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Mittendrin: Schenken als Hochleistungssport / Bild: KK

Mittendrin: Schenken als Hochleistungssport

Artikel vom:

Ernst Sittinger, Mitglied der Kleine-Zeitung-Chefredaktion, Kabarettist und begeisterter Biker

Die sportliche Bedeutung von Weihnachten liegt begründet im Kaufen und Schenken. Selbst Menschen, die das ganze Jahr über nie aus ihrer Fernsehcouch hochkommen, legen im Advent freiwillig dutzende Kilometer zu Fuß zurück, um die gigantischen Hallen der Einkaufszentren zu durchmessen. Kleine Zeitung Chefredakteur und SPORTaktiv-Kolumnist Ernst Sittinger über den alljährlichen Weihnachts-Wahnsinn ...


Gäbe es keine Punsch- und Keks-Standeln, könnte man bei so einem intensiven Shopping-Workout drei bis fünf Kilo abnehmen. Schenken ist Leistungssport. Es geht darum, was wir uns leisten können oder wollen. Dazukommt noch die geistige Leistung des Auswählens. Bekanntlich benötigt das Gehirn enorm viel Energie, sofern man sich zum Gebrauch dieses außergewöhnlichen Muskels aufrafft. Da jeder schon alles hat, wird es von Jahr zu Jahr schwerer, passende Geschenke zu finden. Viele Schenker entwinden sich dieser unlösbaren Aufgabe, indem sie Dinge schenken, die sie insgeheim selber gerne hätten. Dann schenkt der sportliche Student seiner Oma einen Lawinenpieps (den sie für ein Hörgerät hält) und sie schenkt ihm ein gehäkeltes Deckerl (das er erfolglos bei Ebay zur Versteigerung anbietet). Wer klug ist, schenkt Dienstleistungen: eine geführte Dachstein-Überquerung oder einen Eiskletterkurs. Aber bitte nicht der Oma!

DIE WERBUNG
... versucht immer verzweifelter, uns Satten doch noch Hunger auf Neues zu machen. Die Industrie bemüht sich, jede Warengruppe noch geiler, hipper und hotter (oder cooler) zu gestalten. Trotzdem herrscht ein Ungleichgewicht: Unser Verbrauch von Sachen hält mit der Geschwindigkeit der Herstellung nicht mit. In unserer Übersättigung bewältigen wir die sich aufstauende Flut, indem wir veraltete Sachen (also die Neuheiten der letzten Ostern) vorübergehend in den Keller oder auf den Dachboden räumen. In diesen hoffnungslos überfüllten Lagerräumen stellt die Kunst des Aufeinanderstapelns eine eigene Sportart dar. Bis sich endlich jemand erbarmt und uns etwas besonders Wertvolles schenkt: einen Gutschein für eine vollständige Entrümpelung unserer Heimstätte. Dann kommt ein Trupp von Arbeitskräften und schafft neuen Platz für den Müll von morgen. Davon profitieren alle: Wir können uns wieder neu beschenken lassen, die Aufräumer haben ihre Muskeln gestählt. 


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