Leave blank for all. Otherwise, the first selected term will be the default instead of "Any".
Leave blank for all. Otherwise, the first selected term will be the default instead of "Any".
Leave blank for all. Otherwise, the first selected term will be the default instead of "Any".
Leave blank for all. Otherwise, the first selected term will be the default instead of "Any".
Leave blank for all. Otherwise, the first selected term will be the default instead of "Any".
/// News
Live dabei:

Trail-Rennen an der Küste Liguriens: Live dabei beim Sciacche Trail 2016

Artikel vom:

Bloggerin Astrid Siebert war live dabei beim Sciacche Trail in Cinque Terre. Wie es ihr dabei ergangen ist, verrät sie in ihrem stimmungsvollen Erlebnisbericht.

Von Astrid Siebert


Die zweite Auflage des Sciacche Trail fand heuer am Palmsonntag statt. Gutes Wetter war vorhergegesagt und die Anreise zwei Tage vor dem Start recht einfach und unkompliziert. Wenn man an die ligurische Küste kommt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Zitronen- und Olivenbäume, Weingärten, ein mildes Klima und wunderschönes glasklares Meerwasser. Die zerklüfteten Felsen verleihen der Gegend ein ganz besonderes Flair (Ich empfehle bei dieser Sportveranstaltung wirklich länger zu bleiben und auch die Gegend zu erkunden).

Man konnte zwar bereits merken, dass die Saison in dem Tourismusgebiet begonnen hat, trotzdem war noch nicht allzu viel los. Und so konnte ich den Samstag auch noch für Sightseeing nutzen. Die fünf Orte des Nationalparks Cinque Terre sind sehr gut mit dem Zug verbunden, was die Streckenbesichtigung immens erleichtert. Bereits im Vorfeld fand ich ohne Probleme die Markierungen der Strecke.

Am späten Nachmittag war der Start zum Minisciacche-Trail in Monterosso, wo sich schon die kleinen Läufer nichts schenkten und wirklich Gas gaben. In Monterosso befand sich auch heuer wieder Start und Ziel sowie die Startnummernausgabe. Das typisch italienische Starterpaket konnte sich wirklich sehen lassen: Vino, Pasta und Pesto, dazu ein Hoody von LaSportiva und Laufsocken! Am Abend gab es ein Racebriefing, wo nochmal genau auf alle Streckenabschnitte eingegangen wurde. Das Starterfeld bestand hauptsächlich aus italienischen Läuferinnen und Läufern, trotzdem waren aus 17 anderen Nationen Teilnehmer am Start. Wir erhielten genaue Infos über anspruchsvolle Streckenabschnitte, extreme Steigungen und Downhills sowie über das Verhalten auf der Straße. Die Wege seien sehr eng, es könnten Touristen auf den Wegen sein, bergab sollte man sehr vorsichtig sein, Steine könnten rutschig sein, ab Riomaggiore sollte man noch genügend Kraft für die kommenden Treppen sein ... somit konnte es eigentlich losgehen.

DAS RENNEN
Der Start war für 6:30 Uhr angesetzt. Klar im Vorteil waren Läufer, die in Monterosso nächtigen (so wie ich glücklicherweise). So musste ich erst um 05:00 Uhr aufzustehen - im Hotel Pasquale sorgte man freundlicherweise für das entsprechende Frühstück. Etwa 20 Minuten vor dem Start traf ich am Gelände ein. Die Stimmung war angespannt, aber trotzdem fröhlich. Ich konnte mich noch mit ein paar anwesenden Trailfreunden aus Kärnten unterhalten und mit netten Läufern aus Italien, Norwegen und Schottland plaudern. Da wir in Italien waren, wurde die Startzeit nicht so genau genommen, und so erst um 6:39 gestartet.

Erst ging es rund einen Kilometer durch den Ort Monterosso entlang der Strandpromenade. So schnell wie das verging, waren wir schon bald am ersten Anstieg. Hier durften wir schon die ersten Stufen erklimmen, die waren aber nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch später kommen sollte. Nach gut fünf Kilometern hatten wir auch schon über 400 Höhenmeter in den Beinen. Es ging in einem für mich wirklich guten Tempo voran. Im Mittelfeld schien niemand Stress zu haben. Nach sechs Kilometern kam der erste steile Downhill, der schließlich über einen längeren Straßenabschnitt nach unten führte. Nach Kilometer 8 ging es wieder in den Wald hinauf, wo die erste Labestation mit Wasser und Orangen wartete.

Der folgende Abschnitt war wunderschön zu Laufen. Es ging stetig durch einen malerischen Wald mit angenehmen Wegen, erst bergab und danach weiter bergauf, bis wir nach rund 17 Kilometern auf dem höchsten Punkt auf 773 Metern Seehöhe angekommen waren. Weiter ging es durch traumhaften Trails. Mein nächstes Ziel war der Colle del Telegrafo, wo auf uns ein Kontrollpunkt und der steilste Downhill-Abschnitt der Strecke wartete. Da hatten wir dann schon 27 Kilometer in den Beinen. Die Labestation dort war der Hammer: Obst, Nüsse, Schokolade, süße Kekse, salzige Kekse, Wasser und Parmigiano!

Ich befand mich in einer Gruppe von Läufern, die es wirklich genossen dabei zu sein. Es machte total Spaß und durch die Unterhaltungen um mich herum verging die Zeit wie im Flug, so dass ich die Strapazen nicht so schlimm spürte. Außerdem konnte ich auf diese Weise mein Italienisch ein wenig aufpolieren. Nachdem ich den Abstieg nach Riomaggiore hinter mich gebracht hatte, wuchs meine Vorfreude aufs Ziel. Denn dieser Abstieg hat mir am meisten Sorgen bereitet. Im Vorfeld wurde mehrmals darauf hingewiesen, dass wir hier sehr aufpassen müssten. Außerdem Downhill ist nicht so ganz meine Stärke.

Live dabei: "Running Zuschi" beim Sciacche Trail 2016 / Bild: Astrid Siebert

In Riomaggiore angekommen, nach 31 Kilometern, wurde noch einmal die Labestation geplündert, denn hier wartete "das Monstrum" auf uns. Ein Aufstieg über circa 2 Kilometer und 200 Höhenmetern über Stufen... Stufen... Stufen... Das war der Beginn der gefühlten 1000 Stufen. Ich wusste bis zu dem Tag nicht, in wie variantenreich man Treppen bauen kann. Kein Wunder: Hatten die meisten Stufen doch schon viele Jahrhunderte überdauert.

Von da an handelte ich mich in Gedanken von Ort zu Ort. Manarola, Volastra, Corniglia, Vernazza. Einen nach dem anderen hieß es zu passieren. Die Wege auf der Strecke waren wirklich sehr eng, aber es war wunderschön durch Weingärten und entlang verschiedener Kulturdenkmäler zu laufen. Überall warteten überaus freundliche Helfer auf uns, versorgten uns und mit Essen und Getränken. Sogar durch einen Weinkeller ging die Strecke, das war wirklich ein Highlight. Schade nur, dass es keinen Wein zu trinken gab (Scherz, ich hätte wohl keinen vertragen).

Video: Impressionen vom Mini Sciacche Trail 2016


DAS FINALE

Nach 44 km erreichten wir Vernazza, den letzten Ort vor unserem Ziel in Monterosso. Ich wusste, die gröbsten Schwierigkeiten waren überstanden. Jetzt waren es nur mehr gute 3 Kilometer. Es ging noch mal rund 120 Höhenmeter hinauf und dann entlang eines toll angelegten Wanderweges durch den Wald. Ich war super drauf, konnte noch laufen, auch die letzten Stufen habe ich mit Schwung genommen. Egal, ob rauf oder runter. Es waren schon sehr viele Touristen auf den schmalen Wegen unterwegs, die uns aber allen Platz gemacht und uns angefeuert haben. Einige zückten sogar ihre Kameras und machten Fotos. Ich kam mir vor wie ein Star.

Als das Ziel schon in Sichtweite kam, war es nur mehr ein kurzer Weg von etwa 300 Metern ins Ziel, bergab. Eine totale Erleichterung nach knapp 48 Kilometern und 2.600 Höhenmetern noch wohlauf und gesund ins Ziel zu kommen. Es wurde uns eine wunderschöne Kunsthandwerk-Medaille überreicht und so konnten wir uns über das Pastabuffet hermachen. Dazu gab es Meeresfrüchte, Sardinen und Kuchen - la dolce vita für Läufer sozusagen.

MEIN FAZIT
Ein besonders anspruchsvoller Trail, bei dem man bis zur letzten Minute sehr konzentriert sein muss und sich die Kräfte gut einteilen sollte. Insgesamt eine top organisierte Veranstaltung (Bei 250 Startern nur 4 Ausfälle und keine gröberen Verletzungen ist wirklich eine gute Quote.)! Viele freundliche Helfer entlang der Strecke, ausreichend Labestationen und eine sehr gut markierte Strecke, die das Verlaufen fast unmöglich machte. 


ERGEBNISSE

Damen:
  1. Rampazzo Silvia (ITA) mit 4:59:44
  2. Botti Giulia (ITA) mit 5:47:17
  3. McRae Sally (USA) mit 6:04:58
Die schnellsten Österreicherinnen:Striednig Ulrike mit 6:20:01 auf Platz 7 und Siebert Astrid mit 8:57:00 auf Platz 34
Herren:
  1. Jung Daniel (ITA) mit 4:24:09
  2. Giovanelli Nicola (ITA) mit 4:37:02
  3. Paris Giovanni (ITA) mit 4:42:46
Die schnellsten Österreicher:Eberl Michael mit 5:04:47 auf Platz 7 und Planteu Josef mit 7:21:50 auf Platz 91


Weitere Infos zur Veranstaltung findest du auf der offizielle Homepage http://new.sciacchetrail.com.


Zum Weiterlesen:

Diese Seite verwendet Cookies. Durch Nutzen dieser Seite sind Sie mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Nähere Informationen zu Cookies finden Sie hier