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Radtour zwischen Ost und West: Unterwegs am Berliner Mauerweg

Radtour zwischen Ost und West: Unterwegs am Berliner Mauerweg

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Ja, 1989 war’s! Zum 25. Mal jährt sich heuer der Fall der Berliner Mauer – ein guter Grund auch für Tourenradler, einen Ausflug nach Berlin zu machen und auf dem 180 Kilometer langen Mauerweg zurück in ein dunkles Geschichtskapitel zu fahren.


Die Jüngeren haben in der Schule von der Berliner Mauer gelernt, die Älteren kennen aus unzähligen Berichten das Bild des abgeriegelten Brandenburger Tores. 160 km lang, 3,6 Meter hoch und aus 1,2 Meter breiten Stahlbetonplatten zusammengesetzt, mit Außenmauer, Innenmauer, Todesstreifen, Schussanlagen, Wachtürmen: Das war die Berliner Mauer, als undurchdringbarer Ring um den Westteil Berlins gezogen – ein erschütterndes Bauwerk, an dem das Leben und die Schicksale unzähliger Menschen, die aus dem Osten flüchten wollten, zerbrochen sind. 
Doch erst durch das „Erradeln“ wird der Irrsinn tatsächlich begreifbar. Der „Berliner Mauerweg“ (nicht „Rad-“, weil eben auch Wanderweg) kennzeichnet exakt den Verlauf der ehemaligen DDR-Grenzanlagen zu West-Berlin. Genau gesagt den ehemaligen „Zollweg“ (im Westberliner Teil) und den „Kolonnenweg“, der einst von den DDR-Grenztruppen für Kontrollfahrten angelegt worden war.
Der gesamte Weg ist an historisch interessanten Punkten mit Gedenksteinen markiert, etwa zur Erinnerung an dort erschossene DDR-Flüchtlinge. Auch Mauerreste sind immer wieder zu finden, auf der Westberliner Seite voll mit Graffitis. Zu zwei Drittel aber führt der Berliner Mauerweg heute durch Naturlandschaft. Ein echter Naherholungsbereich  für die Städter – und doch ein seltsamer Kontrast zu den noch immer sichtbaren innerstädtischen Wunden.

WEGWEISER IN 3,6 METER HÖHE
Wir haben den Mauerweg in drei Tagesetappen erkundet, mit einem fixen Standort, was sich am sinnvollsten erwies. Der eigentliche Weg ist nämlich in Wirklichkeit 180 km lang, denn er kann natürlich nicht überall dem exakten alten Mauerverlauf folgen.
Von unserem Hotel in Reinickendorf im Norden Berlins ist es nur ein knapper Kilometer bis zum Mauerweg. Wir entscheiden aber, quer westwärts am Tegeler See vorbei bis Spandau zu fahren und in Staaken Richtung Norden (Henningsdorf) zu beginnen. Und hier kommt gleich die erste Herausforderung: Wir sind blicktechnisch gefordert, denn die Markierungstafeln des Mauerwegs sind in 3,6 Meter Höhe angebracht! Als Symbol für die Höhe der einstigen Mauer ...
Unser Startort Staaken war einst Grenzbahnhof für die nördliche Transitstrecke und (wie alle Grenzübergänge) scharf bewacht. Von hier führt die Route nach Norden, wo man hautnah erlebt, wie die DDR-Regierung auch den Schiffsverkehr kontrollieren ließ. Vorbei an früheren westdeutschen Exklaven (wie „Eiskeller“, „Fichtewiese Erlengrund“) geht es nach Hennigsdorf.
Die Radstrecke ist wunderschön angelegt – in der Idylle aber erinnern die vielen Mahnmäler und Gedenkstätten entlang der Strecke doch immer wieder an den Irrsinn des Einsperrens, Wegsperrens und Überwachens. Von Hennigsdorf nach Hohen Neuendorf und weiter nach Hermsdorf geht unsere Fahrt durch den Norden Berlins, der letzte Teil der 1. Etappe (gesamt 75 km) führt bis knapp vor die S-Bahnstation Wollankstraße. Perfekt für den Rücktransport ins Hotel ...

MITTEN DURCH BERLIN
Etappe 2 führt uns über 95 km vom Hotel mitten durch die Innenstadt Berlins bis Potsdam. Zunächst gibt sich die Tour wieder als idyllischer „Vorort-Radweg“ – mit jedem Pedaltritt aber taucht man tiefer in die Stadt und auch in die leidvolle Geschichte ein. Bernauerstraße, Regierungsviertel, Brandenburger Tor: Hier wird die Reise sehr langsam, gebremst von Besuchermassen. Aber es gibt ja viel zu sehen und zu entdecken. Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie: Wir folgen dem Zick-Zack der ehemaligen Mauer im Herzen Berlins – und rätseln einmal mehr über die einstige „deutsche Gründlichkeit“, Menschen im vermeintlichen „Arbeiter-und-Bauern-Paradies“ einzusperren. Schließlich geht es wieder in ruhigere Gefilde, Richtung Süden und Richtung Schönefeld. Hier wurde der Mauerweg wieder der Bevölkerung zurückgegeben: Biker, Skater, Spaziergänger sind unterwegs und genießen die Freiheit. Bis vor Potsdam geht es (heute) idyllisch dahin, in Potsdam selbst beenden wir die Tagestour. Von hier führt uns die Schnellbahn direkt wieder bis fast vor die Hoteltür.Umgekehrt geht es am dritten Tag los: Zuerst fahren wir mit der Schnellbahn wieder retour nach Potsdam und dort einen Kilometer vom Bahnhof Richtung Babelsberg, um dann wieder am Mauerweg einzusteigen, der hier die Stadt Potsdam regelrecht umschlingt. Die Tagestour über 49 km führt wieder durch viel Naturlandschaft Richtung Norden, bis nach Staaken, und weitere 20 km über die Strecke der 1. Etappe durch das Nacherholungsgebiet an der Havel und den Tegeler See zum Hotel.

Der Berliner Mauerweg am Brandenburger TorDIE ZWEI AUF TOUR
ERIKA KÖNIG und CHRISTIAN FELNER sind begeisterte Freizeitbiker, radeln gemeinsam von Wien und Graz aus im Jahr ca. 6.000 km – und lassen hier die SPORTaktiv-Leser in ihrem „Radtagebuch“ mitlesen.
Kontakt: felner@aon.at

INFOS ZUM BERLINER MAUERWEG
Der Berliner Mauerweg ist eine tolle Radtour mit vielen Eindrücken in zum größten Teil grüner Landschaft. Er ist fast flach, die einzigen Anstiege im Norden sind gerade mal 100 Meter lang, aber dafür 10 % steil... Man sollte drei Radtage einplanen, um auch Zeit für die Historie zu haben. Für uns war das Hotel Rheinsberg am See in Reinickendorf der optimale Standort! Wer länger radeln will: Es gibt jede Menge Anschlussradwege!

Auch interessant:
www.berlin.de/mauer/mauerweg


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