nutzer ihren Vorteil. Das gilt im Übrigen ebenfalls für Personen, die ohnehin bereits Probleme mit dem Bewegungsapparat haben.

Hinzu kommt, dass das E-Bike so etwas wie der persönliche Fitnesstrainer ist. Nicht nur wird über dieses deutlich mehr Sport an der frischen Luft betrieben –
wobei Outdoor-Fitness schon länger ein Trend ist – sondern ebenfalls werden ständig Daten generiert. Entsprechend lassen sich die Belastungen während der Fahrt optimal visualisieren und aufbereiten. Darüber hinaus kann der Fahrer die Herausforderung des Trainings über die verschiedenen Stufen der Motorunterstützung anpassen. Das bringt neben dem Extra an Motivation zudem die Möglichkeit, gezielt zu trainieren. Ebenso unter dem Gesichtspunkt der Konditionssteigerung ist das sinnvoll. Denn der Fahrer kann sich Schritt für Schritt an sein Ziel heranarbeiten, mit reiner Muskelmasse einen Streckenabschnitt, eine Steigung oder einen gesamten Parcours zu meistern. Hierzu setzt er die Unterstützung des Assistenzsystems kontinuierlich herab.


Sport zusammen erleben
Doch noch ein weiterer Punkt ist im Kontext der Pedelecs für den Freizeit-Athleten interessant. Denn am meisten macht das Fahrradfahren selbstverständlich mit Freunden zusammen Spaß. Allerdings findet sich nur selten eine Gruppe Hobbysportler, die sich konditionelle und muskulär in der gleichen Verfassung zeigen. Mit dem E-Bike können diese Punkte getrost unter „den Tisch fallen“. Denn schließlich ist es mit den elektrifizierten Velos möglich, eine ganz individuelle Schwungkraft sicherzustellen. Wer konditionell voraus ist, fährt einfach mit weniger Unterstützung als derjenige in der Gruppe, der vielleicht im Allgemeinen nur weniger auf das Fahrrad setzt.

Auch hier kommen im Übrigen die gebrauchten E-Bikes infrage. Denn gerade für Gemeinschaftsaktivitäten in den Bergen oder als Pendler-Fahrrad ist ein Pedelec aus zweiter Hand eine günstige Alternative und Option, elektrisch mobil zu sein,
ohne sich hierzu finanziell übernehmen zu müssen. Anschließend kann dann gemeinsam die Natur genossen und trainiert werden. Wem es irgendwann zu leicht geht, der stellt den Unterstützungsassistenten einfach ab.

Selbstverständlich gibt es im Sinne der Umwelt heute ebenfalls die Option, sich ein E-Bike zu mieten. Ob E-Mountain-Bike, Cross-E-Bike oder das City-Bike; diverse Anbieter offerieren eine Vielzahl von Optionen. Entsprechend einfach ist es dann auch kurzfristig ein E-Bike zu fahren. Hinzu kommt, dass mit dieser Möglichkeit ebenfalls ganz einfach getestet werden kann, ob so ein elektrifiziertes Fahrrad überhaupt etwas für den individuellen Anspruch ist.

Ohnehin ist eine Testfahrt vor dem Kauf sehr sinnvoll. Häufig gibt es diese Option im Rahmen einer E-Bike-Leihe. Der hierfür aufgewandte Obolus wird dann bei einem späteren Kauf üblicherweise verrechnet. Dennoch ist das testweise Fahren eine sehr gute Möglichkeit, sich nicht nur mit der Technik selbst vertraut zu machen, sondern ebenfalls mit der Wirkung, die der Unterstützungsassistent auf das Fahrverhalten hat.