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Running Zuschi unterwegs: Wenn Läufer langlaufen ... / Bild: Horst von Bohlen

Running Zuschi unterwegs: Wenn Läufer langlaufen ...

Artikel vom:

Running Zuschi

Unsere SPORTaktiv-Laufexpertin, -Materialtesterin und Bloggerin Edith Zuschmann zieht es nach Tirol, genauer gesagt Obertilliach, zum Langlaufkurs. Was man bei so einem Lehrgang lernen kann und was passiert, wenn Läufer langlaufen, hat "Running Zuschi" für unsere Sportsfreunde festgehalten.

Von Edith Zuschmann


Lange + Laufen + Schnee = Langlaufen. Eines meiner Ziele für 2015 lautet: Langlaufen endlich technisch richtig zu lernen. Bis dato war ich ausschließlich im klassischen Stil unterwegs, was mir großen Spaß bereitet. Doch bei Anstiegen oder längeren Flachpassagen merkte ich bald, dass mein Bewegungsablauf alles andere als ökonomisch ablief. Skating hatte ich noch nie versucht. Zu weit weg von der eigentlichen Laufbewegung erschien mir diese Langlauf-Technik.
Fachkundigen Rat wollte ich mir nun genau dort holen, wo sich die Weltbesten in dieser Sportart tummeln. Und so brach ich für drei Tage ins österreichische Langlauf- und Biathlonmekka auf: Obertilliach in Osttirol. Hier wollte ich meinem Vorhaben einen entscheidenden Schritt näher kommen.

Wenn Läufer langlaufen: Trainer Virgil / Bild: Horst von BohlenDER LEHRER
Als Langlauf-Trainer für Jugendliche und als Skischul-Lehrer für Langlaufanfänger sowie Fortgeschrittene arbeitet Virgil im Biathlonzentrum von Obertilliach. Seit Jahrzehnten sind die zwei schmalen Bretter dem Osttiroler mehr als nur Beruf und wenn er von diesem Sport spricht, beginnen seine Augen zu funkeln und seine ganze Leidenschaft springt regelrecht auf die Schüler über. Kein Zweifel: Er weiß wovon er spricht! Somit war ich gleich  an den Richtigen geraten.

Wenn Läufer langlaufen: Die Aufwärmübungen / Bild: Horst von BohlenSESSION Nr. 1: KOORDINATIVES AUFWÄRMEN
Dass Langlaufen verdammt viel mit Koordination und Feinmotorik zu tun hat, davon kann ich nur ein Lied singen… Bei fehlender Koordination geht nicht nur die liebe Kraft “flöten”, der Körperschwerpunkt ist binnen Millisekunden dem kühlen Weiß nahe. Daher gab es eingangs gleich einmal koordinative Aufgaben, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

SESSION Nr. 2: TECHNISCHE ÜBUNGEN
Für Virgil steht fest: Der Einstieg zum Langlaufen geht über die klassische Technik. Nicht unbedingt, weil sie koordinativ einfacher ist (im Vergleich zur Skating-Technik – im Gegenteil) – sondern weil sie dem alltäglichen Bewegungsablauf sehr ähnlich ist. Ich hatte immer gedacht: Langlaufen = Laufen auf Schnee. Der kurze, kräftige und dynamische Abstoß mag gleich sein… doch während beim Laufen der zyklische Sprung das entscheidende Kriterium ist, geht es beim Langlaufen schlichtweg um das ökonomische Gleiten. Somit stand das Umlernen auf dieses besagte Gleitgefühl bei meinen technischen Übungen an erster Stelle. Es dauerte ein wenig, aber jedem Versuch kam ich der Sache näher. Kleine Tipps vom Experten, wie etwa “Hüfte nach vor schieben und durchdrücken” halfen…. und erinnerten mich schlussendlich doch wieder ans geliebte Laufen.
Wenn Läufer langlaufen: Auf die Technik kommt es an / Bild: Horst von BohlenDie adäquate Bergauf- und Bergab-Technik durfte dabei natürlich nicht fehlen. Wobei: die kleinen kurzen Schritte und der Versuch, die Beine so rasch wie möglich wieder nach vorne zu bringen, erinnerten mich sehr ans Traillaufen. Die entscheidende Facette für mich, war die Korrektur meines Körperschwerpunkts. Ich lag viel zu weit vorne, was zum unweigerlichen “Durchtreten” bzw. wegrutschen führte. Dank Virgils geschultem Auge konnte ich mich auch dabei entscheidend verbessern.

Wenn Läufer langlaufen: In der Gruppe läuft es gleich besser ... / Bild: Horst von Bohlen

SESSION Nr. 3: ÜBEN, ÜBEN UND NOCHMALS ÜBEN
All die hilfreichen Tipps und Tricks helfen unterm Strich (wie überall) nur dann etwas, wenn sie immer und immer wieder fleißig geübt werden. So ging es nach einer kurzen Verschnaufpause auch gleich auf die Loipe. Noch ein paar kleine Korrekturen von Virgil – und dann der entscheidende Satz, gepaart mit einem verschmitzten Lächeln: “Jetzt musst du nur noch üben, üben, üben.” Danke – Coach. Das mache ich! Auch interessant: Ab in die Loipe: 15 Tipps fürs Langlaufen 

SESSION Nr. 4: DIE ABWECHSLUNG
Wenn Läufer langlaufen: So sieht die Technik beim Trainer aus / Bild: Horst von BohlenWie eingangs erwähnt, hatte ich immer gedacht, als alternatives Lauftraining sollte es nur Klassisch sein. Doch Virgil belehrte mich eines Besseren. Während beim klassischen Stil der Abdruck – wie beim Laufen – über den zentralen Mittelfuß und den Vorderfuß geht, erfolgt der Abdruck beim Skaten über die Innenkante. Die Abduktoren und Adduktoren sowie die äußere Seite des Gesäßmuskels und die Hüftmuskulatur werden dabei besonders gefordert.
Was das nun mit dem Laufen zu tun hat? Genau diese Muskulatur sorgt u. a.  für eine gehörige Portion Stabilität während des Laufens. Beim Skaten werden diese Partien nicht nur gekräftigt, sondern verschafft ihnen auch zusätzliche Ausdauer. Also wagte ich mich erstmals auf die Skating-Skier. Wie es mir dabei ergangen ist … das erzähle ich euch beim nächsten Mal.

Video: Imagefilm 'Langlaufen in Obertilliach'


RUNNING ZUSCHIS FAZIT

Konklusion nach einem Tag intensivem Langlauf-Training im klassischem Stil: Ich laufe lang und gleite, anstatt in der Loipe mein klassisches Lauftraining zu absolvieren. Eine Session mit einem geschulten Auge brachte mich meinem Ziel ein beachtliches Stück näher. Jetzt fehlen nur viele Übungsstunden.

Mehr von unserer Laufexpertin findest du in ihrem Blog http://runningzuschi.com. Fotocredit: Horst von Bohlen.


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