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Wandern und Familie: Mit den Augen der Kinder / Bild: Shutterstock

Wandern und Familie: Mit den Augen der Kinder

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Bergwandern ist ein idealer Familiensport. Allerdings nur, wenn Erwachsene nicht die eigenen sportlichen Erwartungshaltungen und Bedürfnisse als Maßstab nehmen, sondern die Bergwelt mit den Augen der Kinder betrachten.

Oft gehört – aber stimmt sie wirklich, die These vom „Bergwandern als ideale Familiensportart“? Geht man von der körperlichen Beanspruchung aus, dann in jedem Fall. Als Ausdauerbelastung im tendenziell niedrigen Intensitätsbereich, mit mäßigen Kraftkomponenten, passt das Gehen in der Natur eigentlich für jedes Alter. Übers Gehtempo und die Geländeauswahl kann die Belastung außerdem gut variiert werden. Etwas anders schaut es aus, wenn man die Sache mit dem Familiensport vom Motivationsaspekt her betrachtet. Viele „Kinder der Achtziger“ (also zur Zeit des ersten Wanderbooms) erinnern sich zum Beispiel nur mit Schrecken an eher zwangsbeglückende Bergtouren und Märsche mit den Eltern oder in der Schulzeit zurück.
Gilt das also mit der Familiensportart? „Doch, die These stimmt unbedingt“, sagt Naturfreunde-Experte und Familienvater Martin Edlinger. „Es liegt bloß in der Hand der Eltern, Wanderungen so zu gestalten, dass sie für Kinder und Jugendliche ein Erlebnis sind.“ Und Edlinger schickt gleich einen grundsätzlichen Rat hinterher: „Wer eine Wanderung mit Kindern plant und durchführt, sollte sich bedingungslos an den Bedürfnissen der Kinder orientieren. Es gilt, die Bergwelt mit den Augen der Kinder zu sehen.“ Denn Kinder und bis zu einem gewissen Grad auch Jugendliche lassen sich eben durch andere Faktoren motivieren als Erwachsene. „Und wer das berücksichtigt, kann auf einer Wandertour im Familienverbund enorm viel Spaß haben.“

WAS KIDS MOTIVIERT ...
Bevor wir aber Martin Edlingers Motivationstipps wiedergeben wollen, sei vorausgeschickt: Es hängt natürlich vom Alter, von der Entwicklungsstufe und der Persönlichkeit des Kindes ab, was ihm konkret Spaß macht und was nicht. Aber aus den folgenden Ratschlägen und den anschließenden Hinweisen auf die größten „Spaßkiller“ sollten Eltern es leicht schaffen, das Passende für ihr Kind herauszufiltern. So also machen Familienwanderungen Spaß:

GEMEINSAMES PLANEN
Es ist ganz logisch: Kinder wollen nicht als Anhängsel der Eltern in die Berge mitgeschleppt, sondern in die Planung einbezogen werden und mitbestimmen. Und das ist auch ihr gutes Recht. „Die gelungene Tour beginnt deshalb schon daheim im Wohnzimmer, wo man die Tour bespricht und gemeinsam auswählt“, sagt Martin Edlinger.

ABWECHSELNDE UMGEBUNG
Verwinkelte Wege statt endlos fader Forststraßen; Bäche, Wasserfälle, eine Klamm, Höhlen: Der Weg und der Wegesrand soll stets voller Überraschungen und Abwechslungen sein. Es ist immer gut, wenn es unterwegs viel zu erzählen und viel zu zeigen gibt – auch Sagenhaftes. Es kann, muss aber nicht ein von Menschenhand angelegter kindertauglicher Themen- oder Stationenweg sein: „Mit Kindern kann man wunderbar die Natur entdecken, Pflanzen und Tiere beobachten. Oder ein Stück barfuß über den Waldboden gehen.“ Auch ein Feldstecher gehört immer ins Elterngepäck. Und was stets gut ankommt: Rasten, wo Wasser fließt, mit dem Kinder spielen können.
Ein Tipp dazu: Es wäre gut, wenn Eltern sich in der Natur auch wirklich auskennen, also Pflanzen benennen oder etwas über die Umgebung erzählen können. Vor allem kleine Kinder entwickeln ein natürliches Interesse für solche Dinge. Wenn die Eltern selbst nichts darüber wissen, wird sich das später auch allgemein auf die Outdoorbegeisterung der größer werdenden Kids niederschlagen.

MOTIVIERENDE ZIELE
Dazu gehören sicher keine Berggipfel, Hütten oder gar Höhenmeter. Wenn schon, dann sollte man lieber Burgen, Schlösser oder Ruinen anvisieren. Etwas, das abenteuerlich klingt, und wozu sich wiederum ein paar Geschichten erzählen lassen. Viel mehr noch aber gilt beim Familienwandern das bekannte Motto: „Der Weg ist das Ziel“. Heißt: Wann immer es etwas Interessantes am Wegesrand zu entdecken gibt, sollte man stehenbleiben können und mit Kindern auf Erkundungstour gehen. Zeitdruck ist beim Familienwandern fehl am Platz.

MIT FREUNDEN AUF TOUR
„Schon ab Beginn des Volksschulalters werden reine Familienausflüge für viele Kinder schnell fad“, weiß Martin Edlinger. Tun sich zwei Familien zusammen, deren Kinder sich gut verstehen, dann ist das auch ein Top-Motivationsfaktor. Und das muss nicht das beste Freundespaar der Eltern sein – auch hier kommt es in erster Linie auf die Chemie zwischen den Kindern an!

VIELE PAUSEN
Das Stichwort Rasten ist ja vorhin schon gefallen: Je jünger Kinder sind, desto höher sollte der Pausenanteil sein. Als Faustregel kann man bei der Wanderzeit einen 50-prozentigen Pausenanteil einkalkulieren. „Kinder ermüden rasch, erholen sich aber auch wieder schnell“, erklärt der Naturfreunde-Experte. Dass Kinder in Pausen stillsitzen sollen, um sich zu erholen, ist übrigens ein Irrtum und fällt garantiert schon unter die Kategorie „Lustkiller“: Pausenzeit ist auch Spiel- und Entdeckungszeit. Die Plätze für die Pausen müssen also so gewählt werden, dass sich auch beim Herumtollen keine Gefahren ergeben. Und zur Pausengestaltung: Trotz aller „natürlicher“ Ressourcen – ein aufblasbarer Ball oder ein Frisbee passt in jedes Gepäck. Aber auch Spiele in der Natur, die heute viele nicht mehr kennen, gefallen Kindern. Klassisches Beispiel: Rindenschiffchen schnitzen! Ein Tipp an die Eltern: Das Wissen dazu kann man sich vorher auch anlesen ...

DIE JAUSE
Auch das gehört noch zum Pausenthema: „Die Jause ist für Kinder in der Regel ebenfalls ein guter Motivator – am besten, wenn man die Weckerl daheim gemeinsam befüllt und das Proviantsackerl gepackt hat“, sagt Edlinger. Besonders wichtig: Kinder brauchen eineinhalb bis zweimal mehr Flüssigkeit als Erwachsene – unbedingt danach planen und immer wieder Trinkmöglichkeiten anbieten!


LEICHTE KLETTEREIEN. Ab circa 6 Jahren kann man in den Pausen auch einen einfachen, höchstens 1,5 Meter hohen Übungsfelsen suchen und die Kinder (wenn sie wollen) unter Aufsicht darauf herumklettern lassen, empfiehlt der Naturfreunde-Experte. Nötigenfalls sichert man einfach mit der Hand. Mit allzu vielen Ratschlägen zur Klettertechnik sollte man sich zurückhalten: „Kinder sind erstaunlich gute Instinkt-Kraxler.“ Ab circa 9 Jahren kann in solchen Pausen mit einer „spielerischen“ Alpinausbildung begonnen werden – sofern man die Materie als Elternteil auch beherrscht. Einfache An- oder Abseilübungen machen bei Kindern in der Regel gute Laune.

VIEL ZEIT
Aus all dem schon Gesagten wird klar, dass bei Familientouren herkömmliche Zeitangaben für Wegstrecken nicht gelten. Je nach Größe der Kinder empfiehlt es sich, die eineinhalbfache bis doppelte Wegzeit einzukalkulieren.

SICHERHEITSGEFÜHL
Ein nicht zu unterschätzender Faktor: Wer mit Kindern am Berg unterwegs ist, soll unbedingt Sicherheit und Ruhe in jeder Situation ausstrahlen. Zum Thema
gehört auch dieser Experten-Ratschlag: Bergauf lässt man die Kinder das Tempo bestimmen, geht als Erwachsener also hinten. Bergab umgekehrt, weil Kinder dazu neigen, am Heimweg das Tempo zu beschleunigen – und durch die Ermüdung gerade beim Abstieg viele Unfälle passieren.

... UND WAS DEN SPASS KILLT
Nach den „guten Tipps“ noch zu den Lustkillern, die man meiden sollte:

SCHLECHTES WETTER
Kinder frieren viel leichter als Erwachsene, lassen sich auch von Nässe schnell demotivieren. Daher unbedingt ein Indoor-Alternativprogramm parat haben, wenn die Wetterprognose nicht passt. Selbstverständlich gehört auch die vollständige Schlechtwetterausrüstung ins Gepäck, wenn Sonnenschein prognostiziert ist. Und eine
trockene Schicht, um nicht verschwitzt rasten zu müssen. Und: „Ein Gewitter am Berg zu erleben, kann für Kinder ein traumatisches Erlebnis sein. Auch daher ist die Wetterprognose unbedingt zu beachten“, sagt Martin Edlinger. Nicht zu vergessen: Kinder sind von Natur aus vor UV-Strahlen schlechter geschützt. Kappe, Sonnenschutz, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor gehören also unbedingt ins Gepäck.

SCHLECHTE AUSRÜSTUNG
Bei Kleidung und Schuhwerk gilt nichts anderes als bei Erwachsenen: Qualität und vor allem Größe müssen stimmen – Druckstellen und Blasen sind schließlich auch für jeden Erwachsenen ein Grund für miese Laune auf Tour. Mangelnde Bewegungsfreiheit durch ungeeignete Kleidung macht auch nicht gerade Spaß.

ZU GROSSE ANSTRENGUNG
Fühlt sich ein Kind überfordert, dann ist das in jedem Fall ernst zu nehmen – und es müssen auch kurzfristige Planänderungen oder eine Umkehr jederzeit möglich sein.


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