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Michael Cepic NADA WADA Doping Interview

NADA: "Wir bekämpfen die Unwissenheit."

Artikel vom:

Über Dopingkontrollen im Breitensport, "Pulverl" und Aufklärung an der Schule - Michael Cepic, CEO der Nationalen Anti-Doping Agentur Austria (NADA) im Interview mit SPORTaktiv.

Herr Cepic, es gibt gerade einigeaktuelle Dopingurteile. Wird wieder strenger gegen Dopingsünder vorgegangen?
Nein, es gibt kein „strenger“. Die Grundlage, aufgrund der die österreichische Anti-Doping-Rechtskommission ihre Verurteilungen ausspricht, ist a) das Gesetz, und b) der Code der weltweiten Anti-Doping Agentur WADA. Da ist keinen Spielraum. Gibt es einenbegründeten Verdacht auf Dopingdann müssen wir dem nachgehen.

Im Vorjahr hat es 2.274 Dopingkontrollen gegeben, um 14,3 Prozent mehr als 2011. Gibt es bei uns immer mehr Dopingverdächtige? 
In Österreich gibt es definitiv nicht mehr Dopingsünder oder Verdächtige. Vergleichbare Länder wie Schweiz, Dänemark, Schweden kontrollieren sogar noch mehr.Trotzdem: Auch wir werden die Kontrollen noch mehr verstärken.

Was ist das Ziel?
Ein Sport ohne Doping. Denn Doping ist Betrug! In keinem anderen Beruf würde man mit zwei Jahren Suspendierung davonkommen, wenn man jemanden um derart hohe Geldsummen, um die es im Profisport oft geht, betrügt. In anderen Berufen würde niemand so etwas mit einem Augenzwinkern akzeptieren und sagen: „Ist halt passiert.“

Glauben Sie tatsächlich, dass Sport ohne Doping möglich ist?
Ja. Weil die Kontrollen immer besser werden, sollte das irgendwann möglich sein. So wie es irgendwann Autos gibt, die nicht losfahren, wenn man Alkohol getrunken hat. Und genau so wird es beim Doping sein. Ein erster Schritt dazu ist die Einführung des Blutpasses für Leistungssportler: Da werden künftig pro Jahr zehn bis zwölf Blutkontrollen gemacht, und aus diesen regelmäßigen Analysen kann man einige Schlüsse ziehen, die bei Einzelkontrollen nicht machbar sind.

Im Breitensport sind aber weiterhin keine Kontrollen geplant.
Bei uns sind drei Millionen Menschen in Sportvereinen gemeldet. Es geht zum einen kostentechnisch nicht, so viele Sportler zu kontrollieren – und es macht auch keinen Sinn.

Wie wollen Sie die Breitensportler dann erreichen?
Im Breitensport ist es vielfach Unwissenheit, die in erster Linie zum Medikamentenmissbrauch, aber auch zu Doping führt. Ich glaube die Breitensportler erreicht man einerseits über die Spitzensportler, die als Vorbilder fungieren, und andererseits über Prävention. Ich muss die Hobbysportler davon überzeugen, dass auch Medikamentenmissbrauch Betrug ist. Das ist wie beim Alkoholkonsum. Vor 25 Jahren haben die Leute auch noch am Stammtisch damit geprahlt, mit wie viel Alkohol intus sie Auto fahren. Heute stößt ein solches Verhalten auf Unverständnis. Das wurde einerseits mit härteren Strafen und mehr Kontrollen erreicht, andererseits mit Kampagnen.

Welche Projekte gibt es?
Ein Schwerpunkt ist der Nachwuchs im Leistungssport. Da haben wir ein Projekt an den sportorientierten Bundesoberstufengymnasien, das jetzt im Frühjahr als Pilotversuch an zwei Schulen gestartet wurde und ab Herbst schrittweise ausgebaut wird, um alle Schulen für Leistungssportler einzubinden. Die 14- bis 19-Jährigen sollen künftig drei Stunden pro Schuljahr über Doping und Arzneimittelmissbrauch informiert werden. 

Was ist mit den anderen Schülern?
Es gibt Studien, dass nur 27 Prozent aller Jugendlichen Sport betreiben. Davon sind nur fünf bis sieben Prozent im Leistungssportbereich. Es macht also keinen Sinn, eine Veranstaltung vor 100 Schülern zu machen, wenn der Inhalt nur für sieben interessant ist. Die anderen sollte man besser darüber informieren, dass es schädlich ist, zweimal täglich Fastfood zu essen!

Und außer der Schulkampagne?
Wir haben noch ein Projekt gestartet, vorerst mit den Sportarten Handball, Volleyball und Basketball. Bei diesen Spielen werden die Schiedsrichter künftig in Dress mit dem Slogan „Your sport – in your hands“ tragen. Das Gleiche starten wir dann mit dem ÖFB. Geplant ist zum Beispiel, dass bei der WM-Qualifikation Banden mit diesem Slogan am Feld sind. Auch mit dem ÖSV sind wir im Gespräch. Wir halten uns bewusst an die Sportarten, die häufig im Fernsehen zu sehen sind, um möglichst viele Leute zu erreichen.

Es gibt Studien, dass bis zu 60 Prozent aller Marathonteilnehmer Schmerzmittel einnehmen?
Das sind keine Studien, sondern Befragungen. Wir würden das Thema gern einmal genauer angehen, uns fehlen aber die Mittel für echte Studien. Ich werde dazu demnächst mit dem Sportministerium in Kontakt treten. Wenn dem aber wirklich so ist, dann bestätigt mich das nur in meinem Bestreben, dass Aufklärung und Information sehr wichtig ist. Wir wollen einen sauberen Sport. Und damit der Breitensport sauber wird, muss auch der Spitzensport sauber werden.

Treten Sie eigentlich selbst bei Wettkämpfen an?
Ja, ich bin heuer beim Vienna City Marathon den Halbmarathon gelaufen.

Und, vorher ein Pulverl genommen ...?
Natürlich nicht. Die Wettkämpfe, an denen ich teilnehme, verursachen höchstens Muskelkater. Für mich ist das mit den Tabletten auch nicht nachvollziehbar. Ganz ehrlich, ob ich 537. oder 377. werde, interessiert niemanden. Es geht doch beim Sport vor allem um den Spaß, oder?

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