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Laufen ist seine Passion: Dieser Oberösterreicher hat sogar Forrest Gump überrundet / Bild: liana.at

Running Man: Dieser Oberösterreicher hat sogar Forrest Gump überrundet

Artikel vom:

Laufen, laufen, laufen. Jeden Tag, fast vier Jahre ohne Unterbrechung und auf der ganzen Welt. Philipp Grill aus Oberösterreich hat sogar Forrest Gump überrundet und dabei viel über sich und die Welt gelernt.

Von Klaus Molidor


Jetzt tauchen sie wieder auf, die Fragen der Freunde und Bekannten. „Wie lange noch?" wollen sie von Philipp Grill wissen. „Wie lange willst du noch jeden Tag laufen gehen?" Die Standardantwort war dann jahrelang: „So lange wie Forrest Gump". Drei Jahre, zwei Monate und 14 Tage. So lange ist die von Tom Hanks dargestellte Figur im Hollywood-Klassiker aus dem Jahr 1994 gelaufen. Diese Marke hat Grill im Frühjahr 2017 erreicht. Trotzdem läuft er immer noch jeden Tag zumindest acht Kilometer.

Dabei wollte er eigentlich „nur" abnehmen. Mit mehr als 90 Kilo war es Zeit, etwas zu tun. Regelmäßig. „Weil du einen Plan brauchst, um nicht gleich wieder mit dem Sport aufzuhören." Am Anfang hieß es durchbeißen, dann wurde es mehr und mehr Genuss. „Wenn ich im Herbst in der Früh loslaufe, im Tal der Nebel liegt und die Sonne aufgeht – das ist ein Naturerlebnis, da geht's dir einfach gut."

Zeiten, Rekorde, Wettkämpfe: Das war anfangs nichts für den 30-Jährigen aus Rohrbach (OÖ). Laufen, damit es ihm besser geht war sein Ziel. Eine Woche lang jeden Tag, einen Monat, ein Jahr. Nach eineinhalb Jahren haben ihn seine Freunde „Forrest" gerufen. War ihm egal, ist ihm egal. Die Kilos sind gepurzelt, die Laufleistung ist gestiegen.

DER EIGENE KÖRPER IST DER TRAINER
40 Kilometer waren es bei seinem ersten Wings for Life World Run. Zum besseren Verständnis: Wer bei diesem Rennen 40 Kilometer schafft, muss den Marathon in 3:08 Stunden laufen können. „Aber ich laufe immer ohne Trainingsplan", sagt Grill. Sein bester Trainer ist in der Zeit einer geworden, den er Tag für Tag besser kennengelernt hat: der eigene Körper. „Wenn ich vorhabe 30 Kilometer zu laufen und merke, dass die Beine schwer sind, dass die Leichtigkeit fehlt, dann belasse ich es eben bei 8 Kilometern. Und umgekehrt", erzählt er.

Einmal wollte er dennoch wissen, was mit gezielter Trainingssteuerung drinnen ist. Nachdem er beim zweiten World Run 44 Kilometer geschafft hat, sollten es beim dritten 50 werden. „Da hab ich eine Leistungsdiagnostik gemacht und nach Plan trainiert." Nach ein paar Wochen begann es aber zu zwicken. Keine großen Probleme, aber ein Warnschuss. „Also hab ich den Plan verworfen und wieder auf mich selbst gehört."

Dabei ist Philipp Grill ein Kind der Zeit. Er arbeitet in der IT-Branche und ist immer auf der Suche nach neuen Technologien. Und er hat auch ein soziales Leben. „Es ist mir enorm wichtig, Freunde zu treffen, nach der Arbeit etwas zu unternehmen." Laufen findet daher dann statt, wenn alle noch schlafen. Um 5:15 Uhr steht er auf, um 5.30 Uhr ist er auf der Runde. Wenn irgendwo ein Artikel über Sportsucht erscheint, liest er ihn aufmerksam. „Und ich reflektiere sehr genau, ob ich sportsüchtig bin oder nicht, spreche mit Freunden darüber, wie sie die Sache sehen."

DAS LEBEN – EIN ABENTEUER
Immer wieder nimmt er sich Auszeiten. Nachdem er in einer Firma aufgehört hat, ist er auf Weltreise gegangen. Hawaii, Peru, die Fidschi-Inseln, Südafrika, Botswana, Australien. Überall ist er gelaufen, hat neue Menschen kennen­gelernt, neue Erfahrungen gemacht. „Du hast die ganze Welt gesehen" – sagen seine Freunde. „Ich habe so wenig von der Welt gesehen" – sagt Philipp Grill. „Je mehr ich gereist bin, desto mehr ist mir bewusst geworden, wie wenig ich weiß." Dafür erklären ihm daheim Leute die Welt, die nie aus ihrem Dorf hinausgekommen sind. „Uns geht es in Österreich so gut. Sozial- und Gesundheitssystem sind sehr gut, wir können Leitungswasser trinken und so viele Leute meckern, nörgeln und jammern."

Seinen Blog hat er Liana genannt, als Abkürzung für „Life is an adventure" – das Leben ist ein Abenteuer. Er will zeigen, dass es mehr gibt als die eigenen vier Wände, den Horizont erweitern, Leute an seinen Erfahrungen teilhaben lassen. Sie vielleicht auch dazu zu bringen, jeden Tag zu laufen, jahrelang? „Nein, das nicht. Das ist ja auch ein Blödsinn." Darum hat das tägliche Laufen auch ein Ablaufdatum. „Jetzt geht es mir super damit, ich bin nie krank und musste in der Zeit nie Tabletten schlucken. Auch der Bewegungsapparat ist in Ordnung. Aber ich weiß ja nicht, wie das in 10, 15 Jahren ausschauen würde."

Ganz aufhören wird er mit dem Laufen nicht. „Ich mache es ja nicht wegen der Rekorde, sondern wegen des Genusses." Jeden Tag muss er sich das nicht mehr geben. „Da geht es um den logistischen Druck: wenn du auf den Großvenediger gehst, runterkommst und dann noch laufen sollst, ist das einfach zach."

DER WEIHNACHTS-SCHWEINEHUND
Wer jetzt glaubt, dass Philipp Grill keinen inneren Schweinehund hat, der irrt. Ein-, zweimal pro Jahr meldet sich der. „In der Weihnachtszeit, wenn ich hin und wieder am Abend laufe. Da hab ich nach der Arbeit Hunger, laufe aber vor dem Essen und sehe in die erleuchteten Wohnzimmer. Dort sitzen die Leute und essen und haben Spaß. Da denk ich mir schon: Ich will das jetzt auch."

Also Philipp, wie lange noch jeden Tag laufen? „Auf alle Fälle bis 3. Jänner 2018", sagt er ohne nachzudenken. An dem Tag macht der das vierte Jahr voll, 1461 Tage hintereinander. Und weil er eben doch nicht ganz ohne Ziel ist, möchte er heuer noch die 4000-Kilometer-Marke knacken. Das Laufen hat ihm viel gebracht. Fitness, Weltoffenheit, Zufriedenheit mit einfachen Dingen. „Ich brauche kaum Dinge, die viel Geld kosten", sagt er. Lieber sind ihm Erlebnisse in der Natur, in den Bergen, in der ganzen Welt. „In Südafrika bin ich an der Grenze zu Botswana durch ein kleines Dorf gelaufen, dort haben mich viele Kinder einfach so ein Stück begleitet. Das war ein einmaliges Erlebnis."

Oder in Machu Picchu, der legendären Ruinenstadt der Inka in Peru. „Das war auch der einzige Lauf, der nicht vollständig mit Runtastic aufgezeichnet ist. Dort hatte ich nach zehn Minuten immer noch kein GPS-Signal. Also bin ich einfach so gelaufen." Hawaii, Botswana, Rohrbach. Philipp Grill läuft, weil es ihm Spaß macht. Und wie wird das sein, wenn er tatsächlich einen Kalendertag pausiert? „Nicht so schlimm, denke ich. Der Stress, das Laufen unterzubringen, wird wegfallen." Und die Fragen der Freunde.

Philipp Grill / Bild: Tobi Reiter
Philipp Grill
Der Oberösterreicher läuft seit 3. Jänner 2014 jeden Tag und hat in dieser Zeit knapp 15.000 Kilometer zurückgelegt. All seine Läufe zeichnet er mit der Runtastic-App auf. Neben seiner Arbeit in der IT-Branche berichtet er auf seinem Blog von den Erfahrungen, die er auf der ganzen Welt gemacht hat.

Web: www.liana.at



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