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Mittendrin: In trockenen Tüchern / Bild: Marc Schwarz / Salzkammergut Trophy

Mittendrin: In trockenen Tüchern

Artikel vom:

Ernst Sittinger, Mitglied der Kleine-Zeitung-Chefredaktion, Kabarettist und begeisterter BikerWar das Canyoning oder Mountainbiken? Es gab Tage, da konnte man das heuer wirklich nicht mehr auseinanderhalten. Ein Stöhnwetter-Report von Kleine Zeitung Chefredakteur und SPORTaktiv-Kolumnist Ernst Sittinger.

Es war, wie soll ich sagen, eine ziemlich hautschonende Mountainbike-Saison. Die Gefahr von Sonnenbränden, Hitzschlag und Dehydration war geringer als sonst. Es wird in der Folge weniger Hautkrebs geben, dafür deutlich mehr Schimmel in den Schuhen – und sehr viel Rost an tragenden Teilen. Da trifft es sich gut, dass die modernen Fahrräder zum großen Teil aus Plastik, Alu und Carbon gefertigt sind.

DIE FREIHEIT
... unter den Wolken (und im gefrierenden Nieselregen) war echt grenzenlos. Zu jeder Ausfahrt wurde eine Gratis-Schlammpackung verabreicht. Das Peeling vertrieb alle Hautschuppen. Tempo war nicht nur bei der Abfahrt gefragt, sondern auch beim Schneuzen. Es gab Tage, da konnte man zwischen Mountainbiken und Canyoning nicht mehr wirklich unterscheiden. Zyniker würden sagen: „Die Grenzen verschwimmen.“ An vielen Tagen wünschte man sich einen Euro-Rettungsschirm.

Aber die Biker sollen sich bitte nicht auf-regen (ja! Ich habe tatsächlich freiwillig „Regen“ geschrieben!). Radeln ist eben ein Freiluftsport, und dass der zum Wassersport wurde, tat dem Spaß keinen Abbruch. Wer auf einem Cabrio sitzt, darf sich über die Wassersäule nicht aufregen. Es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Badekleidung. Und immerhin konnten die sauteuren Odlo- und Colibri-Klamotten, die normalerweise ein zerknittertes Dasein tief am Rucksackboden fristen, diesmal ihr ganzes Können zeigen. Ich zog derart oft die Regenhülle auf, dass ich die Farbe meines Rucksacks vergaß.

RESIGNATION
Die meteorologischen Ansprüche wurden von März bis September schrittweise zurückgeschraubt. Ab Juni ließ ich die Trinkflasche daheim, ab Juli führte ich regelmäßig Schnorchel und Taucherbrille mit. Ab August galt die tröstliche Faustregel: So lange man ohne Schwimmflügel durchkommt, war es ein passabler Tag. Ich weiß jetzt auch, warum es wasserfeste Sonnencreme gibt. Und dass man rund viereinhalb Stunden braucht, um die Radklamotten nach dem Heimkommen wieder „in trockene Tücher“ zu bringen. Besonders angetan haben es mir übrigens die neuen, wetter- und reißfesten Plastik-Wanderkarten. Mit denen bereite ich mich jetzt auf die nächsten Ausfahrten vor – das nennt man „Aqua-Planing“. Hatschi!


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