Die schlechte Nachricht zuerst: Mit zunehmendem Alter verliert unsere Haut an Straffheit und Elastizität. Die gute Nachricht: Wir können selbst bestimmen, ob sich Krampfadern, Orangenhaut und Co. früher oder später bemerkbar machen.


Wer nämlich ein kräftiges Bindegewebe hat, kann sich auch lange über ein straffes Hautbild freuen. Um das Bindegewebe zu stärken, gibt es einiges, das du tun kannst. Welche Methoden besonders effizient sind, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Schwaches Bindegewebe?
Bestimmt hast du schon einmal von schwachem Bindegewebe gehört. Oder bist du vielleicht selbst davon betroffen? Wenn du dich schon mal gefragt hast, was das Bindegewebe überhaupt ist, haben wir hier die Antwort für dich parat. Das Bindegewebe ist ein wirkungsvolles Stützkorsett für Organe und Haut – es schützt vor Beschädigungen und dient als wertvoller Wasserspeicher.

Wenn das Bindegewebe schwächelt, ist das ein rein optisches Problem ohne gesundheitliche Langzeitfolgen. Kein Wunder: Denn wer stellt schon gerne eine unliebsame Cellulite, einen ausgeprägten Hängebusen oder unschöne Besenreiser an sich fest? Aber keine Sorge: Du kannst einiges machen, wenn du einer Hauterschlaffung vorbeugen oder ihr den Kampf ansagen willst.

1. Richtige Ernährung
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist das Um und Auf, wenn du dein Bindegewebe stärken möchtest. Schließlich muss die Haut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden, um lange straff und elastisch zu bleiben. Vermeide fettige Leckereien so gut wie möglich und achte darauf, dass du überwiegend auf Inhaltsstoffe, die deinem Bindegewebe zugutekommen, setzt. Vitamin C, Vitamin B3 und die Aminosäure Lysin sind besonders empfehlenswert:

  • Vitamin C baut das Kollagen im Bindegewebe auf und sorgt dafür, dass neue Zellen im Körper gebildet werden können. Wichtige Vitamin-C-Lieferanten sind z. B. Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren und Gemüsesorten wie Paprika, Spinat und Rosenkohl.
  • Vitamin B3 besitzt antioxidative Eigenschaften und schützt dadurch die Haut vor freien Radikalen. Außerdem regt B3 die körpereigene Kollagen- und Elastinbildung an, sodass der Hauterschlaffung gezielt vorgebeugt werden kann. Vitamin B3 ist u. a. in Vollkornprodukten, Kartoffeln und Erdnüssen enthalten.
  • Lysin gehört zu den wichtigsten Aminosäuren und hilft dabei, Kollagen und Elastin aufzubauen. Lysin wird nicht im Körper produziert und muss deshalb über die Nahrung aufgenommen werden. Lysin findest du z. B. in Getreideprodukten, Reis und Hülsenfrüchten wie Erbsen und Linsen.

2. Genügend Flüssigkeit
Bist du ein Viel- oder Wenigtrinker? Wenn du täglich schon genug trinkst, machst du am besten so weiter. Falls du aber immer wieder auf das Trinken vergisst, solltest du unbedingt mehr darauf achten. Eine ausreichende tägliche Flüssigkeitszufuhr ist nämlich ein weiteres wirkungsvolles Mittel, um das Bindegewebe zu stärken. Wir raten zu 1,5–2 Litern pro Tag.

Damit meinen wir aber nicht etwa Kaffee, gesüßte Säfte oder Alkohol. Nein, die Rede ist hier von purem Wasser. Wenn du genügend trinkst, werden deine Hautzellen mit viel Feuchtigkeit versorgt. So wird sie von innen heraus aufgepolstert, ohne an Kollagen oder Elastin zu verlieren. Falls du dich überhaupt nicht zu Wasser durchringen kannst, sind auch ungezuckerte Teesorten in Ordnung – was hältst du z. B. von selbstgemachtem Brennnesseltee?

3. Regelmäßiger Sport
Für eine straffe und elastische Haut ist regelmäßiger Sport unerlässlich. Dabei gilt: Je intensiver du dich beim täglichen Workout anstrengen musst, desto besser ist das für dein Bindegewebe. Mit nur 30 Minuten Bewegung am Tag kannst du überschüssigen Fettpolstern den Kampf ansagen und gleichzeitig wertvolle Muskelmasse aufbauen. Muskeln verdrängen nicht nur unliebsame Fettzellen, sondern straffen auch automatisch die darüberliegende Haut.

Für straffe und elastische Haut empfehlen wir dir eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauersport. So kannst du einerseits deine Muskeln gezielt kräftigen. Andererseits kannst du die Durchblutung und den Stoffwechsel in den Zellen fördern. Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen machst du am besten an der frischen Luft – so werden verspannte Faszien mit viel Sauerstoff versorgt.

4. Intensive Hautpflege
Natürlich kannst du zu speziellen Hautcremes greifen, um dich von unwillkommenen Hauterschlaffungen zu verabschieden. Doch du musst nicht zwingend ein halbes Vermögen für Cremes ausgeben – für eine intensive Hautpflege brauchst du gar nicht viel. Diese Hautpflegemethoden können dein Bindegewebe stärken:

  • Wechselduschen fördern die Durchblutung und sorgen somit für ein gesundes Bindegewebe. Dusche dich zuerst heiß und brause dich im Anschluss – vom Fuß beginnend – mit kühlem Wasser ab. Es reicht völlig, wenn du den Temperaturwechsel viermal wiederholst.
  • Trockenbürsten bedeutet, dass du deine Haut mit einer hochwertigen Bürste aus Naturfasern mit kreisenden Bewegungen massierst. Diese angenehmen Massagen wirken durchblutungsfördernd und straffen das tieferliegende Bindegewebe.
  • Salzpeelingsund Öle für Beine, Arme und Gesicht sind auch sehr empfehlenswert. Regelmäßige Peelings tragen abgestorbene Hautschüppchen ab und kurbeln die Durchblutung an. Danach reibst du die jeweiligen Körperstellen am besten mit einem Pflanzenöl deiner Wahl ein (z. B. Mandelöl). So wird deine Haut zusätzlich mit viel Feuchtigkeit versorgt.


Du wünschst dir nichts sehnlicher als straffe Haut? Ein kräftiges Bindegewebe kommt leider nicht von selbst, aber du kannst ihm mächtig auf die Sprünge helfen. Mit diesen vier Methoden stärkst du dein Bindegewebe von innen und außen. Da ist bestimmt auch das richtige Mittel für dich dabei. Also: Tschüss, Orangenhaut, Krampfadern und Besenreiser!

Dr. med. Martin Kürten
Dr. med. Martin Kürten

Dr. med. Martin Kürten ist in der Schönheitsklinik Fort Malakoff für die Leitung der operativen Abteilung zuständig. Die Klinik ist spezialisiert auf plastische Chirurgie, Schönheitschirurgie, nicht operative Faltenbehandlung und Laserbehandlungen im Raum Mainz, Wiesbaden & Frankfurt.